Montag, 3. Juni 2013

Kann Gott Multiple Sklerose heilen?

Eine Majorin der Heilsarmee ist seit dreissig Jahren krank. Sie hat Multiple Sklerose (MS). Sie ist laut einem Artikel von idea davon überzeugt, dass Gott MS heilen kann. Trotzdem meint sie, sie sei sich sicher, dass er das bei ihr nicht tun wird. Damit liegt sie sicher richtig, auch wenn der Text verschweigt, warum sie dieser Überzeugung ist. Warum sollte Gott zwar heilen können, es aber nicht tun? Netter Gott.

Doch noch spannender ist das nächste Beispiel. Im gleichen Text ist nämlich die Rede von einer 57jährigen Pastorin, die ebenfalls unter MS leidet. Ihren Trost findet sie darin, dass sie daran glaubt, dass Gott es trotz allem gut mit ihr meine. Wie sie darauf kommt?
Sie sieht auch darin Gottes Handeln, dass es inzwischen wirksame Medikamente gibt.
Ich frage mich schon viele Jahre, warum Christen eigentlich Medikamente brauchen. Ist ja doch alles - so sagt man - von Gott gewollt. Entweder er heilt, dann tut er das, weil er will, dass man gesund wird. Oder er tut es nicht, dann muss man doch annehmen, dass er eben nicht will, dass man gesund wird. Darf man dann, sozusagen hinter Gottes Rücken, Medikamente nehmen und seinem Wirken nachhelfen?

So richtig unglaubwürdig wird's dann, wenn Gott zwar nicht geheilt hat, die Medikamente aber wirken und man gesund wird. Natürlich ist es dann Gott gewesen, der geheilt hat, Medikamente hin oder her.

Ich habe schon von jungen Paaren gehört, die einfach keine Kinder kriegen konnten. Alle Gebete haben nichts genutzt. Nach medizinischer Behandlung hat's dann geklappt. Halleluja, Gott hat ein Wunder bewirkt. Der behandelnde Arzt würde wahrscheinlich kommentieren: "Das war kein Wunder, das war eine logische Folge der Behandlung."

Ich kenne aus meiner Kirchen-Zeit einige, die behaupten, Gott hätte sie geheilt. In der Regel von Krankheiten und Beschwerden, von denen ich vorgängig nichts wusste. Noch nie habe ich erlebt, dass eine an MS erkrankte Person (ich kenne eine handvoll!) geheilt wurde. Aber Glaube versetzt bekanntlich Berge. Und wenn's nur in der Fantasie ist.

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