Donnerstag, 10. Oktober 2013

Noch ein Mal...

Aller guter Dinge sind drei. Auch wenn sie hier nicht wirklich gut sind, aber wir kommen ein drittes (und letztes Mal) auf das erwähnte Programmheft der Kinderwoche zurück. Für den Mittwoch haben sich die Macher der Kinderwoche folgendes ausgedacht:

Titel: Gott ist mein Versorger

Text: 8Da sagte Boas zu Ruth: »Ich mache dir einen Vorschlag: Du brauchst nicht auf ein anderes Feld zum Ährenlesen zu gehen; bleib hier bei meinen Mägden, 9die die Garben binden! Sammle immer dort, wo die Arbeiter gerade das Korn abmähen. Ich habe ihnen verboten, dich zu belästigen. Wenn du Durst hast, dann geh ruhig zu den Krügen dort, und trink von dem Wasser, das meine Männer geschöpft haben!« (Rut 2, 8-9)

Auch hier können natürlich mit genügend Fantasie jede Menge Zusammenhänge hergestellt werden zwischen Titel und Text. Tatsächlich ist der Text aber ein klares Beispiel für "das Gute im Menschen". Wir erfahren im weiteren, nicht abgedruckten Text, dass Boas durchaus wusste, wo er Ruth einzuordnen hatte und dass ein indirekter familiärer Bezug bestand. Naheliegenderweise verjagt er die junge Frau, auch wenn sie Ausländerin ist, nicht von seinem Feld.

Dass er dies tut, weil er Gott achtet oder gar von ihm den Auftrag dazu erhalten hat, lesen wir weder vor noch nach diesen Versen kein Wort. Er handelt ganz einfach nach den damals üblichen Rechten und Gesetzen.

Familiäre Pflichten wurden damals sehr ernst genommen. Und ein Gesetz erlaubte es Armen, da Erntereste aufzulesen, wo die Arbeiter auf dem Feld bereits durch waren und etwas liegen liessen.

Mit dem, dass Gott unser Versorger sein soll, hat das alles nichts, aber auch gar nichts zu tun. Die Verse sind eher ein Plädoyer für Humanismus.

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