Sonntag, 30. September 2012

Kann es eine andere Religion sein?

Man hat als Kind keine Wahl, in welchem Religionsumfeld man aufwächst. Nahezu automatisch ist einem der Glaube am nächsten, der zu Hause, von den Eltern, in der Familie vertreten ist. Man wird geprägt, nimmt alles irgendwie als Selbstverständlichkeit auf. Und wie wir alle wissen, wird man als Kind am meisten geprägt.

Für mich war's als Kind klar: Es gibt den Gott aus der Bibel und das Christentum (dessen Namen ich damals aber nicht kannte) ist die 'richtige', einzig wahre Religion.

Heute stelle ich erstaunt fest, dass ich zwar den christlichen Glauben in Frage stelle, gleichzeitig aber gar nie in Erwägung ziehe, dass vielleicht eine andere Religion 'das Wahre' lehrt. In meinem Unterbewusstsein scheint es klar zu sein: Entweder der biblische Gott oder kein Gott.

Kommt das von meiner Prägung und den jahrelang gelebten Traditionen, die mir suggerieren, dass die anderen Religionen sicher nicht der Rede wert wären? Oder kommt das von meinen wachsenden Zweifel, dass es überhaupt so was wie ein überirdisches Wesen, einen Gott gibt?

Samstag, 29. September 2012

Die Weltreligionen

Religion ist ein schwammiger Begriff, der viel Spielraum für Interpretationen lässt. Jeder mag darunter etwas anderes verstehen, obschon eine allgemeine Meinung darüber besteht, was es in etwa sein mag. Gemäss Wikipedia gibt es fünf sogenannte Weltreligionen, wobei dies offenbar einfach die fünf sind, die vermutlich am meisten Anhänger aufweisen:
  • Christentum (ca. 2.1 Milliarden Anhänger)
  • Islam (ca. 1.3 Milliarden Anhänger)
  • Hinduismus (ca. 850 Millionen Anhänger)
  • Buddhismus (ca. 375 Millionen Anhänger)
  • Judentum (ca. 15 Millionen Anhänger)
Ich gestehe, dass ich von Hinduismus und Buddhismus wenig Ahnung habe. Zumindest vom Christentum, dem Islam und dem Judentum meine ich jedoch zu wissen, dass sie für sich in Anspruch nehmen, die eine richtige Religion zu sein. Ein Jude würde kaum je bestätigen, dass der Islam zum gleichen Heil führt. Ein Christ ist der Meinung, dass die Juden den Messias bereits einmal verpasst haben. Oder so ähnlich. 

Wenn aber nahezu alle Religionen der Meinung sind, die jeweils anderen wären nicht der Weg zum ewigen Heil, dann bedeutet das nichts anderes, als dass Milliarden von Menschen fälschlicherweise voller Überzeugung sind, auf dem richtigen Weg zu sein. Das kann an drehen und wenden, wie man will. Es geht nie auf. In jedem Fall würden Milliarden in die Röhre gucken. Und darin sind diejenigen, die was ganz anders (oder 'gar nichts') glauben, noch nicht einmal einkalkuliert. 

So lapidar das klingen mag, dies ist ziemlich wichtig. Es zeigt nämlich ziemlich eindeutig, dass durchaus Millionen oder gar Milliarden von Menschen einer Lehre folgen können, die für die Katz' ist. Hat der Islam Recht (was immerhin 1.3 Mia Menschen glauben), dann irren sich allein 2.1 Mia Christen. Oder umgekehrt. Und mindestens eine Gruppierung von beiden irrt sich doch. Oder?

Freitag, 28. September 2012

Das Projekt (ohne Ende?)

Darüber zu diskutieren, ob eine Religion auf Wahrheit oder Fantasie beruft, lohnt sich nicht. Denn es ist letztlich eine Frage des Glaubens. Man glaubt oder man glaubt nicht. Und zwischen glauben und wissen ist ein Unterschied. Wer weiss, braucht nicht zu glauben. Wer glaubt, meint aber oftmals zu wissen.

Tatsächlich lässt sich weder das Eine noch das Andere beweisen: Gibt es einen Gott? Gibt es keinen? Niemand hat Gott (welcher Religion auch immer) je gesehen oder andersweitig das ultimative Beweismittel für oder gegen ihn. Deshalb geht es eben um Glaube, nicht um Wissen.

Wer vor genügend langer Zeit beschlossen hat, zu glauben, der lässt sich davon kaum mehr abbringen. Umgekehrt ebenso. Diskussionen stossen somit selten auf fruchtbaren Boden.

Da ich selber genug lange auf der Seite der Glaubenden war, weiss ich zudem, wie man 'da drüben' in der Regel tickt. Wie ich tickte.

Weil ich im Voraus zu wissen meine, wie eine Diskussion vermutlich ausgeht, verzichte ich gerne darauf. Auch will ich keinen Streit anzetteln oder jemanden angreifen. Deshalb nutze ich dieses Blog. Hier landen meine Gedanken, Ideen, Meinungen.