Freitag, 20. September 2013

Die Kirche löst sich selber auf

Gerade habe ich einen Text gelesen, der nebenbei von der katholischen Kirche fordert, eine Frau als Papst zu wählen. Der Schreiber dieses Textes vermutet, dass es nie soweit kommen wird. Ich persönlich bin da anderer Meinung.

Auch die Kirche kann sich der aufklärenden Entwicklung der allgemeinen Menschheit nicht komplett verschliessen (auch wenn sie das gerne täte). Die Vergangenheit zeigt dies deutlich im Grossen und Kleinen. So ist es noch gar nicht so lange her dass die Kirche behauptete (und jeden anders Denkenden verfolgte), die Erde wäre eine Scheibe und der Mittelpunkt des Universums. Auch hat die Kirche vor nicht langer Zeit noch Menschen verfolgt, verhaftet, gefoltert und getötet, die vom Glauben weg kamen oder andersgläubig waren.

Die Kirche hat sich also entwickelt (wenn auch nicht besonders schnell) und sich neuen Situationen angepasst. Ich kann mich erinnern, dass in der Freikirche, in der ich "zu Hause" war, elektrisch verstärkte Musik verdammt wurde. Schlagzeug sowieso. Heute klingt der Worship-Teil eines Gottesdienstes häufig rockiger als früher die verbotene Musik. Eine Frau, die predigt? Vor zwanzig Jahren undenkbar, heute zwar noch selten aber immerhin mehrmals vorgekommen.

Ehescheidungen sind auch ein hübsches Beispiel: In meinen Jugendjahren wurden Geschiedene beinahe wie Aussätzige behandelt, in Einzelfällen gar gebeten, die Kirche nicht mehr zu besuchen. Heute sitzen zahlreiche geschiedene und wieder verheiratete Christen in den Stuhlreihen. Akzeptiert. Oder einfach geduldet. Aber nicht mehr geächtet.

Eine Institution, die nicht anpassungsfähig und -willig ist, wird es je länger je mehr schwer haben. Natürlich hat insbesondere die katholische Kirche einige Reserven, sowohl finanziell wie auch kulturell. Eine Veränderung ist da vielleicht weniger schnell nötig als in kleineren Gruppierungen. Aber sie kommt. Unweigerlich. Die Katholiken entwickeln sich weiter, also muss es auch die Kirche. Nur logisch, dass irgendwann die höchste Job-Position auch für Frauen zugänglich ist. Vielleicht nicht kurzfristig, aber sicher früher als wir heute vermuten. Top, die Wette gilt. :-)

Ist es aber nicht so, dass eine Kirche, die sich immer mehr der Gesellschaft anpasst (und anpassen muss), sich eigentlich selber auflöst? Was gestern noch galt, muss heute revidiert und morgen abgeschafft werden. Weil es die Gesellschaft indirekt verlangt, weil es einfach nicht mehr akzeptiert wird.

Irgendwann ist so viel Fleisch vom Knochen weg, dass die Institution zur Belanglosigkeit verkommt. Ob sie noch existiert oder nicht, spielt keine Rolle mehr. Irgendwann wird's so weit sein.

Das Problem ist wohl lediglich, dass an ihrer Stelle immer wieder eine neue Gruppierung kommt, die alles wieder extremer, fundamentalistischer sieht. Es geht also wohl immer wieder von vorne los.

Kommentare:

  1. Was wollen intelligente Frauen zwischen einer Horde Frauen verachtender Männer, die davon überzeugt sind Vertreter eines "Gottes" zu sein, dem sie einen Sohn angedichtet haben und eine Mutter, die ohne Geschlechtsverkehr schwanger geworden ist und bei der "Unten" trotz Schwangerschaft und Geburt alles intakt war.Da gibt es doch besseres für uns Frauen als Päpstin oder Priesterin

    AntwortenLöschen
  2. Hm, ich bin mir ziemlich sicher, dass da draussen viele Frauen sind, die scharf auf so 'nen Job sind. Warten wir's ab. :-)

    AntwortenLöschen