Mittwoch, 20. November 2013

Angst: Ungläubige müssen sterben.

Man könnte sich bei diesem Vers stundenlang darüber unterhalten, was die eifersüchtige Nennung anderer Götter eigentlich zu bedeuten hat. Sind die eine Gefahr? Wenn ein existierender Gott auf andere Götter eifersüchtig ist, dann könnte das ja nur bedeuten, dass diese auch existieren, nicht?

19Wer anderen Göttern Opfer darbringt und nicht mir, dem Herrn, allein, soll aus dem Volk Israel ausgestoßen werden und sterben.«
2. Mose 22, 19

Reden wir ein ander Mal darüber. Heute ging mir grad was ganz anderes durch den Kopf.

Wenn man das so liest, ist der Fall ziemlich klar. Andere Götter anbeten? Raus aus dem Volk. Und sterben. Es ist natürlich einfach, einer Glaubensgemeinschaft das Überleben zu sichern, wenn die Drohung in der Luft schwebt, dass man als Aussteiger umgebracht würde. Gibt sicher eine gute Basis.

Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen wegen dieser kleinen Klausel des ach so gütigen und liebenden Gottes sterben mussten. Und wie oft sie missbraucht wurde, um Querdenker und Nebenbuhler aus dem Weg zu schaffen.

Interessanterweise ist aber immer nur die Rede vom irdischen Tod. Davon, dass solche Ungläubigen später in der Hölle landen oder so, habe ich noch nichts gelesen. Die Gläubigen der ersten Stunde, wenn man die Jungs aus den Mose-Büchern mal salopp so bezeichnen darf, haben sich nicht um die Ewigkeit gekümmert. Es ging um Gesetze und Regeln im Hier und Jetzt. Auch Gott hat es, so die Überlieferungen, nie für nötig befunden, mal ein ernstes Wort über die ewige Verdammnis und so zu verlieren.

Kann es sein, dass man irgendwann ein klitzekleines Stückchen aufgeklärter wurde und befand, dass man doch nicht jeden gleich töten könne, der ein bisschen anders glaubt? Kann es sein, dass man im Zuge dieser veränderten Einstellung zum Schluss kam, dass man sich was anderes ausdenken musste und so dann die Hölle mit allem drum und dran ins Spiel kam?

Weil man Leute nicht mehr gleich töten, sie aber dennoch leiden "sehen" wollte, hat man sich halt ausgemalt, was mit den bösen Ungläubigen in der Ewigkeit, nach unserem irdischen Leben, passiert. So ist die Hölle bzw. die ewige Verdammnis so was wie eine Ersatzlösung für das Todesurteil.

Ein cleverer Schachzug. Hat man so auch die abserviert, die durch Flucht vielleicht einer irdischen Strafe entkommen wären. Und Angst ist zwar ein schlechter Ratgeber, aber ein vielfach bewährtes Mittel, um gefügig zu machen. Bis heute.

Da fällt mir gerade eine Geschichte ein, die mich fast zum Kochen gebracht hat. Davon ein ander Mal.

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