Mittwoch, 30. Oktober 2013

Warum hat Gott nicht einfach an alles gedacht?

Über einige Fragen der heutigen Zeit sagt die Bibel nichts oder zu wenig, um ein ethisch begründetes Urteil zu fällen. Als Themen, über die die Bibel schweigt, werden atomares Endlager oder embryonale Auslese erwähnt. Zu Fragen betreffend Homosexualität, Ehescheidung oder anderes würde man sich als bibeltreuer Mensch mehr Auskunft wünschen.

Ein Bischof namens Ralf Meister vertritt deshalb die Meinung, dass man die biblischen Gebote und die Aussagen der Bergpredigt sozusagen in die heutige Zeit adaptieren müsste.

"Es geht nicht um eine Kopie biblischer Gebote, sondern um eine kritische Aufnahme und Übertragung auf die Situationen unserer Zeit."

Wenn Gott als allmächtiges Wesen tatsächlich der Meinung war, mit der Bibel ein Werk zu erstellen lassen, das Generation um Generation überdauert und seine Gültigkeit auch ein paar tausend Jahre später noch nicht verliert, dann erlaubt mir eine Frage: Warum, verdammt noch mal, hat er dann nicht seinen Job richtig gemacht und an alles gedacht?

Warum gibt es haufenweise Interpretationsdifferenzen, wenn es um biblische Aussagen insbesondere zur Gegenwart geht? Von einem Gott, der auch nur halb so mächtig und genial ist, wie er gerne beschrieben wird, dürfte man, so meint man, doch ruhig auch etwas mehr erwarten als von einfachen Menschen. Ein bisschen mehr Weitblick.

Doch nein, ER überlässt es uns, wie wir Hunderte Jahre nach der Niederschrift damit klar kommen, was wir daraus zu lesen meinen und wie wir es auf unsere heutigen Herausforderungen bezogen umsetzen wollen. Stattdessen hat ER uns unbrauchbare Kleinigkeiten und Absurditäten in Fülle hinterlassen. Gesetze und Regeln, die so offensichtlich einzig an das altertümliche Volk Israel gerichtet sind, dass man sich schon fragt, ob man sich denn wirklich zum Zielpublikum zählen darf.

Natürlich kann man versuchen, zwischen den Zeilen zu lesen und dadurch etwas über die Einstellung Gottes diesem oder jenem gegenüber zu erahnen. Daraus kann man dann irgendwelche Regeln ableiten. Klar, kann man. Eine schöne Gelegenheit, die Gebote mal wieder so anzupassen, wie man das gerne hätte.

Was bleibt, ist die Frage, warum ein allwissender Gott nicht voraus denkt, wenn er ein so endgültiges Buch, wie die Bibel sein soll, schreiben lässt.

Quelle

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