Dienstag, 5. März 2013

"Man muss nur beten..."

Da erzählt eine mittelaltrige Tante in der Kinderstunde davon, dass sie kürzlich krank war und "einfach nicht mehr richtig gesund werden wollte". Natürlich wollte sie schon, aber der Körper nicht. Weiter erzählt sie, dass sie nach Tagen (so wie sie erzählte klang's nach Wochen) endlich daran dachte, doch mal zu Gott zu beten, ihm ihre Situation hinzulegen und für Genesung zu beten. Und siehe da, am Folgetag fühlte sie sich schon besser.

Bei solchen Geschichten muss ich mich echt zusammen reissen. Nichts nahe liegender als das, dass sie sich wohl am Folgetag ohnehin besser gefühlt hätte, weil die Grippe einfach ausgestanden war.

Was mich aber komplett wütend macht: Im Kreise der Kinder, die ihr zuhörten, war mindestens ein mir bekanntes Mädchen, deren Mutter schwer erkrankte. Dieses Mädchen hat seit Wochen oder gar Monaten vermutlich nicht nur gebetet, sondern zu Gott gefleht, er möge ihre Mutter wieder gesund machen. Stattdessen wird sie vermutlich demnächst an den Folgen der Krankheit sterben.

Wie bescheuert muss man sein, wenn man die Kinder dahingehend "gehirnwäscht", dass ein Gebet alles richten kann, ohne eine Antwort parat zu haben, warum es halt auch Ausnahmen gibt. Und die gibt es nämlich zuhauf, ungefähr in 50% der Fälle. Das waren dann halt die Fälle, wo Gott einen anderen Weg vorgesehen hat, klar. Wieder die alte Geschichte....

Es gibt Tage, da wundere ich mich besonders, dass ich selber mal regelmässig und in voller Überzeugung, dass das was bewegt, gebetet habe.

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