Montag, 1. Oktober 2012

Tag und Nacht, aber keine Sonne

Wie ging das eigentlich nochmals... es wurde Abend und wieder Morgen. Und das ohne Sonne? Denn die wurde gemäss 1. Mose erst am vierten Tag geschaffen.

Gibt's (oder gab's) da noch etwas anderes, das am Tag für Licht sorgt, als die Sonne? Oder hat der Schreiber damals mangels besseren Wissens einfach versucht, die herrschenden Gesetzmässigkeiten irgendwie zu "erklären"?

Kommentare:

  1. Willkommen in der Blogosphäre und viel Freude am Bloggen!

    Dieser Post reizt mich zur Antwort: Der Schreiber des Schöpfungsberichts hatte keine "wissenschaftliche" Beschreibung der Entstehung der Welt im Sinn. Deshalb erläutert er auch nicht, wie es Tag sein kann, obwohl die Sonne noch nicht erschaffen war. Unser heutiges Wissen über unser Sonnensystem gab es damals auch noch nicht. Vermutlich wäre er aber, selbst wenn er davon gewusst hätte, auch nicht darauf eingegangen. Denn er hatte eine andere Intention: Er hat alles beschrieben, "was da ist", aus dem Glauben heraus dessen Ursprung in Gott gesehen ("Gott hat alles gemacht") und es in einen mythischen, literarischen Text gegossen.

    Neben der Bibel halte ich auch viel von der Weisheit in Märchen, Fabeln, Weisheitsgeschichten etc. Da können z.B. Tiere sprechen, aber es stellt niemand das Wissen der Schreibenden in Frage, denn es ist klar, dass mit sprechenden Tieren eine tiefere Wahrheit hinter der Oberfläche angedeutet werden soll. Eine solche hinter den Worten liegende religiöse Weisheit sehe ich auch auch in solchen biblischen Texten wie dem Schöpfungsbericht.

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  2. Danke für deinen Kommentar, Ameleo.

    Mal abgesehen davon, dass wir nicht wissen können, was der Schreiber damals im Sinn hatte, kann ich mir gut vorstellen, dass du mit dem Vergleich mit Märchen etc. Recht hast. Das wird aber in nicht wenigen Kirchen anders aufgefasst. Die Bibel wird da als Gottes Wort aufgefasst. Und zwar eben Wort für Wort.

    Deine Vermutung würde darauf schliessen, dass die Schöpfungsgeschichte nicht wahr ist, sondern lediglich eine fiktive Erzählung im Sinne einer Fabel. Gut, damit kann ich leben. :-)

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    1. Doch, die Schöpfungserzählung ist wahr, sogar mehr als wahr! Aber anders wahr als 1+1=2 und anders wahr, als dass wir der dritte Planet in unserem Sonnensystem sind. Eher von der nicht messbaren Art Wahrheit, die jemandem sagt: "Ich liebe dich mehr als alles in der Welt!" oder: "Ich könnte die ganze Welt umarmen."

      Die Bibel ist immer Gottes Wort in Menschenwort. Zumindest die großen Kirchen sehen das so.

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    2. Damit sind wir schon bald auf der philosophischen Ebene, auf der alles möglich und alles unmöglich ist.

      Glauben oder nicht glauben, das ist letztlich die Frage. Und das ist ein Abwägen der Argumente und schliesslich ein Entscheid.

      Dass die grossen Kirchen das so sehen (müssen), ist schon klar. Ihre ganze Existenz ist ja darauf gebaut.

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