Mittwoch, 25. September 2013

Erich von Däniken ist peinlichkeitsresistent

Eine blühende Fantasie und eine grosse Klappe genügen hierzulande offenbar, um sich "einen Namen zu machen". Einen schlechten allerdings, würde man vermuten. Doch das ist bei Erich von Däniken nur bedingt der Fall. Zwar gibt es wohl grosse Teile der Bevölkerung, die über den selbsternannten "Ufo & Co" Experten nur schmunzeln können. Aber die Medien, die sich der Auflagen willen selber gerne etwas vorlaut und reisserisch geben, nehmen Herrn von Dänikens "fundiertes Fachwissen" gerne immer wieder in Anspruch.

Ein Mischwesen soll es sein, die Mumie, die im deutschen Diepholz gefunden wurde. Ganz eindeutig, meinte Erich von Däniken. Halb Mensch, halb Tier. Vielleicht sogar etwas dämonisches:

„In der ägyptischen Geschichte gab es einen jungen Knaben mit einem Dämonengesicht, das nicht genau beschrieben ist“, so von Däniken gegenüber der Zeitung. Beweise für seine Theorie fänden sich in der ägyptischen Geschichtsliteratur. Mischwesen seien von den Göttern geschaffen worden, um die Stärken verschiedener Lebewesen zu vereinen, so der Ägyptologe weiter.
Zitat aus FOCUS online


Unterdessen sind die Befunde aus dem Labor da: Echter menschlicher Schädel, Skelett aus Plastik. Man darf annehmen, dass es sich um einen Scherz oder einen Betrug (mit Mumienverkäufen liess sich, wie ich hörte, nicht schlecht verdienen).

Erstaunlich: Die BILD-Zeitung, die am lautesten von Dänikens abstruse Theorien publizierte, macht sich jetzt nicht etwa über den Schweizer lustig. Im Gegenteil, man findet die Behauptung von Erich von Däniken, es handle sich um ein Mischwesen, bestätigt: Halb Mensch, halb Plastik. Nicht ganz ungeschickt gerettet, Bild-Redaktion.

Aber ich wette heute schon, dass beim nächsten Mal wieder wild spekuliert und die Meinung von Erich von Däniken (und anderen Pseudowissenschaftler) geholt wird. Unglaublich, wie einige vollkommen resistent gegen Peinlichkeiten zu sein scheinen.

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