Sonntag, 30. Dezember 2012

Etwassismus

Gar nicht so einfach, ein Wort richtig zu schreiben, das es gar nicht gibt. Etwassismus, gemeint ist der Glaube an "irgendetwas über uns", ohne dass man dieses Etwas genauer definieren kann, geschweige denn einer geläufigen Gottheit wie der christlichen, jüdischen oder islamischen zuordnen kann.

Laut einem tschechischen Theologen und seinen Erfahrungen soll ein grosser Teil der Menschen, die sich als Atheisten bezeichnen, eben doch an "Etwas" überirdisches glauben. Nur, was das ist, weiss keiner. Nicht Gott, nicht Allah, einfach Etwas höheres.

In der Tat schwanke ich, wenn ich ehrlich bin, selber irgendwo zwischen Etwassismus und Atheismus. Ein hochstudierter Wissenschafter mag das anders sehen, für mich als Durchschnittsmenschen gibt es jedoch durchaus ernstzunehmende Punkte, die dafür sprechen, dass Etwassismus keine so schlechte Idee ist.

Quelle: kipa-apic

Montag, 24. Dezember 2012

Alle Jahre wieder: Krippenspiel


Weihnachten für Weihnachten. Immer das Gleiche. Die Sonntagsschule führt wohl seit zweitausendundzwölf Jahren das Krippenspiel oder ein davon abgeleitetes Theater vor. Und natürlich: Der Pate erhält Jahr für Jahr die Einladung, sich das anzuschauen. Kann man ja nich' nein sagen.

Gut, für das Patenkind mach' ich das ja gerne. Und ganz ehrlich schau ich dem auch gerne zu. Nur hat mein Patenkind überhaupt keinen Spass an Theater und schnappt sich deshalb jeweils eine Mini-, nein, eher eine Mikro-Rolle. Mit zunehmendem Alter wachsen die zu sprechenden Sätze. Aber nach zwei Minuten ist in der Regel alles vorbei. Ausser das Theater.

Gähn.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

CCM...

Wer in einer christlichen Familie, in einem kirchlichen Umfeld aufwächst, wird früher oder später damit konfrontiert: CCM, Contemporary Christian Music. Zu Deutsch: Zeitgenössische christliche Musik.

Für mich als Teenie war das damals faszinierend. Denn genau zu der Zeit wurden gefühlte hundert Bücher darüber geschrieben, wie schlimm die säkulare Musik, insbesondere die Rockmusik sei. Da kam es gelegen, dass es christliche Musiker gab, die den gleichen Musikstil spielten, ihre Songs einfach mit christlichen Inhalten füllten.

Einige sahen darin sowas wie einen Auftrag, wollten (angeblich) die Jungen erreichen, die solche Musik hörten und nichts mit Kirche am Hut hatten. Andere wiederum rochen wohl eher einen zusätzlichen Markt, der damals noch nicht so stark umkämpft war und in dem deshalb rasch ein paar tausend Alben abgesetzt werden konnten. Damals begriff ich das noch nicht. Aber es wäre uns ohnehin egal gewesen. Hauptsache der Inhalt legalisierte die Verpackung.

Die Alten haben's gehasst, die Jungen liebten es. Noch heute kommen teilweise alte Erinnerungen in mir hoch, wenn ich gewisse Songs von White Heart oder Stryper höre. Aber so wie ich keine Musik höre, die inhaltlich Gewalt oder andere Dinge, die ich persönlich ablehne, verherrlichen, so trenne ich mich auch von Musik, die religiöse Inhalte transportieren. Jedenfalls die, die nicht aus musikalischer Sicht der absolute Burner sind oder mich nicht übermässig nostalgisch dünken. Markieren. Löschen. Tschüss.

Montag, 17. Dezember 2012

Wünsch' dir was von Gott

Der evangelikale Verein ProChrist hat eine Online-Kampagne laufen, bei der man einen Wunsch an Gott übermitteln kann. Einer von 2'000 Gläubigen wird dann dafür beten und persönlich (!) eine Antwort an den Wunschsteller senden. Das geht anonym per Link.

Ich hab' mir gerade mal "die endgültige Trennung von Kirche und Staat" gewünscht.

Was wünscht du dir?

Samstag, 15. Dezember 2012

Wie lange sollte man eigentlich im Zweifelsfall beten?

Ein junger Erwachsener, wenige Jahre nach der Lehre, ist arbeitslos. Wie ich erfahre, schon länger. Seit über einem halben Jahr, um genau zu sein. Und mindestens so lange schon beten er und seine besorgten Eltern zu Gott. Dass er ihrem Sohn doch eine Arbeitsstelle schenke. Oder zeige, was dran ist.

Die Chance, dass er mit seiner kaufmännischen Ausbildung gelegentlich wieder einen Job bekommt, ist gross. Irgendwann. Vermutlich findet jeder mit seiner Ausbildung und seinem Willen, zu arbeiten, über kurz oder lang wieder eine Stelle. Das ist ziemlich normal Aber in diesem Fall wird das dann ganz bestimmt nichts normales, sondern eine Gebetserhöhrung sein. Eine riesige Gebetserhöhrung. Schliesslich betet man seit Monaten.

Das Erlebnis wirft die Frage auf: Wie lange sollte man eigentlich für etwas ganz bestimmtes beten? Kann man nicht irgendwann aufhören, in der Annahme, dass Gott schon gehört hat, was wir wollen? Oder in der Annahme, dass Gott vielleicht nicht will und anderes vorhat?

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Der erste Papst-Twitter ist eine Enttäuschung

Nun ist es also soweit, der Papst twittert. Und er versucht, die Diskussion anzuregen, indem er eine Frage in den Raum stellt. Doch sofort danach beantwortet er sie gleich selber. Also doch keine Diskussion.

Mir ist noch nicht so klar, was die Vatikanisten für eine Strategie verfolgen. Aber gespannt bin ich mal, wie die weltweit grösste Sekte Religionsgemeinschaft das Tool Twitter nutzt.


Montag, 10. Dezember 2012

Papst-Twitter

Das katholische Kirchenoberhaupt will ab übermorgen twittern. Bislang hat der Papa noch kein Wort über Twitter verbreitet, trotzdem folgen ihm schon weit über eine halbe Million Menschen. Ziemlich heftig, finde ich.

Mittels Hashtag #askpontifex kann man ihm übrigens bereits jetzt schon Fragen stellen. Einige davon wird er (oder besser sein Social Media-Team) beantworten. Wenn ich mir die Fragen aber so anschaue, denke ich, dass eher wenige auf eine Antwort hoffen können.




Mittwoch, 5. Dezember 2012

Engel + Mensch = Riese

Ein Text, aus dem ich nicht schlau werde. Ein Text, der für mich ziemlich klar darauf hindeutet, dass die Schöpfungsgeschichte eher als Sage, denn als Tatsachenbericht zu betrachten ist (dafür gibt's natürlich äusserst viele weitere Gründe). Ein Text, über den ich gerne mal eine Predigt von einem evangelischen Pfarrer hören würde. Insbesondere die Verse 1, 2 und 4.

1-2Die Menschen wurden immer zahlreicher und breiteten sich auf der Erde aus. Da bemerkten die Engel, wie schön die Töchter der Menschen waren. Sie wählten die Schönsten aus und nahmen sie zu Frauen. 3Da sagte der Herr: »Die Menschen sollen nicht mehr so alt werden, ich werde ihnen meinen Lebensatem nicht für immer geben. Sie lassen sich immer wieder zum Bösen verleiten. Ich werde ihre Lebenszeit auf hundertzwanzig Jahre begrenzen.« 4Aus der Verbindung der Engel mit den Menschentöchtern gingen die Riesen hervor. Sie lebten damals — und auch später noch — auf der Erde und waren als die berühmten Helden bekannt.
--1. Mose 6, 1-4 (Hoffnung für Alle)


Sonntag, 2. Dezember 2012

Ägypten: Es geht erst richtig los

Man ist geneigt, anzunehmen, nach einer Revolution durch die Minderheit wird alles besser. Wenn ich lese, was in Ägypten abgeht und verschiedene Stimmen meinen, dann wird das eine Revolution gewesen sein, die vom Regen in die Traufe führt. Jedenfalls sicher nicht ins Trockene...

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/In-der-Scharia-haben-wir-die-perfekten-Menschenrechte/story/24716398

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/aegypten-verfassung-mursi-proteste