Dienstag, 20. November 2012

Die Schöpfung der Schöpfungsgeschichte

Es müssen viele, viele Jahre sein, seit ich zum letzten Mal als Kind oder Jugendlicher die biblische Schöpfungsgeschichte gelesen hatte. Heute liest sich das für mich wie ein Märchen. Kaum zu glauben, dass jemand darin etwas anderes zu erkennen meint. Ungereimtheiten wie die Sache mit den Tagen und Nächten, ohne dass es eine Sonne gab oder offene Fragen, wofür ein Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen nötig war, wenn man sowieso nicht davon essen durfte, Gott aber offenbar wissen musste, dass der Mensch sich nicht daran halten würde, etc.

Meines Wissens ist nicht abschliessend geklärt, wer das erste Buch Mose geschrieben hat. Und solange Zeitreisen nicht möglich sind, wird das wohl auch nie geklärt. Ich lasse mich aber gerne belehren. Doch darum geht's jetzt nicht. Wer auch immer es schrieb, lebte sicher nicht zu der Zeit, als die Schöpfung tatsächlich passierte. Der Text wurde also überliefert oder erfunden. Und ich persönlich bin heute ziemlich davon überzeugt, dass der Schöpfungsbericht ein Versuch eines Menschen, sich die Gegebenheiten irgendwie zu erklären.

Mangels wissenschaftlicher Erkenntnisse haben sich deshalb auch solche oben erwähnte Ungereimtheiten eingeschlichen. Macht so Sinn, oder? Bedeutet aber gleichzeitig, dass man sich schon fragen sollte, ob man an die Schaffung der Welt auf diese Weise glauben sollte. Denn wäre der Text von Gott eingegeben, dürfte zumindest bezweifelt werden, dass sich unlogische Punkte reingeschlichen hätten.

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