Freitag, 20. Dezember 2013

Gottes Rat gibt's noch heute. Offenbar.

Noch wenige Tage bis Weihnachten. Ursprünglich hatte ich geplant, zu dieser Zeit auch bei meinem Projekt ungefähr hier angelangt zu sein. Stattdessen schlage ich mich noch immer mit den Büchern Moses rum. Doch das hat seine Gründe: Zum Einen hab' ich viel Zeit damit verbracht, im Projekt nicht vorwärts zu machen. Zum Andern hätte ich im Traum nicht daran geglaubt, dass da so viel wirres Zeugs steht. Verse, Aussagen, Gedanken - ich muss das einfach hier festhalten. So dauert's halt noch etwas länger, bis ich im Neuen Testament oder gar am Ende der Bibel angelangt bin.

So habe ich heute entdeckt, dass das, was die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten als Stimme Gottes bezeichneten, heute noch existiert. Wir nennen es Zufall. Wer es charismatischer mag, möge Schicksal sagen. Ich spreche von diesem Vers:

30In der Brusttasche sollen die beiden Lose ›Urim‹ und ›Tummim‹ aufbewahrt werden. Aaron soll sie an seinem Herzen tragen, wenn er zu mir in das Heiligtum kommt. Mit diesen Losen soll er meinen Willen erfragen; darum soll er sie bei sich haben, wenn er vor mich tritt.«
2. Mose 28, 30

Ich fasse es nicht. Lose, simple Lose (vermutlich aus Stein), waren es, die den Israeliten als Stimme Gottes verkauft wurden. Nichts anderes, als eine ältere Form des Münzwurfs, also.

Doch wenn man das genauer betrachtet, ist es einleuchtend, dass Moses zu solchen trivialen Mitteln griff. Nach der langen Zeit, in der so etwas wie der selbsternannte Führer der Israeliten war, war stets er derjenige, der Gott begegnete, von ihm Weisungen entgegen nahm, ihn sehen durfte. Es kam der Zeitpunkt, wo Moses sich Gedanken machen musste, wie es nach ihm weiter gehen soll. Wie konnte er den Hype aufrecht erhalten, das Momentum (für die Eishockeyfans) ausnutzen?

Wenn er seinen mutmasslichen Nachfolgern erzählen würde, dass Gott gar nie wirklich gesprochen hat, er sich das nur eingebildet oder schlicht erfunden hat, käme das wohl schlecht an. Die Idee, dass Gott sozusagen durch zwei schöne Steine "sprechen" bzw. seine Meinung kundtun könnte, passte da schon besser. Mit dem richtigen Drumherum - tolles Zelt, genau definierte Verzierungen, penibel genau geplantem Alter und richtig dufte Kleidern - kommt so richtig Ritual-Stimmung auf. Buuuh, ich krieg' noch jetzt fast Gänsehaut.

Wer selber mal Gott eine Münze um Rat fragen will, kann dies heute auch online machen.

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