Montag, 21. Januar 2013

Das Resultat aus "Wünsch' dir was von Gott"

Beinahe wäre es untergegangen... Im Dezember letztes Jahr bin ich dem Aufruf der evangelikalen Vereinigung ProChrist nachgekommen und habe auf deren eigens eingerichteten Webseite einen Wunsch an Gott platziert. Laut Webseite würde dann einer von ca. 2'000 Mitarbeitern für eben diesen meinen Wunsch beten und mir ein paar persönliche Zeilen dazu zurück schreiben.

Ich habe mir damals von Gott die "endgültige Trennung von Staat und Kirche" gewünscht. Als Beter habe ich einen Typen Markus ausgewählt. Doch der musste offenbar passen und hat das Anliegen weiter gegeben. War ihm wohl ein zu heisses Eisen?!

Du hast am Montag ein Anliegen bei "Dein Wunsch an Gott" hinterlassen und Markus als Beter ausgewählt. Er hat mich gebeten, stellvertretend für ihn zu antworten. Das mache ich sehr gerne.
Und hier ist die Antwort von Markus' Stellvertreterin, Angela.

Dein Wunsch war die endgültige Trennung von Kirche und Staat.
Ich habe dafür gebetet, dass die Probleme die sich in der Verzahnung von Kirche und Staat entstehen, von Menschen gelöst werden können. Vielleicht ist die endgültige Trennung die Lösung dafür, vielleicht ist es eine andere. Oft setzen wir Gott und Kirche gleich. Doch Gott steht über der Kirche. Natürlich braucht es eine Organisationsstruktur, wie Christen zusammen leben können. Und immer wenn Menschen zusammenkommen, menschelt es und gibt es Klärungsbedarf.
Ich bin aber auch davon überzeugt, dass es Gott vielmehr darum geht, einen direkten Kontakt zu jedem Menschen aufzubauen. Und dass diese Beziehung, die auch in Kirche gelebt wird, viel wichtiger ist, als die reine Verwaltung der Institution Kirche. Und diesem Gott kennenzulernen ist eine spannende Sache. Gerade an Weihnachten wird deutlich, wie Gott die Bariere überwindet und als kleines verletzbares Kind auf die Welt kommt, damit wir ihn erleben können, wie anders er mit Menschen umgeht. Für mich ist das ein großes Vorbild.
Ich muss sagen, ich fühle mich nicht ganz ernstgenommen von Angela. Ich habe nicht eine menschliche Lösung der Probleme aus der Verzahnung von Staat und Kirche gewünscht, sondern deren Trennung, verdammt nochmal!

Abgesehen davon, dass mein Wunsch ignoriert wurde, ist es ja ein Witz, wenn wir für eine menschliche Lösung zu Gott beten. Eine menschliche Lösung sollten wir ja wohl noch selber zustande bringen, sonst wär's keine menschliche Lösung. Von Gott müssten wir, wenn schon, eine göttliche Lösung der Probleme wünschen und erhoffen.

Der Rest von Angelas Antwort ist frommes Geblabbere, das letztlich nur den Zweck hat, auf die Schlussfolgerung zu kommen, die dem Zweck der ProChrist-Aktion dient: Die Menschen dazu zu ermutigen, sich mit dem Thema Gott und Glaube auseinander zu setzen.

Die Sache mit dem persönlichen Wunsch dient also lediglich dazu, die Menschen zu animieren, auf der Seite zu verweilen bzw. wiederzukommen um die Antwort zu lesen oder gar eine E-Mail-Adresse dazu lassen für eine persönliche Benachrichtigung.

Fazi: Ich fühle mich nicht ernstgenommen, weil man meinen Wunsch ignoriert bzw. nach Belieben umformt. Und das Experiment ist in die Hose, mein Gebet wurde weder erhört noch hat es mich auch nur annähernd davon überzeugt, dass Gott es gehört hat. Amen.

Kommentare:

  1. Ich stimme dir voll und ganz zu mit deinen Einschätzungen! So werden Leute vera..... Mich ärgert daran vor allem, dass diese Leute so oft mit "Kirche" identifiziert werden und so damit dazu beitragen, dass "Kirche" immer weniger ernstgenommen wird. Weil das mit diesem "Wunsch an Gott" so nicht klappt, niemals klappen kann. - Aber war das nicht abzusehen?

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  2. Dass das mit diesem "Wunsch an Gott" nicht klappen kann, war absolut abzusehen, weil da wohl keiner zuhört am "anderen Ende der Leitung". Ich hab' da auch nicht mitgemacht in der Erwartung, dass deswegen mein Wunsch in Erfüllung geht. Ich wollte mehr sehen, wie die das aufziehen und was als Antwort kommt.

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