Dienstag, 30. Dezember 2014

Angst ist ein schlechter Ratgeber

»Mein Junge, was hat Gott dir gesagt?«, wollte er wissen. »Du musst mir alles genau berichten! Gott soll dich schwer bestrafen, wenn du mir auch nur ein Wort verheimlichst.«
1. Samuel 3, 16 + 17

Was für ein pädagogischer Schwachkopf muss dieser Eli gewesen sein? Erstens zwingt er den Jungen, Dinge zu verraten, die ihn einen feuchten Dreck angehen. Hätte Gott gewollt, dass Eli diese Infos erhält, hätte er sie ihm mitgeteilt. Zweitens setzt er den Jungen psychisch unter Druck, indem er ihm göttliche Strafe androht. Als ob er, Eli, darüber zu entscheiden hätte, wen und wann Gott wie bestrafen soll. Er macht dem Jungen Angst, indem er seine religiöse Naivität ausnutzt.

Leider wohl ein Geschehnis, das auch heute noch in ähnlicher Form täglich vorkommt.

Angst ist ein schlechter Ratgeber - so lautet ein Sprichwort, das ich zu lieben gelernt habe. Denn es passt so schön zur christlichen Religion. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob die meisten Kirchengänger beim Christentum bleiben, weil sie sich auf das Himmelreich freuen oder weil sie sich vor der Hölle fürchten.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Erziehung

Beide sind etwas über 60. Und beide sind fromm. Oder geben sich zumindest so. Sie sind ein Ehepaar und haben drei erwachsene Kinder. Sagt man denen dann immer noch Kinder? Egal. Sie sind beide stolz darauf, dass alle ihrer Kinder heute in einer christlichen Kirche aktiv sind. Für sie klar ein Zeichen, dass ihre Erziehung erfolgreich war. Für mich lediglich ein Zeichen dafür, dass ihre Gehirnwäsche funktionierte und die drei (noch) nicht angefangen haben, selber zu denken. Aber auch das ist für das, was ich schreiben will, egal.

Wir kommen auf Erziehung zu sprechen und ich versuche, nicht spöttisch zu klingen als ich frage, ob sie ihre Kinder denn nach biblischen Richtlinien erzogen hätten. Die beiden strahlen. Natürlich hätten sie sich in allem, auch in der Erziehung, nach Möglichkeit an die Richtschnur gehalten, die Gott in seinem Wort gegeben hat.

Ich: "Also habt ihr sie mit dem Stock erzogen?"

Sonntag, 21. Dezember 2014

Nix für die Kinder

Kürzlich habe ich mit einer Frau gesprochen, die vor dreissig oder vierzig Jahren in der Sonntagsschule einer Freikirche unterrichtete. Sie gestand mir, dass sie damals vielfach eine Bastelstunde einlegte wenn vom Schulplan her irgendwelche brutalen, kriegerischen Geschichten aus dem Alten Testament dran waren. Das hätte immer wieder Diskussionen mit dem Hauptverantwortlichen gegeben, weil dieser fand, man müsse alles in der Bibel kennen und nicht die Geschichten raus picken, die einem gefielen.

Nun ist der Dame natürlich zu Gute zu halten, dass sie den Kleinen ihrer Kirche keine Albträume zumuten wollte. Allerdings sollte es einem schon zu denken geben, wenn man meint, man müsse Teile des Buches, das angeblich von Gott kommt, vor Kindern verheimlichen. Ist es tatsächlich so, dass man einen Glauben vertreten kann, der sich massgeblich an einem einzigen Buch orientiert und in dem Geschichten erzählt werden, die man den Kindern nicht zumuten will? Ist das tatsächlich der Fall? Es ist für mich als mittlerweile Atheisten so wahnsinnig seltsam, dass ich diese Frage nicht genug oft wiederholen kann. Basiert dein Glaube auf einem Buch, dessen Inhalt du zu wesentlichen Teilen deinen Kindern nicht zumuten willst?

Leider ist es tatsächlich so, dass man für lange Zeit im Gefängnis landen würde, wenn man sich so verhielte, wie es damals angeblich Gott den Israeliten vorschrieb. Da schreien die Christen regelmässig auf wegen der Brutalität der islamischen Sharia und vergessen dabei, dass sie selber nur weniger brutal sind, weil sie sich nicht mehr an den Gesetzen des Alten Testaments orientieren.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Ich will mal einen richtigen Moses-Film

Schauspieler Christian Bale scheint kein besonders intelligentes Köpfchen zu sein. Der Batman-Darsteller hat die Hauptrolle in der bibelorientierten Moses-Verfilmung übernommen. Der sicherlich grossartig episch produzierte Ridley Scott-Film ist bei Farbigen und selbsternannten Rassismusexperten bereits vor der Veröffentlichung im Verruf, weil offenbar alle Helden im Film von Weissen dargestellt werden, als würde die Geschichte in Mitteleuropa oder Nordamerika spielen, und gleichzeitig die Bösewichte, Sklaven und das einfache Fussvolk von dunkelhäutigen Komparsen und Schauspielern verkörpert werden. Das ist sicherlich peinlich, aber verständlich, wenn das Zielpublikum wohl in den US-Staaten sitzt und sicherlich gerne Seinesgleichen als Helden sieht.

Anlässlich der Vorstellung seiner Rolle soll nun Christian Bale gesagt haben, dass er Gott und den Glauben für eine unerschütterliche Wahrheit halte und dass man den Glauben, genau so wie das Fahrradfahren, nie verlernen könne. Stimmt wohl, wenn man's schon als Kind indoktriniert bekommt.

Weiter meint Bale, dass vor allem seine Kinder ihn daran erinnern, dass es Dinge gebe, die die menschliche Wahrnehmung übersteigen. Und dann, jetzt kommt's: "Ich weiss, es gibt wissenschaftliche Erklärungen für ihre Existenz, aber für mich bleibt es ein Wunder." Aha, prima. Du weisst, dass es eine Erklärung gibt. Aber du verstehst sie nicht, deshalb ist es ein Wunder?

Lieber Christian Bale, selbstverständlich kannst du als Wunder bezeichnen, was immer dir beliebt. Man kann auch der Meinung sein, ein Smartphone sei ein Wunder, obschon es technische Erklärungen gibt. Auch ist es wohl so, dass es wenige Menschen geben mag, die das "Wunder" wirklich erklären können und das "Wunder" somit die durchschnittsmenschliche Wahrnehmung übersteigt. Aber ist die Tatsache, dass du und ich etwas nicht verstehen oder nachvollziehen können, schon genug, um die Existenz eines Gottes (welchen denn überhaupt?) zu beweisen?

Mir wäre es recht, wenn mal ein Moses-Film gedreht wird, der sich nicht an dem orientiert, was in der Bibel schwarz auf weiss steht, sondern was sich zwischen den Zeilen heraus lesen lässt. Ein Film, der nicht das zeigt, was die Bibel erzählt, sondern das, was möglicherweise dazu geführt hat, dass das, was heute in der Bibel steht, eben da steht.

Heraus käme vermutlich ein Film, der uns aufzeigt, wie Moses - wenn es ihn gab - versuchte, ein wachsendes Volk von Nomaden und Aufständischen zu organisieren und bändigen. Wie er zu diesem Zweck Rituale schuf und Gebote erstellte, und wie er diese schliesslich, um die endgültige Akzeptanz und Macht zu erhalten, als von Gott gegeben bezeichnete. Wie Yahweh nach und nach Gestalt annahm, immer konkreter wurde, sich verstärkt einmischte - natürlich immer über den Priester und Pseudo-Propheten Moses und seine Familie, allen voran seinen Bruder Aaron. Und wie schliesslich aus einer Sozialkomponente namens Yahweh ein Kriegsgott und noch später das fiktive Oberhaupt der bis heute grössten Religion wurde.

Unsere Welt braucht Aufklärung, keine gefühlte 583. Verfilmung eines biblischen Märchens.

Quelle: kathpress.co.at

Montag, 15. Dezember 2014

Vergebung? Niemals!

Gott vergibt alle unsere Schulden, so predigt es die Kirche, so sagt es die Bibel. Zumindest im Neuen Testament, glaube ich zu wissen. Im Fall von Eli, dem Priester und Ziehvater von Samuel, macht Gott aber offensichtlich eine Ausnahme. Da gilt das mit der bedingungslosen Liebe und Vergebung aller Schuld nicht.

Ich habe geschworen: Weder durch Tieropfer noch durch andere Opfergaben sollen die Nachkommen Elis diese Schuld je wieder gutmachen können!«
1. Sam. 3, 14

Nun kann es sich der fantasievolle Mensch durchaus vorstellen, dass es möglicherweise Sünden gibt, die als Ausnahmefall gehandhabt und nicht vergebbar sind.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

So wenig Wert hat ein göttliches Versprechen

Manchmal versprechen wir unseren Kindern voreilig irgendwelche Dinge, z.B. dass sie sich heute Abend einen Film anschauen dürfen. Durch unvorhergesehene Ereignisse ist dann später nicht mehr möglich, das Versprechen einzuhalten. Dann liegen uns die Kinder in den Ohren: "Ihr habt es aber versprochen".

Ich nehme mir zwar immer wieder vor - gerade wegen dieser Erfahrung - keine Versprechen solcher Art mehr zu geben und von vornherein zu sagen: "Wenn wir nicht zu spät heimkommen und nichts dazwischen kommt, dann dürft ihr noch einen Film schauen."

Kennt ihr dieses Problem auch? Ich bin froh, wenn ich mit diesem Dilemma nicht alleine bin. Seit der Zeit, als Yahweh in den Mose-Büchern ständig hin und her schwankte zwischen Volk retten und Volk verfluchen, weiss ich, dass auch Gott manchmal in ähnlicher Situation war. Und auch im ersten Samuel-Buch gibt's dafür ein Beispiel:

Freitag, 5. Dezember 2014

Sehnlichst gewünscht, dann wieder weggegeben

Nicht zum ersten Mal begegnet uns eine kinderlose, offenbar unfruchtbare Frau. Diesmal heisst sie Hanna. Sie flehte zu Gott:

Wenn du Erbarmen mit mir hast und mich nicht vergisst, sondern mir einen Sohn schenkst, will ich ihn dir zurückgeben. Sein ganzes Leben soll dann dir, Herr, gehören. Als Zeichen dafür werde ich ihm nie die Haare schneiden.«
1. Samuel 1, 11

Haare schneiden? Hatten wir das nicht schon bei Simson? Das war damals ein Zeichen des Nasiräertums, der Gottgeweihten. Mit übernatürlicher Kraft hatte das nichts zu tun. Auch nicht bei Simson. Aber bleiben wir bei Samuel.

Dem armen Jungen wurde leider mit diesem Gelübde der verzweifelten Mutter jegliches Recht auf Selbstbestimmung genommen. Ungefragt wird über seine Zukunft, seine Kindheit, sein Leben bestimmt. Wie traurig.

Sonntag, 30. November 2014

Rut

Über Rut könnte man bestimmt einen ganzen Haufen schreiben, daran zweifle ich nicht. Man kann sogar Dinge aus Rut herauslesen, die man da eigentlich gar nicht herauslesen kann. Ich habe hier, hier und hier schon mal davon geschrieben.

In meinen Augen ist Rut nichts anderes als ein Kurzroman aus der damaligen Zeit, der nicht mehr und nicht weniger Bedeutung hat als ein vergleichbarer Roman aus jedem beliebigen Zeitalter.

Darum gehe ich im Moment nicht weiter auf diese Geschichte bzw. das mit vier Kapiteln sehr kurze Buch ein.

Mittwoch, 26. November 2014

Lasst uns Mädchen klauen

Nachdem die israelitischen Stämme dank der Leichenstücke (klar doch) von der Schandtat von Gilea erfuhren, verlangten sie vom Stamm Benjamin (da lag Gilea) die Täter heraus. Der Stamm Benjamin wollte nicht und so kam es zum Bruderkrieg: Benjamin gegen die restlichen Stämme. So geht das im alten Israel.

Erster Angriff - 1:0 für Benjamin, 22'000 Tote
Zweiter Angriff - 2:0 für Benjamin, weitere 18'000 Tote
Dritter Angriff - der Herr schenkt den Sieg gegen Benjamin, 25'000 Tote

Der Stamm ist besiegt. Die Stadt wird in Schutt und Asche gelegt (na, logisch) und alles Leben (wie immer Mensch und Tier) getötet. Macht ganz doll Sinn, oder? Nun, muss Gott natürlich selber wissen, in was für Abgründe er sein auserwähltes heiliges Volk springen lassen will.

Dienstag, 25. November 2014

Vergewaltigt meine Tochter, aber lasst meinen Gast in Ruhe

Liebe Kinder, heute lesen wir eine hübsche Gutenacht-Geschichte aus dem alten Testament.

Ein Levit hat Streit mit seiner Nebenfrau, weshalb diese weg zieht. Der Levit möchte sie aber zurück erobern und geht ihr nach. Ein deutliches Zeichen, dass er sich nicht damit abgeben will, sie zu verlieren.

Auf der Rückreise finden Sie in Gibea Unterschlupf bei einem Fremden. In der Nacht will eine Meute, die nicht genauer beschrieben ist, den Leviten haben. Damit, so steht es in Richter 19, Vers 22, sie ihn vergewaltigen können.

Der Gastgeber fleht die Meute an, seinen Gast in Ruhe zu lassen und - jetzt kommt's - stattdessen seine eigene Tochter (!) und die Frau des Gastes zu nehmen. Er bietet den sexhungrigen Psychopathen draussen tatsächlich seine eigene Tochter an.

Samstag, 22. November 2014

Falls die Simson-Geschichte doch wahr ist

Ich kann meinen biblischen Kinderheld nicht abhaken, ohne ihm noch ein Posting zu gewähren. Denn wenn man davon ausgeht, dass die Geschichte erfunden ist, lesen sich die paar Kapitel ziemlich locker und mit einem Schmunzeln schliesst man die Lektüre mit dem 16. Kapitel des Buches Richter ab.

Doch was wäre, wenn...
Obschon die Geschichte nicht ansatzweise nach Tatsachenbericht klingt und nach jeder menschlichen Vernunft ein Heldenmärchen ist, kann man sich natürlich den Luxus leisten und sich überlegen, was es bedeuten würde, wenn sie doch wahr wäre.

Dann wäre Simson ein physisch starker, ansonsten jedoch nicht nur schwacher, sondern auch ziemlich doofer Mensch. So doof, dass er selbst nach dreimaligem Fragen und anschliessenden Probieren, ob womit man ihn unschädlich machen und fesseln könne, keinen Verdacht schöpft. Die Bibel spricht sogar davon, dass seine Frau Deliah in tagelang ausfragte, womit man ihn fesseln könne, ohne dass er sich zu befreien vermag.

Donnerstag, 20. November 2014

Die Simson-Legende

Simson war eine Art Kindheitsidol für mich. Damals, als Kind, war ich wohl behütet in christlichem Umfeld und hatte fast alle dieser Bibel-Comics "Bibel im Bild" (siehe Bild rechts). Darin faszinierte mich die Geschichte von diesem langhaarigen Muskelprotz, der genügend Kraft hatte, um hunderte von Feinden zu verprügeln oder gar ein Haus einstürzen zu lassen. Im Prinzip war Simson der erste Selbstmordattentäter, mit dem ich konfrontiert wurde. Nachzulesen ist seine Geschichte ab Richter 13.

Als ich etwas älter wurde, stellte ich mir die Szene vor, in der Simson diese tausend Philister verprügelte. Eigentlich tötete er sie ja laut Bibel, aber das ist ein Detail, das aufgrund der Tatsache, dass die Geschichte erfunden ist, keine Rolle spielt. Nun, ich stellte mir das jeweils so vor, wie in den alten Bud Spencer-Filmen. Da wartet der erste Gegner immer brav, bis der erste ausser Kraft gesetzt wurde und er an der Reihe ist. So fliegt einer nach dem andern zum Fenster (oder wo auch immer) raus.

Samstag, 15. November 2014

Jeftah muss seine Tochter opfern, der Depp

Jeftah verspricht dem Herrn in Richter 11 kurz vor dem Kriegszug, dass er ihm das opfern wird, das ihm bei der Rückkehr als erstes entgegen kommt. Die Bibel erzählt uns, dass dies seine Tochter, sein einziges Kinds, war. Und dass er sein Gelübde einlöste.

Natürlich können wir nun diskutieren, ob hier die Rede von einem Menschenopfer ist oder ob es lediglich um die Weihe für den Gottesdienst ging, von dem Jeftah nach jüdischem Recht seine Tochter auch wieder hätte freikaufen können.

Ich glaube ohnehin, dass es sich hier lediglich um eine Schilderung zwecks Steigerung der Dramaturgie handelt und die Geschichte mehr der Fantasie des Schreibers (oder, wie einige vermuten, gar der griechischen Mythologie) entnommen ist.

Wäre sie wirklich wahr, was ich eben nicht glaube, wäre der Herr Jeftah alles andere als ein kluges Köpfchen. Was hat er denn gehofft, komme ihm anderes entgegen als seine Tochter oder seine Frau? Meinte er, der Esel hätte ihn gehört und wäre ihm entgegen galoppiert? Oder ein Huhn würde sich über seinen Anblick so freuen, dass es ihm entgegen hüpft? Es dürfte ziemlich klar sein, dass, was auch immer als erstes auf ihn zu kommt, ein Mensch sein dürfte aus seiner Familie.

Entweder war Jeftah also tatsächlich nicht besonders intelligent oder er liess es bewusst darauf ankommen. "Vielleicht sieht mich ja die Alte zuerst und kommt mich begrüssen, dann kann ich die mal entsorgen."

Mobiltelefone gab's damals leider auch noch nicht, sonst hätte ein Anruf genügt: "Hallo Schatzi, wir kommen vom Krieg zurück, kannst du mal die kranke Kuh rausstellen und mir entgegen jagen? Danke."

Montag, 10. November 2014

Es ist nicht Gott, der Abimelech stoppt

Gideon hatte mehrere Frauen (das schien Gott auch nicht zu stören) und offenbar 72 Söhne. Wenn einer 72 Söhne hat, dann dürfte er auch noch einige Dutzend Töchter haben. Gideon war in gewisser Weise also äusserst fleissig. Und irgendwie war er auch nicht mehr über jeden Zweifel erhaben was seine Treue zu Yahweh angeht. Dass die Israeliten besonders schnell waren, wenn es darum ging, ihrem Gott wieder den Rück zuzukehren, habe ich ja schon kürzlich erwähnt.

Einer seiner Söhne hiess Abimelech. Und der wollte König werden. Die Befehlsmacht, die Gideon hatte, war immer noch in der Familie. Aber da waren natürlich gut siebzig Nasen, die führen konnten. Also tötete Abimelech alle seine Brüder. Nur der jüngste konnte fliehen. Dann war er sozusagen der erste König. Natürlich gibt's da noch das eine oder andere Detail im Ablauf, aber grob gesagt war es das.

Mittwoch, 5. November 2014

Gib mir ein Zeichen, wie damals bei Gideon

Gideon gehört zweifelsohne zu den bekannteren Figuren des Alten Testaments. Die Legende, wonach er mit gerade mal 300 Mann ein um ein Vielfaches grösseres feindliches Heer besiegte, zeigt hervorragend, was denen möglich ist, die Gott auf ihrer Seite haben. Zerbrechende Krüge, Fackeln in der einen und das Signalhorn in der anderen Hand - mehr brauchte es nicht, um die Feinde in ein heilloses Durcheinander zu stürzen und sich gegenseitig zu bekämpfen.

Doch was diesem Befreiungsschlag voran ging, dafür ist Gideon ebenso bekannt. Er war der jüngste der Familie und konnte es nicht so recht glauben, als der Herr ihm mitteilte, was er mit ihm vorhabe. Er wollte ein Zeichen, und das mehrmals. Damit ist Gideon wohl näher an vielen heutigen Christen als irgendeine andere biblische Figur.

Wie viele Christen haben sich schon von Gott Zeichen im Stile von Gideon gewünscht, bei dem auf seinen Wunsch hin einmal die Wolle taunass, der Boden trocken war und dann nochmals umgekehrt.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Die Gott lieben werden sein wie die Sonne

Ich weiss nicht, ob der Text, der im gleichnamigen Kirchenlied gesungen wird, noch anderswo in der Bibel erwähnt ist. Auf jeden Fall steht er hier, in Richter 5, 31

Doch wer dich liebt, gleicht der Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht!

Allerdings ist das ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen (wie so oft, wenn einzelne Bibelsätze irgendwo für einen bestimmten Zweck verwendet werden).

Dem Satz voran geht nämlich dieser:

Herr, mögen all deine Feinde sterben wie Sisera!

Wer sich nicht an Sisera bzw. die glorreiche Art, wie er ums Leben kam, erinnern kann, sei hier Vers 21 aus dem vorhergehenden 4. Kapitel zitiert:

Erschöpft fiel er in einen tiefen Schlaf. Jaël nahm einen Zeltpflock und einen Hammer, schlich sich an Sisera heran und schlug den Pflock durch seine Schläfen in den Boden. So starb er.

Der Liedtext ist also in etwa so zu verstehen: 

Die Gott lieben werden sein wie die Sonne, 
die aufgeht, in ihrer Pracht. 
Und den andern schlägst du in den Kopf mit Wonne
einen Zeltpflock in der Nacht.


Samstag, 25. Oktober 2014

Israel bricht dem Herrn die Treue

Manchmal beeindruckt es mich, dass der islamische oder christliche Glaube über Hunderte von Jahren aufrecht erhalten werden konnte und heute noch Millionen Menschen überzeugt. Und das, obschon heute niemand auch nur den Hauch einer Chance hat, zu überprüfen, ob das, was in der Bibel steht, historischen Tatsachen entspricht.

Nimmt man die Bibel wörtlich, - und das tun Christen ja - hat das Volk Israel im Alten Testament Wunder um Wunder erlebt, Gott immer und immer wieder live erfahren und erlebt. Das wär' dann eine massiv eindrucksvollere Ladung Gott, als wir das 2000 Jahren nach allen biblischen Geschehnissen noch im Alltag real (nicht emotional) erleben können.

Ist es dann nicht erstaunlich, dass es gerade mal ein, zwei Generationen brauchte, ehe das Volk Israel im Kollektiv sich wieder von Gott verabschiedete und nichts mehr von ihm wissen wollte? Es wäre weniger erstaunlich, wären in dieser Zeit alle zu Atheisten geworden und hätten natürliche Erklärungen für die vermeintlichen Wunder, die ihre Vorfahren erlebt und sicherlich auch erzählt hatten, gefunden. Doch stattdessen sollen die Israeliten wieder anderen Götter nachgegangen sein.

Montag, 20. Oktober 2014

Alles eine Frage des Gehorsams?

Wenn man das Alte Testament liest, fällt einem auf, dass es mit dem Volk Israel ein ständiges Auf und Ab war. Und immer wird das durch den Schreiber damit in Zusammenhang gebracht, dass das Volk Gott gehorchte und das tat, was ihm gefiel, oder eben nicht. Schon bei Moses Zusammenstellung der Flüche und Segen wurde deutlich, dass sich das Volk Gottes Segen sozusagen verdienen konnte, indem es ihm gehorchte und Gott gefällige Dinge tat. Umgekehrt dauert es jeweils nicht lange und das Volk wird unterdrückt durch Feinde, verliert entscheidende Schlachten oder ähnliches.

Kein Wunder war (und ist es z.T. vielleicht heute noch) in den Augen vieler Christen klar, dass bei schweren Krankheiten irgendwelche Sünden im Spiel sein mussten. Einfach so lässt Gott ja wohl keines seiner Schäfchen krank werden. In den heutigen Wohlfühl-Kirchen ist das nicht mehr die gängige Einstellung. Viel zu oft würde man anecken, kann der Krebs doch auch die Frömmsten treffen (und tut es auch). Was allerdings kaum einen daran hindert, Gott die Ehre zu geben, wenn jemand ein hohes Alter einigermassen gesund erreicht hat.

Das erinnert mich an einen Spruch, den ich kürzlich gelesen habe:

Geht beim medizinischen Eingriff alles gut, ist es auf göttliche Unterstüzung zurück zu führen. Geht der Eingriff schief, war es medizinisches Versagen. 

"Gott hatte einen anderen Weg" ist allerdings auch noch eine beliebte Begründung von menschlichen Pechsträhnen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

...und es geht genau gleich weiter.

Als Josua gestorben war, fragten die Israeliten den Herrn: »Welcher Stamm soll als erster losziehen und die Kanaaniter angreifen?«

Ein toller Start ins Buch Richter. Das Bekriegen im Namen des Herrn geht weiter, nachdem schon das Buch Josua nicht viel anderes beinhaltete als Gemetzel. Und wieder wird deutlich, dass der Gott des Alten Testaments nicht das war, was das Neue Testament aus ihm machte. Yawhe war ganz klar ein israelitischer Gott, der dem Volk half, seine Feinde Nachbarn zu bekämpfen.

Kommt mit! Helft uns, die Kanaaniter aus dem Gebiet zu vertreiben, das uns zugeteilt wurde!

Freitag, 10. Oktober 2014

GEO EPOCHE: Das Heilige Land

Ich habe vor einiger Zeit geschrieben, dass ich mir ein paar ältere Ausgaben von GEO EPOCHE bestellt habe. Die Ausgabe 45 "Das Heilige Land - Das Zeitalter der Bibel von 1200 vor bis 200 nach Christus" kann ich wärmstens empfehlen. Jedenfalls denjenigen, die nicht schon breiteres Wissen über die geschichtlichen Hintergründe der biblischen Zeit haben.

Insbesondere lege ich das Magazin allen überzeugten Christen ans Herz. Wenn ihr auch nur einen Funken Interesse daran habt, über den vom Prediger definierten Tellerrand hinweg zu gucken und etwas fundierteres über euren Glauben und das Buch der Bücher zu erfahren, dann ist diese GEO EPOCHE-Ausgabe genau richtig.

In vielseitigen, nicht zu langen Aufsätzen werden diverse Themen beleuchtet. Nicht abschliessend, nicht bis ins Detail wissenschaftlich fundiert. Aber doch mit vielen nachlesbaren Zitaten und weiterführenden Literaturempfehlungen ausstaffiert, dass es nicht nur subjektive Thesen sind. Ein tolles Magazin. Mit sensationellen 3D-Rekonstruktionen des Tempels von Jerusalem. Schon eindrücklich, was man damals schon zu bauen im Stande war. Faszinierend.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Buch Josua: Blutiges Fazit

Gerade habe ich das Buch Josua fertig gelesen. Ein Buch zum Vergessen, wenn mich jemand fragt. Im Wesentlichen geht es in Josua darum, wie Gott die Versprechen, die er Mose und dem Volk bezüglich Landeinnahme gab, erfüllte. Das Volk Israel erobert das Gebiet, das der Herr angeblich vorsah. So weit, so gut.

Von einem so grossen Gott könnte man erwarten, dass er solches mit göttlicher Kraft tut, zum Beispiel indem er durch Dürren die derzeitigen Bewohner dazu bringt, das Feld zu räumen. Oder indem er durch irgendwelche zauberhaften Gründe alle in andere Regionen ziehen lässt. So was müsste doch möglich sein.

Aber nein, Schlacht um Schlacht, Krieg um Krieg, Gemetzel um Gemetzel, Völkermord um Völkermord kämpfen sich die Israeliten durch das Gebiet. Von Stadt zu Stadt ziehen sie in ihrem Blutrausch, legitimiert und gestärkt durch den Glauben, dass das alles gottgewollt ist. Nur wer davon ausgeht, dass es sich bei den bekämpften Völkern nicht gleichwertige Nachfahren von Adam und Eva handelt, kann in der Lage sein, eine Stadt nicht nur zu erobern und die Soldaten zu töten, sondern auch noch jeden Greisen, jede Frau und alle Kinder, ja oftmals sogar jegliches tierisches Leben auszulöschen. Mit dem Schwert. In akribischer Handarbeit.

Dieser Gott ist Mittel zum Zweck. Und damit keinen Deut besser als vergleichbare Märchenfiguren aus römischen, hellenistischen oder anderen Kulturen. Missbrauch der Naivität des Volkes durch einzelne charismatische Alpha-Typen war offenbar damals schon verbreitet.

Wäre ich ca. 3000 Jahre früher geboren und zufällig ein Bewohner von Jericho, Ai, Makkeda, Libna, oder einer von ganz vielen dutzend anderen Städten gewesen, das Wesen, aus dem später der christliche Gott wurde, hätte mich durch die Schwerter seines auserwählten Volkes abgeschlachtet.

Dieser Typ soll heute liebender Vater, guter Hirte und barmherziger Gott sein? Klar doch.

Dienstag, 30. September 2014

Seltsame Umstände, falsche Bestrafung

Bei der Eroberung von Jericho bzw. des Beutezugs und anschliessender Vernichtung gab es eine Regel: Niemand durfte etwas von der Beute für sich nehmen und sich persönlich bereichern. Natürlich gab es mindestens einen, der dagegen verstiess und von dem berichtet die Bibel. Und so etwas bleibt nicht ohne Strafe!

Bei einem eigentlich ungefährlichen Streifzug wird ein kleines Heer der Israeliten in die Flucht geschlagen, obschon sie eigentlich hätten siegen müssen. Josua tritt verzweifelt vor den Herrn, der ihm dann den Grund für das Versagen nennt: Einer hat sich an der Beute bereichert. Gott beauftragt Josua in der Folge, das Los zu verwenden, erst den Stamm, dann die Sippe und schliesslich die Familie des Schuldigen zu finden.

Kollektive Strafe
Im Militärdienst lernt man ziemlich schnell, dass es keine Individuen mehr gibt, sondern nur noch das Kollektiv: Die Gruppe, in der man eingeteilt ist. Einer für alle, Alle für einen. Baut einer Scheisse, müssen's alle ausbaden. Der Fehler eines Einzelnen kann im Ernstfall der ganzen Gruppe das Leben kosten. Man muss sich vorbehaltlos aufeinander verlassen können. 

Donnerstag, 25. September 2014

Die Legende von Jericho

Im Prinzip ist es einfach: Da niemand so recht weiss, von wem und wann Josua (das Buch) geschrieben wurde, kann man es auch schlecht in Relation zu den archäologischen Funden in und um Jericho setzen. Tatsache scheint, so sagen es die Archäologen, dass Jericho mehrmals zerstört und wieder ganz oder teilweise aufgebaut wurde. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind die Mauern auch mindestens einmal zerstört worden und die Stadt niedergebrannt. Durch was hingegen ist völlig unklar. Man vermutet ein Erdbeben als Ursache.

Doch im Prinzip ist es egal, was man alles findet und was nicht. Denn ein Einsturz der Mauern und das Niederbrennen der gesamten Stadt mögen sich mit der Schilderung im Buch Josua decken, ein Beweis für dessen Wahrheitsgehalt sind sie noch lange nicht. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Stadt beim Eintreffen des Volkes nur noch als Ruine da stand und man durch selbige animiert wurde, eine Legende zu bilden.

Es gibt zwar keine eindeutigen Beweise gegen die biblische Josa-erobert-Jericho-Geschichte gibt, aber die Indizien sprechen klar dagegen. Und nachdem es schon für viele andere biblischen Erzählungen keinerlei Beweise gibt bzw. eher widersprechende Erkenntnisse, tendiere ich dazu, dass auch in diesem Fall die Fantasie durchgebrannt ist und die Eroberung Jerichos allein mit Geschrei und Trompetenschall ein Märchen ist.

So oder so: Es ist äusserst ineffizient, eine Stadt mit viel Aufwand und Gemetzel zu erobern und sie dann dem Erdboden gleich zu machen, statt sie selber zu nutzen. Kann man überhaupt von einer Eroberung Jerichos sprechen, wenn nach der Schlacht nichts als Ruinen übrig bleiben? Ging es Gott nur darum, die Stadt zu vernichten und jegliches Leben auszuknipsen? Wird man so sesshaft, indem man alles vorhandene zerstört, um es dann mühselig in jahrelanger Arbeit anderswo neu aufzubauen?

Quelle: Wikipedia | Keine Posaunen vor Jericho

Samstag, 20. September 2014

Tschüss Moses. Hallo Josua.

Ein neues Buch: Josua. Moses ist tot. Was bin ich froh. Nicht, weil Moses tot ist, sondern weil die ersten fünf Bücher Moses irgendwie unendlich erschienen. Ich bin froh, dass in meinem Projekt, die Bibel nochmals von A bis Z zu lesen, mal endlich etwas Neues kommt (auch wenn's zu Beginn erst mal ähnlich weiter geht).

Endlich dürfen die Israeliten einziehen in das Land, das Gott ihren Vorfahren vor gut vierzig Jahren versprochen hatte. Endlich stehen sie kurz davor, sesshaft zu werden und eine Basis zu finden, eine Heimat. Doch zuerst müssen diejenigen vertrieben (und gerne auch gleich vernichtet) werden, die dummerweise zur Zeit hier wohnen.

Ihnen wird mit Gewalt und Brutalität das weggenommen, was sie besitzen, damit das auserwählte Gottesvolk sich niederlassen und in Frieden - ich betone den Frieden - leben kann. Frieden: Das, was die Israeliten versprochen bekommen, selber aber nicht mitbringen.

›Der Herr, euer Gott, will euch dieses Land östlich des Jordan geben, damit ihr hier in Frieden leben könnt.‹
Josua 1, 14


Aber natürlich kann Gott auch nichts dafür, dass ausgerechnet da, wo er SEIN Volk haben will, schon andere Völker leben. Andere Völker, die aus Menschen bestehen, die letztlich von Adam abstammen und damit Gottes Geschöpfe sind.

Dumm für die bisherigen Bewohner, dass Gott SEIN Volk ein bisschen mehr liebt als die übrigen Menschen, die er geschaffen hat. Take it easy.

Mittwoch, 17. September 2014

Alles Israel, oder was?

Zu der Zeit, als sich laut Bibel das Volk Israel im verheissenen Land nieder liess und sesshaft wurde, gab es ja noch andere Völker auf dem gleichen und anderen Kontinenten. Man weiss zwar nicht, wie viele Menschen zu der Zeit den Planeten bevölkerten, aber da allein das Volk Israel gemäss Bibelstellen über eine Million Menschen umfasste, mussten es etliche Dutzend oder gar hunderte Millionen Menschen weltweit sein.

Diese Abermillionen von Menschen hatten natürlich keine Gelegenheit, den einzigen wahren monotheistischen Gott, den Israel hatte, kennen zu lernen. Es sei denn, sie reisten gerade in diese Gegend. Viel mehr kann man vermuten, dass sie ihre eigenen Götter hatten, wie es damals Standard war. Von verschiedenen Kulturen wie den Griechen oder Römern wissen wir das heute sogar sehr detailliert, aber auch von anderen Völkern ist viel über deren Götterkult bekannt.

Angenommen, der Gott der Israeliten wäre tatsächlich etwas besonderes. Nehmen wir an, er wäre tatsächlich mehr als die vielen hundert anderen Götter. Gehen wir mal davon aus, er wäre tatsächlich real (im Gegensatz zu den anderen vielen hundert Götter, an die ja auch die Christen nicht glauben).

Montag, 15. September 2014

Die schlimmsten Strafen. Doch etwas fehlt.

Segen und Fluch - zwei Begriffe, die eng zusammen gehören, obschon sie so komplett anders sind wie schwarz und weiss. Die Bibel erzählt in zum Teil blumigen Formulierungen, was das Volk Israel alles erwarten darf, wenn es sich an die Gebote Gottes hält. Dreizehn Verse lang werden die tollsten Dinge versprochen.

Doch wehe... Wer sich allerdings nicht an die Gebote Gottes hält, dem geht's gehörig an den Kragen. In viermal mehr Versen (56!) schildert Gott, welche Übel man als Israelit zu erwarten hat, wenn man gegen die Gebote verstösst. Üble Dinge werden da genannt, auf die ich nicht einmal kommen würde.

Es fängt damit an, dass das Wetter nicht mehr mitspielt, die Ernte ausfällt. Dann werden fremde Völker kommen, alles klauen, die Kinder versklaven und selbst Greise töten. Der Autor - laut Bibel sind das Gottes Worte - schreibt dann unter anderem von Hungersnöten, die so krass sind, dass Väter ihre eigenen Kinder und Mütter ihre Fehlgeburten essen.

Donnerstag, 11. September 2014

Brutaler Gott? Nein, danke. Oder doch?

Im Zusammenhang mit den Gräueltaten extremistischer Moslems in Syrien und Irak hört man aus christlichen Kreisen wieder mal vermehrt den Ausdruck "Christenverfolgung". Wie egoistisch ist das denn? Tatsächlich werden von den Terror-Truppen der IS nämlich nicht einfach Christen verfolgt, sondern schlicht jedermann, der auch nur ein Jota vom fundamentalistischen Islam abweicht. Kaum jemand hat die letzte Zeit so viele Moslems umgebracht, wie die Extrem-Moslems der IS.

Auf Facebook habe ich einen Kommentar eines bemitleidenswerten Christen gesehen. Ein Christ, der die Bibel, die die Grundlage seines Glaubens darstellt, nicht wirklich zu kennen scheint.
"Es ist so traurig, dass Menschen an einen Gott glauben können, der es gut heisst, wehrlose Menschen zu töten, weil sie nicht an diesen Gott glauben. An einen solchen Gott könnte ich nicht glauben."
Lieber Kommentator: Such' dir eine andere Religion, denn du glaubst bereits an einen solchen Gott! Mach' deine Hausaufgaben, lies die Bibel! Das kann von Religion heilen. Wenn dir das zu anstrengend ist, lies' einfach diesen Blog. Oder einfach den letzten Beitrag.

Mittwoch, 10. September 2014

Amalekiter: Ein kleiner Genozid am Rande

Fast habe ich ihn überlesen, den kaum erwähnten Völkermord, den Gott den Israeliten befiehlt.

Sobald der Herr dafür gesorgt hat, dass ihr nicht mehr ringsum von Feinden bedroht seid, sollt ihr jede Spur von den Amalekitern auslöschen!
5. Mose 25, 19b

Nach den Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiten, deren komplette Eliminierung der Herrgott schon im 2. Mose-Buch versprach, kommt nun also das siebte Volk auf die Liste der per Gottesbefehl ausgerotteten Völkern.

Lassen wir das einfach mal so stehen.

Sonntag, 7. September 2014

Intimer Griff - Hand abgehackt

Wenn zwei Männer sich schlagen und die Frau des Unterlegenen kommt ihrem Mann zu Hilfe und greift dem anderen an die Geschlechtsteile, soll man ihr ohne Mitleid die Hand abhauen.
5. Mose 25, 11-12

Dieses Gesetz bezeichne ich so lange als total bescheuert und lächerlich, bis mir jemand auch nur ansatzweise erklärt, was das soll, wofür es gut sein soll, woher es kommt, es es in Gottes heiligem Wort verloren hat.

Lächerlich.

Gaga-Verse par excellence.

Samstag, 6. September 2014

Geschieden ist geschieden

Allein unsere Milchstrasse hat schätzungsweise zwischen 100 und 300 Milliarden (!) Sterne. Es mutet schon sehr seltsam an, wenn man davon ausgeht, dass der Gott, der das alles geschaffen hat, sich allen Ernstes darum kümmert, wer hier unten mit wem poppt.

Akzeptiert man die Bibel jedoch als Wort Gottes, tut er genau dies. Allerdings im Fall von 5. Mose 24 nicht ganz überzeugend. Die Stelle, die ich gleich zitiere, weckt nämlich den Eindruck, dass der Schreiber sich das nicht ganz zu Ende gedacht hat. Es geht dabei darum, dass jemand, der sich von seiner Frau geschieden hat, diese später nicht mehr heiraten darf, wenn sie zwischenzeitlich einen anderen Mann hatte. Egal, ob dieser zwischenzeitliche Partner verstarb oder die Frau ebenfalls in die Wüste schickte.

Mittwoch, 3. September 2014

Gebet: Hauptsache, mir hilft's

Egal, ob Hungersnot, Naturkatastrophen oder Kriege: Die Christen beschäftigen sich gerne mit Gebet. Im Gebet ist man ja schliesslich mit Gott und indirekt dadurch auch mit anderen Gläubigen verbunden. Das Bittgebet von vielen wird Gott wohl erhören und den Leidtragenden Trost spenden, Hilfe schicken oder sie aus dem Elend befreien.

Tatsächlich aber spricht nichts dafür, dass "da oben" oder wo auch immer jemand tatsächlich Gebete hört, geschweige denn erhört. Ohnehin müsste es ein sehr launischer Gott sein, der die Gebetserhörungen so streut, dass man sie als Zufall wahrnehmen kann. Meine Meinung zum Thema Gebet kann man (nicht abschliessend) unter dem Stichwort Gebet in diesem Blog lesen.

Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass ein Gebet etwas bewirken kann, allerdings nur am Betenden selbst. Indem ich das formuliere, was mich beschäftigt, fällt eine Art Last von mir. Psychologen haben sicherlich ein Fachwort dafür. Auf jeden Fall kann somit ein Gebet durchaus ego-therapeutische Wirkung erzielen.

Wenn also die Kirche Prisma (was immer das ist) zum Gebet für verfolgte Christen aufruft, dann bewirkt sie damit tatsächlich etwas. Nämlich das, dass sich die Menschen, die sich da zum Beten versammeln, danach ein bisschen besser fühlen, weil sie eine Art Last abladen konnten und gleichzeitig noch der Überzeugung sind, tatsächlich etwas für die verfolgten Christen getan zu haben.

Eine rein egoistische Angelegenheit ist das also im Endeffekt.

Samstag, 30. August 2014

Der Fluch, der keiner war

Für die Christen ist die Bibel Gottes Wort. Sie ist damit unfehlbar, wie mir immer wieder gesagt wurde. Muss sie in den Augen der Christen ja auch sein, wenn sie Gottes Wort sein soll. Über die Jahrhunderte wurde sie immer und immer wieder abgeschrieben, häufig von einer Kopie der Kopie einer Kopie. Oder so ähnlich. Dass sich dabei mal ein Übersetzungs- oder Schreibfehler eingeschlichen hätte, wird von den meisten strenggläubigen Christen ausgeschlossen. Dafür hat Gott gesorgt.

Immer wieder tauchen jedoch Stellen auf, in jeder Hinsicht auf menschliche statt göttliche Urheberschaft deuten. Oder Ungereimtheiten, wie z.B. die Sache mit Bileam.

In 5. Mose 23 bestimmt Gott via Schreiber, wer sich dem Heiligtum nähern darf bzw. wer nicht. Dabei werden unter anderem alle Nachfahren der Ammoniter und Moabiter ausgeschlossen, auch wenn sie seit zehn oder mehr Generationen im Land wohnen, wie es ausdrücklich heisst. Als einer der Gründe dafür wird angegeben, dass Sie Bileam Geld gaben, um das Volk Israel zu verfluchen. Dann erwähnt der Schreiber:

Montag, 25. August 2014

Was tun bei Vergewaltigungen?

Wie Israel bei Vergewaltigung vorzugehen hat, steht ihn 5. Mose 22, 22-29. Ich habe mal irgendwo eine grafische Darstellung dieser Verse gesehen, die entsprechende Seite aber nicht mehr finden können. Deshalb habe ich kurzerhand eine eigene erstellt.  Bitte klick das untenstehende Bild an, um es in voller Auflösung zu betrachten.




Mittwoch, 20. August 2014

Der Blutfleck-Beweis

Dass ein Bräutigam eine jungfräuliche Braut erhält, war (und ist teilweise noch heute) Ehrensache. Und Ehrensache war eine Familienangelegenheit, für die primär die männlichen Familienglieder zuständig waren. Vater und Bruder sahen es demnach als persönlichen Angriff, wenn behauptet wurde, dass ihre Tochter bzw. Schwester bei der Verheiratung nicht mehr Jungfrau war.

Von daher kommt die Regelung aus 5. Mose 22, dass der Bettlaken der Hochzeitsnacht bei Bedarf als Beweismittel herhalten musste. War darauf ein Blutfleck, konnte man davon ausgehen, dass die Braut in der Hochzeitsnacht entjungfert wurde. Fehlte der Blutfleck, war das für das Gegenteil der Beweis.

Um nicht Gefahr zu laufen, irgendwann vom Bräutigam in der Ehre verletzt zu werden, war man also im jungen Volk Israel fast gezwungen, den Bettlaken von der Hochzeitsnacht über längere Zeit aufzubewahren. Denn:

Freitag, 15. August 2014

Steinige den ungehorsamen Sohn

Söhne, die ihren Eltern nicht gehorchen, sollen gesteinigt werden. 

So steht es in 5. Mose 21, 18-21

Die Steinigung ist wohl eine der grausamsten Arten, die Todesstrafe zu vollstrecken. Wie viele Kinder haben wohl wegen dieses Verses voller Panik, mit Tränen in den Augen, verzweifelt und hilflos darauf gewartet, bis der erste Schlag kommt, der erste Stein sie am Kopf trifft, Schmerzen verursacht. Wie viele wehrlose junge Menschen, die eigentlich ein ganzes Leben vor sich hätten, mussten auf diese Weise schreiend und weinend von dieser Welt gehen?

Wie kann man hinter dem Herausgeber eines solchen Gesetzes einen gütigen, barmherzigen, liebenden Vater im Himmel sehen?

Er hat Milliarden von Universen geschaffen, regt sich aber dermassen über einen kleinen Bengel auf, dass er ihn auf widerlichste Art ermorden lässt? Wunderbar sind die Wege des Herrn...

Aktuell erschüttern Bilder, Videos und Berichte von den mordlüsternen, grausamen IS-Banden, die in Syrien und im Irak alles hinrichten, was auch nur entfernt anders denkt. Widerlich. Aber die Christen sollten nicht zu laut dagegen protestieren. Würden die Christen nämlich ähnlich streng nach ihrem Glaubens-Buch, der Bibel, leben, würde das in vielen Punkten gar nicht so anders ausfallen als bei sharia-treuen Islamisten. Gesetze wie dieses oder jenes betreffend den Sabbat zeigen das deutlich.

Sonntag, 10. August 2014

Schnapp dir die schöne Gefangene

Wenn ihr Krieg führt [...] kann es geschehen, dass ihr Gefangene macht. Vielleicht sieht jemand von euch unter ihnen eine schöne Frau, die ihm so gut gefällt, dass er sie heiraten will. Er darf sie mit nach Hause nehmen. [...] Gefällt sie ihm irgendwann nicht mehr, dann muss er sie gehen lassen [...].
gekürzt aus 5. Mose 21, 10-14


Verse wie dieser tauchen nie in Predigten auf. Darin zeigt sich ein Gott, der die Frau als Ware sieht, die dem Manne nach Belieben zur Verfügung steht und selber kaum Rechte hat.

Bestimmt findet sich kein einziger Christ, der die Meinung vertritt, diese Verse würden heute unverändert Gültigkeit haben. Umso mehr stellt sich die Frage, ob Gott seither die Meinung geändert hat oder nach wie vor den Mann als wertvoller sieht. Geht man davon aus, dass Gott der Selbe ist seit aller Ewigkeit und bis in alle Ewigkeit, bekommt man Argumentationsschwierigkeiten.

Einmal mehr: Geht man davon aus, dass die Bibel lediglich ein Sammelsurium von Legenden und altertümlichen Verhaltensrichtlinien ohne göttlichen Einfluss ist, können wir solche Texte einordnen, verstehen und auch akzeptieren. Wenn sie  aber von einem übernatürlichen Wesen kommen, tauchen lauter Fragezeichen auf.

Gott liebt alle Menschen gleich, aber die Männer noch etwas gleicher.

Dienstag, 5. August 2014

Seltsamer Gerechtigkeitssinn Gottes

In 5. Mose 21 beschreibt angeblich Gott, wie das mittlerweile sesshafte Volk Israel zu verfahren hat, wenn ein Mordopfer gefunden wird und unklar ist, wer der Mörder ist. Das geht so:

Die Führer der dem Fundort am nächsten gelegenen Stadt müssen als erstes eine Kuh holen. Aber nicht irgendeine Kuh, es muss aber eine junge Kuh sein, die noch nie zur Arbeit eingesetzt wurde. Warum, weiss niemand. Mit der gehen sie an einen Bach. Aber nicht an irgendeinen Bach, es muss einer sein, der ganzjährig Wasser führt, an dem aber keine bebauten Felder liegen. Warum, weiss niemand. Nun wird der armen Kuh das Genick gebrochen. Warum, weiss niemand. Nun waschen sich die Führer vor den mittlerweile herbei geeilten Leviten die Hände über der Kuh (warum, weiss niemand) und erklären, dass sie den Toten weder umgebracht haben noch den Mörder kennen.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Schuldenerlass

Könnte sich bitte mal ein Ökonom Gedanken darüber machen, wie unsere Wirtschaft aussähe, wenn wir das befolgen würden?

Am Ende jedes siebten Jahres sollt ihr einander eure Schulden erlassen.
5. Mose 15, 1


Das ist tatsächlich so gemeint, wie's da kurz und bündig steht. Ich leihe jemandem 100 Ziegen. Und im siebten Jahr erlasse ich ihm die Schuld. Was er mir bis dahin nicht zurück bezahlt hat, hat er eben nicht zurück bezahlt. Schwamm drüber.

Ich mach' dann mal eine neue Festhypothek auf sieben Jahre...

Freitag, 25. Juli 2014

Die Tiere sind mit schuldig

Wir sind eigentlich nach wie vor ganz am Anfang der Bibel, im 5. Buch Moses. Und doch wissen wir schon ziemlich viel über Gottes Eigenschaften. Es sind allesamt andere als die, die Kirchen heute predigen. Aber damit müssen wir wohl leben.

Etwas, das der liebe Gott überhaupt nicht ertragen kann, ist Götzendienst. Da unterscheidet er sich in keiner Weise von den altertümlichen Königen, die jeden hinrichten liessen, die nicht loyal genug erschienen.

Dass es sauer macht, wenn jemand andere Götter anbetet, ist verständlich. Immerhin hat ja nur der jüdische Gott sich so viel Mühe gegeben und extra ein Volk auserwählt. Ich finde zwar, er sollte das nicht zu eng sehen, aber es ist schon verständlich.

Dass diejenigen sterben müssen, die fremde Götter anbeten, find' ich dann doch schon etwas kleinlich. Wenn sie dem falschen Gott hinterherlaufen, sollen sie doch. Ist ja ihre Zeit, die verloren geht; ihr Leben, das keine Erfüllung findet. Aber ok, er will, dass die sterben.

13-14Es kann auch geschehen, dass gewissenlose Menschen aus eurem Volk eine ganze Stadt, die der Herr euch gibt, zum Götzendienst verführen. Wenn ihr davon hört, 15sollt ihr genau nachforschen, Zeugen befragen und der Sache auf den Grund gehen. Beruht das Gerücht auf Tatsachen, und stellt sich heraus, dass wirklich etwas so Abscheuliches in eurem Land geschehen ist, 16dann tötet alle Einwohner dieser Stadt mit dem Schwert. Ihr müsst Gottes Strafe an ihnen und an allem, was es in der Stadt gibt, vollstrecken.
5. Mose 13, 13-16


Ich bin der 80/20-Typ, falls dir das was sagt. Ich bin der Meinung, dass man mit 20% Aufwand rund 80% der Arbeit erledigt hat und für den Rest ungemein viel mehr Aufwand betreiben muss. Das ist vielleicht der Grund, weshalb es mir nicht einleuchtet, dass in einer Stadt, in der soeben alle Menschen getötet wurden, weil sie andere Götter anbeteten, nun auch noch alle Tiere sterben müssen.

Die Eliminierung aller Menschen war schon dicke Post. Die Gefahr, die jetzt noch von allfälligen überlebenden Eseln, Schafen und Rindern ausgehen könnte, will mir aber einfach nicht in den Kopf.

Tötet auch die Tiere! Vers 17b

Sonntag, 20. Juli 2014

Gewalt gegen andere Völker: Ein Erklärungsversuch

1Hört, ihr Israeliten! Ihr werdet jetzt den Jordan überqueren und das Land auf der anderen Seite in Besitz nehmen. Ihr werdet Völker von dort vertreiben, die größer und mächtiger sind als ihr. Sie wohnen in gewaltigen Festungen mit himmelhohen Mauern. 2Unter ihnen ist auch ein mächtiges Volk von hoch gewachsenen Menschen, die Anakiter. Ihr wisst, dass man sagt: »Anakiter sind unbesiegbar!« 3Aber ihr werdet sehen, dass der Herr, euer Gott, vor euch herzieht und wie ein Feuer alles zerstört. Er besiegt diese Völker und gibt sie in eure Gewalt. Mit seiner Hilfe könnt ihr sie schnell vertreiben und vernichten. So hat er es euch versprochen. 
5. Mose 9, 1-3

Den in der Bibel geschilderten Eroberungsfeldzug des Volkes Israel stelle ich mal grundsätzlich in Frage, weil die Archäologie, im Gegensatz zu anderen in dieser Zeit stattgefundenen Ereignissen, herzlich wenige bis gar keine Belege dafür gefunden hat. Und es ist äusserst unwahrscheinlich, dass ein Auszug eines Millionenvolkes aus der Sklaverei in Ägypten oder die Vernichtung des ägyptischen Heeres in den Fluten des Meeres (oder so einiges anderes) in der ansonsten verhältnismässig gut dokumentierten Ära der Ägypter übersehen wurde.

Dienstag, 15. Juli 2014

Das ist natürlich kein Widerspruch, oder?

Alle Völker, die der Herr in eure Gewalt gibt, sollt ihr auslöschen! Habt kein Mitleid mit ihnen!
5. Mose 7, 16

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
3. Mose 19, 18


Wetten, dass es weitere Beispiele dieser Art gibt? Ganz viele. Man findet sie relativ einfach. Man muss nur die Bibel lesen. Die Bibel, nicht einzelne Verse daraus, die zufällig gerade auf einem Andachtskalender standen.

Freitag, 11. Juli 2014

Gebet ad absurdum

Einige posten derzeit im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Finalspiel in Brasilien dieses Bild und kommentieren dazu, wer wohl den besseren Draht nach oben hätte. Irgendwo habe ich auch die Bildlegende gelesen: Beni ist eingeschlafen und Franz hat Zahnweh.

In meinen Augen ist das Bild, das natürlich nicht unbedingt die wahren Gedanken der beiden Päpste wiedergibt, aber ein tolles Sinnbild dafür, dass Gebete nichts bewirken. Oder was sollte ein Gott, wenn es einen gäbe, tun, wenn zwei für das jeweilige Gegenteil beten? 

Der Wunsch von einem der beiden wird in Erfüllung gehen. Aber nicht, weil Gott ihn erhört (auch wenn in der Praxis dann jeweils genau das behauptet wird), sondern weil die entsprechende Mannschaft mindestens ein Tor mehr schiesst. Der andere würde im echten Leben vermutlich sagen, dass es halt nicht Gottes Wille war, dass sein Gebet in Erfüllung ging. Auch das ist falsch. Die Mannschaft hat einfach schlechter gespielt oder Pech gehabt. 

Es wäre so einfach. Ganz ohne Magie und Übernatürliches. 

Donnerstag, 10. Juli 2014

Glaube hilft nicht

No amount of belief 
makes something a fact.
James Randi

Montag, 7. Juli 2014

Ich wähle Jesus


"Ich wähle Jesus" steht auf dem T-shirt, das der Kleine anziehen soll.

"Ich will das nicht anziehen, Mama" versucht sich der Kleine zu wehren.


"Du hast keine andere Wahl" antwortet die Mutter.

Dieser Cartoon zeigt etwas überspitzt, aber sehr deutlich, warum Religionen kaum je aussterben. Sie werden als Tradition und Kultur getarnt von Generation zu Generation übermittelt.

Freunde haben mir mal gesagt, sie würden ihre Kinder nicht manipulieren und ihnen die freie Wahl lassen, sich später mal für oder gegen Gott zu entscheiden. Tatsächlich nehmen sie die Kinder aber wöchentlich zum Gottesdienst mit, lassen sie am Freitag in die biblisch orientierte Jugendgruppe, singen zu Weihnachten nur Kirchenlieder und erzählen ihnen biblische Geschichten. Und als ob das nicht genug wäre, kaufen sie ihnen auch ausschliesslich Hörspiele mit christlichen Inhalten. Nein, nein, absolut keine Manipulation.

Die Kinder fühlen sich vielleicht nie gedrängt, sie haben aber letztlich kaum eine andere Wahl, als das, was die Kirche erzählt, als wahr zu betrachten. Sie werden kaum mehr je davon weg kommen, sich vor der Strafe für Sünder zu fürchten. Sie werden im dümmsten Fall lebenslänglich unsicher sein, ob nicht doch ein unsichtbares Wesen alles sieht und alles hört und alles weiss.


Samstag, 5. Juli 2014

Lächerliche Gebote

Das fünfte Buch Mose heisst auch Deuteronium Deuterononium und ist so was wie eine Wiederholung der wesentlichen Punkte aus der bisherigen Erzählung. Doppelt gemoppelt, sozusagen. Vielleicht steckt auch ein tieferer Sinn dahinter, keine Ahnung. Da kümmere ich mich später mal drum.

Nach den doch zahlreichen kriegerischen Geschichten, die das Volk Israel unter dem Schutz des höchsten Gottes erleben durfte, bei denen unzählige Männer, Frauen und auch Kinder abgeschlachtet wurden, weil sie dummerweise im von Gott für Israel vorgesehenen Land lebten, ist das folgende Gebot Gottes geradezu lächerlich.

Du sollst nicht die Frau eines anderen Mannes begehren! Begehre auch nichts von dem, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch sein Feld, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder, Esel oder irgendetwas anderes, was ihm gehört.«
5. Mose 5, 21

Es muss für das Volk Israel, und damit für den biblischen Gott, der das jeweils ausdrücklich rechtfertigt oder gar verlangt, eine Art Zwei-Klassen-Gerechtigkeit geben. Du sollst nicht töten, ausser jemand verteidigt sein Land, das du ihm wegnehmen willst. Du sollst nichts deines Nächstens begehren, es sei denn, es geht um seine Existenzgrundlage, die du gerne übernehmen würdest. Weil es Gott so will. Der Gott, den immer nur Moses hört und niemand ausser Moses je gesehen hat.

Wie geht es eigentlich Carl Snider in der Klapsmühle?

Montag, 30. Juni 2014

Zum Mörder wird man schnell

Ein weiterer Punkt, der zeigt, wie wenig durchdacht das damalige Rechtssystem, das Gott einsetzte, war. Wie einfach es ausgehebelt und unfair missbraucht werden konnte.

30Ein Mörder muss zum Tod verurteilt werden, wenn mindestens zwei Zeugen gegen ihn aussagen. Eine einzelne Zeugenaussage reicht dazu nicht aus.
4. Mose 35, 30


Im Zentrum steht natürlich mal die Tatsache, dass Gott laut Bibel in jedem Fall die Todesstrafe für Mörder fordert. Insofern müssten sich fundamentalistische Christen auch nicht daran stören, wenn die USA das nach wie vor so handhabt.

Dass lediglich zwei Zeugen reichen, um einen Mörder mit dem Tod zu bestrafen, find' ich hingegen definitiv äusserst bedenklich. Kein Wort davon, dass eine Schuld auch irgendwie wenigstens ansatzweise bewiesen werden musste oder allfällige Alibis miteinbezogen werden.

Was hier steht, heisst nichts anderes als: Wenn du mindestens einen findest, der deine Anschuldigung gegen jemanden bestätigt, reicht das, um ein Menschenleben auszuknipsen.

Ich bezweifle zwar, dass das damals dann auch wirklich so simpel angewandt wurde, aber da stehen tut es genau so. Ein störender Rivale könnte so mit wenig Aufwand aus dem Weg geräumt werden. Wenn's nur zwei Zeugen braucht, wird man schnell zum Mörder.

Immerhin: Eine einzelne Zeugenaussage reicht nicht aus. Wie beruhigend.


Mittwoch, 25. Juni 2014

Blutrache ist Befehl von oben

16-18Wer einen anderen aber vorsätzlich mit einem Gegenstand aus Metall, Stein oder Holz erschlägt, ist ein Mörder und muss sterben. 19Der nächste Verwandte des Ermordeten soll ihn töten, sobald er ihn findet.
4. Mose 25, 16 - 19


Klar, machen wir. Und entscheiden, ob's Vorsatz war und nicht ein Unfall oder gar Notwehr, tun wir auch gleich aus dem Bauch heraus. Ziemlich spontan. Kommt schon gut. Oder wir fragen das Los, wie Moses bzw. die Priester es mussten.

Mann, was bin ich froh, dass sich unsere Gesellschaft von den biblischen Regelungen entfernt hat und heute ein unendlich viel schlaueres Justizsystem hat als die Israeliten zu Moses Zeiten. Nicht, dass unseres unfehlbar wäre, aber summa summarum doch einiges fairer und einer weit entwickelten Spezies entsprechend.

Freitag, 20. Juni 2014

Schlachtbefehl: alle Männer, Frauen und Buben

Das 31. Kapitel im 4. Mose zeugt mal wieder (einmal mehr) von der blutrünstigen Seite Gottes. Aber nicht nur das. Es zeigt noch eine Seite, die nach gesundem Menschenverstand vollkommen unfair ist. Und eine weitere, die deutlich macht, wie viel weniger Wert die Frau ist.

Gottes auserwähltes Volk hat gerade gegen die Midianiter Krieg geführt und, so sagt es die Bibel, alle Männer, die fünf Könige sowie den Propheten Bileam getötet. Der Mord an letzterem ist übrigens ein deutliches Zeichen dafür, dass der nicht der war, wie ihn die Bibel ein paar Kapitel früher geschildert hat. Aber das lassen wir mal ausser acht.

Das Volk kommt mit der Beute und den gefangenen Frauen und Kindern zurück. Und worüber beschwert sich Moses? Dass man die Frauen am Leben gelassen hat. Das solle man sofort korrigieren und nicht nur das, auch alle männlichen Kinder soll man doch bitte eliminieren. Nur die unberührten Mädchen sollen die Israeliten für sich behalten.

Von den unberührten Mädchen hatte es laut Bibel 32'000. Man muss annehmen, dass die Frauen und männlichen Kinder insgesamt in mindestens ähnlicher Anzahl vorhanden waren. Die wurden dann also nieder gemetzelt. Auf ausdrücklichen Wunsch Moses, der ja Sprachrohr Gottes ist.

Die 32'000 Jungfrauen, die vermutlich gerade erleben mussten, wie ihre Väter und kurz darauf Mütter und Brüder geschlachtet wurden, wurden dann verteilt unter dem Volk und zu einem gewissen Prozentsatz an die Priester.

Während Gott anderswo noch ernsthaft darüber nachdenkt, ob er sein Volk nun hart bestrafen soll, weil es sich mit Frauen anderer Völker paarte, hat er offenbar nichts dagegen, wenn man sich eine erbeutete Jungfrau als Harem-Erweiterung hielt.

Sonntag, 15. Juni 2014

Gott ist Fleischfresser

»Achtet darauf, dass ihr mir meine Opfer zur richtigen Zeit darbringt. Sie sind meine Speise und erfreuen mich.
4. Mose 28, 2


Das Bringen von Opfer durch Verbrennung war in der damaligen Zeit weit verbreitet und taucht in fast allen alten Religionen auf. Ich vermute, dass das damals so verbreitet war, dass Mose gar nichts anderes übrig blieb, als diesen Brauch zu übernehmen.

Wenn man sich aber mal vor Augen führt, wie viel Nutztiere und letztlich auch Essen durch diese Opfer drauf ging, wird einem schwindelig.

Sonntag bis Freitag:
2 fehlerlose, einjährige Lämmer
3 kg Mehl
2 Liter bestes Olivenöl
2 Liter Wein

Samstags: 
4 fehlerlose, einjährige Lämmer
6 kg Mehl
4 Liter Wein

Anfangs Monat zusätzlich zum Tagesopfer: 
2 junge Stiere
1 Schafbock
7 fehlerlose, einjährige Lämmer
21 kg Mehl, mit Öl vermischt
12,5 Liter Wein
1 Ziegenbock (als Sündopfer)

Aufs Jahr gerechnet ergeben das beachtliche Menge an Lebensmittel, die für Gott verbrannt (!) werden.

916 Lämmer
24 Stiere
12 Schafböcke
12 Ziegenböcke
1,500 kg Mehl
628 Liter Olivenöl
986 Liter Wein

Und die Opfer anlässlich besonderer Feste wie dem Passa- oder Erntefest sind da noch nicht einmal eingerechnet.

Hauptsache, er hat seine Freude daran.

Dienstag, 10. Juni 2014

Soll ich oder soll ich nicht... mein Volk auslöschen?

Zum wiederholten Male: Das Volk fällt von Gott ab, Gott kriegt in seiner barmherzigen und gütigen Liebe seinem auserwählten Volk gegenüber einen Tobsuchtanfall und beschliesst, mal eben das ganze Volk auszurotten. Ist ja nicht das erste Mal. Ich bin ja inzwischen echt froh, dass diese ganzen Geschichte erfunden und nicht wahr sind. Einem Gott mit so wenig Selbstbeherrschung wäre man glattwegs geneigt, den Stinkefinger zu zeigen.

Das fanden ein paar Hundert Jahre später wohl auch die ersten Christen (Ex-Juden), denn man war ab dem Jahre 0 ja richtiggehend bemüht, das Image von Gott aufzupolieren. Das war auch dringend nötig und längst überfällig. Wer will schon einen Gott, der erst die Menschen baut, um sie später allesamt in einer Flut zu ersäufen, bis auf eine (1!) einzige Familie, die nicht gottlos war. Später auserwählt er ein Volk und allein bis hierhin (4. Mose 25) hat er bestimmt schon dreimal vorgehabt, es wieder auszuradieren.

»Nimm die führenden Männer des Volkes gefangen, und häng sie am helllichten Tag auf! Sonst wird mein glühender Zorn das ganze Volk treffen.«
4. Mose 25, 4

Und Mose befiehlt den Richtern (die mussten damals nicht nur verurteilen, sondern auch selber Hand anlegen):

»Tötet jeden von euren Leuten, der Baal-Peor als seinen Gott verehrt hat!«
4. Mose 25, 5


Und Pinhas, einer aus der Priesterfamilie, greift zur Lanze und durchstösst damit ein Liebespaar durch den Unterleib. Gottes Kommentar dazu: 

»Pinhas, der Sohn Eleasars und Enkel des Priesters Aaron, hat die Israeliten vor meiner Strafe gerettet. Er hat sich mit aller Kraft für mich eingesetzt und so verhindert, dass ich die Israeliten in meinem Zorn vernichte.
4. Mose 25, 11


Wer nicht glaubt, dass sich das göttliche Lob auf den priesterlichen Mord bezieht, soll selber nachlesen. 

Manchmal ist der echt cool drauf, dieser neue Gott der Israeliten.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Bileam und der arme Esel

Der Seher Bileam (4. Mose 22) ist offenbar der einzige biblische Prophet, der auch ausserhalb der Bibel Erwähnung findet. Der einzige! Und prompt decken sich die Erzählungen, die die Bibel liefert nicht mit dem überein, was durch archäologische Funde belegt ist. Dem gefundenen historischen Text nach war Bileam zwar so etwas wie ein Wahrsager, was sich früher vielleicht weitgehend mit dem Berufsbild Prophet deckte. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass er aus jüdischer Sicht ein Heide war, der andere Götter verehrte und den relativ neuen jüdischen monotheistischen Gott vermutlich noch gar nicht kannte (siehe obigen Link).

So vermute ich mal, dass der grosse Bekanntheitsgrad von Bileam dazu verführte, ihn auch noch pro-jüdisch in die Geschichte einzubauen. Und weil man Herrn Bileam nicht zu grossartig zeigen wollte, schrieb man noch den Teil mit der störrischen Eselin, der ein Gesandter Gottes mit Schwert bewaffnet den Weg versperrt haben soll.

Natürlich hat sich mir beim Lesen auch die Frage gestellt, weshalb Gott ihm im Traum sagt, er solle zu Balak reisen und dann trotzdem wütend einen Engel den Weg versperren lässt. Klar, man kann die Meinung vertreten, Bileam hätte nach der ersten göttlichen Erscheinung wissen sollen, dass er nicht zu Balak reisen und das Volk Israel nicht verfluchen sollte. Allerdings gibt es ja auch genügend Geschichten im Alten Testament, in denen Gott seine Meinung z.T. drastisch geändert hat. Ganz so eindeutig kann das also nicht immer sein.

Da Bileam aber sehr wahrscheinlich den jüdischen Gott noch gar nicht kennen konnte und daher die Geschichte weitgehend auf Fantasie beruhen dürfte, spielt das keine weitere Rolle.

Mir tut einfach der Esel leid. Armer Kerl.

Dienstag, 3. Juni 2014

Dümmer geht's nimmer. Oder?

Selten eine Facebook-Seite gesehen mit so viel Schwachsinn wie diese.

Die Dame sammelt offenbar lauter schockierende, berührende, bescheuerte, seltsame, traurige Bilder, versieht sie mit einem dämlichen Spruch und bittet die Gleichgesinnten YES oder AMEN zu schreiben.

Ich würd' ja am liebsten jeden einzelnen Eintrag kommentieren. Aber das ist mir dann irgendwie zu doof. Zeit und Aufmerksamkeit will ich solchen Religioten nicht übermässig schenken.

Freitag, 30. Mai 2014

Zaubertrank aus Gottes Küche

Man nehme eine Kuh. Rotbraun muss sie sein, und jung. Und natürlich gesund. Diese schlachte man und verbrenne sie komplett, also mit Fell, Fleisch, Fett und Knochen. Ins Feuer werfe man noch rote Wolle, Ysop und Zedernholz. Bis von allem nur noch die Asche übrig ist.

Diese Asche wird aufbewahrt. Denn damit lässt sich Reinigungswasser herstellen, das unreine Menschen rein machen kann. Indem man die Asche mit Wasser vermischt, einen Bündel Ysop eintaucht und den Unreinen damit besprüht. Einmal am dritten und einmal am siebten Tag nach der Verunreinigung.

So steht's in 4. Mose 19. Klingt wie ein Rezept für einen Hexentrank. Geradezu lächerlich, dass die Hexenverfolgung auf das Konto der Kirche geht.

Ach übrigens: Wer sich dem obigen Ritual nicht unterziehen wollte, wurde bestraft. So wollte es Gott. Und wenn sie von Gott kommt, kann es eigentlich nur eine Strafe sein. Richtig, der Tod.


Sonntag, 25. Mai 2014

Weihrauch-Junkie

Heute geht's mal wieder um eine Standard-Situation (4. Mose 17): Volk Israel murrt, Gott wütend, Moses beschwichtigt, Gott will töten, Mose fleht, Gott vergibt. So weit, so gut. Im Detail erstaunen mich aber zwei Punkte.
  1. Klar, das Volk lehnt sich zum wiederholten Male gegen Moses (und damit Gott) auf, so was würde mich auch nerven. Aber wenn es um Loyalität geht, scheint Gott digital zu denken: 0 oder 1, Auflehnung oder Treue, Tod oder Leben.

    Geht weg von diesen Leuten! Ich werde sie auf einen Schlag vernichten!«
    4. Mose 17, 10


    Mal im Ernst, darf man so einen Gott als liebend, gnädig, geduldig und gütig bezeichnen? Ist das nicht eher ein rachsüchtiger, mordlüsterner und blutrünstiger Terminator-Typ?
  2. Gott hat schon mit der Eliminierung der Leute begonnen, als Aaron auf Geheiss von Moses mit einem Weihrachpfännchen in die Menge stürmt und damit, so sagen es die Verse 12 und 13, das Verderben aufhält und die Menge wieder mit Gott versöhnt. Zu diesem Zeitpunkt hat, so die biblische Überlieferung, der Allmächtige bereits 14'700 Menschen umgebracht. Das geht zügig.

    Aaron verbrannte den Weihrauch und versöhnte durch dieses Opfer das Volk mit Gott. 13So konnte er das Verderben aufhalten.
    4. Mose 17, 12b+13a


    Mal im Ernst (mir fällt grad keine andere Formulierung ein, man entschuldige meine bescheidene Vielfalt bei der Wortwahl), ist sowas glaubwürdig? Der allmächtige Gott hat beschlossen, wegen fehlender Loyalität Israeliten umzubringen. Und er hat bereits damit begonnen. Und dann lässt er sich von einem nach Weihrauch duftenden Pfännchen in den Händen eines alten Mannes aufhalten? Ist es das wirklich? 
Hier genügt ein bisschen Glut vom Altar und Weihrauch, und schon ist die Meute gerettet. Aber der arme Kerl, der am Sabbat Holz suchte...

Dienstag, 20. Mai 2014

Fehler. Strafe? Tod!

Würde ein Gott, wie ihn die Bibel beschreibt, existieren, ist es einigermassen verständlich, wenn er Regeln erlassen würde, wie die Menschen zusammen leben sollen. Es würde zwar überraschen, aber es ist auch noch irgendwie vorstellbar, dass er sich sehr darüber ärgert, wenn eben diese Vorschriften nicht eingehalten würden. Wenn er dafür Zeit hat, bitte schön.

Damit wäre einigermassen einleuchtend, dass er sich für das Verstossen gegen seine Gesetze auch Strafen ausdenkt, meinetwegen auch sehr harte Strafen wie den Tod. Und so ist es denn auch gewesen, zumindest wenn man 4. Mose 15 als Tatsachenbericht akzeptiert.

Wirklich überraschend (um es mal beschönigend zu sagen) ist allerdings, dass Gott nicht etwa gross unterscheidet, ob jetzt einer jemanden umgebracht hat oder irgend etwas harmloseres Verbotenes, sagen wir mal am Sabbat Holz sammeln, getan hat. Verstoss ist Verstoss. Und wer verstosst gegen die Gebote des Herrn ist des Todes.

32Während des Zuges durch die Wüste wurde einmal ein Israelit dabei gesehen, wie er am Sabbat Holz sammelte. 33-34Man brachte ihn zu Mose und Aaron, und vor dem ganzen Volk wurde beraten, was mit ihm geschehen sollte. Da niemand genau wusste, welche Strafe er verdiente, wurde er zunächst eingesperrt. 35Dann sprach der Herr zu Mose: »Dieser Mann muss sterben! Das ganze Volk soll ihn draußen vor dem Lager steinigen.« 36Da führten die Israeliten ihn aus dem Lager und steinigten ihn, wie der Herr es durch Mose angeordnet hatte.
4. Mose 15, 32ff


Und was fällt dem aufmerksamen (und auch dem weniger aufmerksamen) Leser auf? Die Strafe wird Mose von Gott übermittelt (hüstel hüstel), zum Ausführen ist sich Gott dann aber entweder zu schade oder es mangelt ihm an, sagen wir mal der nötigen Fähigkeit, seine fiktive Aura abzulegen und das Leben des schwerstkriminellen Holzsammlers selbst auszuknipsen.

Samstag, 17. Mai 2014

Memo an mich: Nicht in die Emirate reisen!

In ein Land, bei dem in Verruf gerate, wenn ich Einheimischen freundlich die Hand entgegenstrecke oder im Gefängnis landen kann, wenn ich versehentlich ein anderes Buch auf einen Koran lege, habe ich nichts verloren. Ich trage zwar keine Kreuze oder andere religiöse Zeichen als Schmuck, aber wer weiss schon, ob die Religionspolizei der VAE in meinem dreifarbigen T-Shirt nicht einen verdeckten Hinweis auf die christliche Dreieinigkeit sieht und mich trotzdem der Ketzerei verdächtigt?

Ich bin auch nicht homosexuell und erfülle damit wenigstens einen Straftatbestand der Emirate nicht. Aber ich bin Atheist und denen wird, wenn man sich dazu bekennt, unter Umständen sowieso die Einreise verweigert.

Kurz gesagt: Ein Land, das der Religion nicht nur sehr viel Spielraum, sondern vor allem so viel Macht eingesteht, möchte ich lieber nicht bereisen. Klar, im deutschsprachigen Raum war das im Mittelalter nicht viel anders. Von daher besteht ja noch Hoffnung. Kommt Zeit, kommt Rat Aufklärung.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Seltsames Kapitel...

Es ist kein Geheimnis, dass ich die Bibel von vorne bis hinten, von Genesis bis Offenbarung, durchlese. Und es ist ebenso klar, dass ich hier in diesem Blog mehr oder weniger Kapitel für Kapitel behandle. Heute bin ich an einem angelangt, das man sich besser geschenkt hätte: 4. Mose 10

Da befiehlt angeblich Gott Moses zwei Trompeten zu bauen mit denen je nach Tonlänge und -folge verschiedene Befehle an das Volk Israel gegeben werden konnte: Aufbruch, Versammlung, etc. Sowas machte in der Situation, in der Moses mit der Million Leute mitten in der Wüste war, sicherlich Sinn. Nur: Warum kommt er nicht selbst auf diese Idee? Warum kümmert sich Gott um solche Banalitäten?

9Das kurze Signal sollt ihr auch dann geben, wenn ihr gegen Feinde in den Kampf zieht, die euer Land angreifen. Ich, der Herr, euer Gott, werde es hören und euch vor ihnen retten. 

Heute hört Gott jederzeit alle Gebete, egal wo sie gesprochen werden. Damals, in den Anfängen, war das noch etwas komplizierter. Da musste offenbar erst mittels Trompetenstössen die Aufmerksamkeit Gottes erlangt werden. Naja, er könnte ja grad ein Nickerchen machen während sein auserwähltes Volk in eine entscheidende Schlacht zieht.

Im Kapitel wird dann weiter beschrieben, wie die Israeliten erstmals in der gottgegebenen Reihenfolge aufbrechen und weiter ziehen. Eher langweilig, wenn man nicht gerade AT-Fanatiker oder eine Doktorarbeit über die Rollen der israelitischen Stämme schreibt.

Ab Vers 29 lesen wir dann von Moses Schwiegervater, der nicht mit ihm ziehen und stattdessen wieder in seine Heimat will. Moses versucht ihn jedoch zu überreden und flehnt ihn richtiggehend an (Vers 31):

Da bat ihn Mose: »Lass uns bitte nicht im Stich! Du weißt, wo man in der Wüste lagern kann. Wir brauchen dich, um uns zurechtzufinden!

So ganz wollte sich offenbar auch Moses nicht auf die Wolke oder Feuersäule bzw. auf Gott verlassen. Irgendwie wäre ihm doch wohler, wenn noch einer dabei ist, der sich wirklich auskennt. Weil Moses (vielleicht als einziger) wusste, dass sein Gott nur eine Idee ist, braucht er natürlich durchaus irdische Unterstützung für sein Unterfangen. Von daher verständlich.





Samstag, 10. Mai 2014

Ziemlich bester Schurke (Josef Müller)

Das Buch trägt den Titel "Ziemlich bester Schurke. Wie ich immer reicher wurde" und stammt von einem ehemaligen Betrüger, der seine Kunden um Millionen geprellt hat. Dafür sass Josef Müller fünf Jahre in Haft. In dieser Zeit hat er, so schreibt er in seinem Buch, durch das Lesen der Bibel zu Gott gefunden.

Natürlich eine wundersame Geschichte für jeden christlichen Verlag. Böser Kerl, der zu Münchens Schickeria gehört und jeden erdenklichen Luxus hat, findet zu Gott und steht nun als Promi-Christ für Bücher und Vorträge zur Verfügung. Da lässt sich ein Verlag wie der christliche Brunnen-Verlag nicht zweimal bitten.

Im Buch wird schnell klar, worüber Josef Müller am liebsten schreibt: Die Zeit, als er in Saus und Braus lebte, ihm sozusagen alles gelang und er sich schnelle Autos, heisse Mädchen und schönste Häuser leisten konnte. Zahlreiche Fotos unterstreichen sein Luxus-Leben und man meint, den Stolz des Autors geradezu zu spüren, wenn man die Fotos betrachtet, auf denen er sich mit verschiedenen weiblichen Schönheiten zeigt oder seine ehemalige Fahrzeugflotte präsentiert.

Dienstag, 6. Mai 2014

Kirchenaustrittsschreiben

Als ich vor unzähligen Jahren aus der reformierten Kirche austrat (ich tat das damals, weil ich in eine Freikirche ging), reichte ein einfaches Schreiben. Manchmal hört man Schauergeschichten, dass man später trotzdem wieder Steuern zahlen sollte und erst beweisen müsse, dass der Austritt korrekt und gültig war. So was habe ich nicht erlebt.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, lässt sich sein Kirchenaustrittsschreiben durch den entsprechenden Generator auf atheismus.ch erstellen. Das gilt natürlich nur für Schweizer, die dem christlichen Glauben den Rücken kehren oder zumindest aus den Staatskirchen austreten wollen.

Der Betreiber von atheismus.ch möchte für das Schreiben gerne eine Spende von 20 Franken. Er verspricht, dass sich daran niemand eine goldene Nase verdient sondern das Geld in die Weiterführung von atheismus.ch fliesst.

>> Kirchenaustrittssbriefgenerator

PS: Wäre schön, wenn er (oder sie?) sich mit der Kohle mal ein ordentliches Design der Webseite leisten könnte. ;-)

Freitag, 2. Mai 2014

Wehe dir, wenn du nicht feierst!

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Irrtum! Man hat sie gefälligst so zu feiern, wie sie von Moses Gott angeordnet werden. So steht es geschrieben. Und nicht nur dass Gott da ziemlich klare Vorstellungen darüber hat, wann welches Fest auf welche Weise gefeiert werden soll. Er beseitigt auch gleich alle Unklarheiten darüber, wie wichtig ihm die irdischen Feste sind.

13Aber wenn jemand das Fest im 1. Monat nicht feiert, obwohl er rein ist und sich auch nicht auf Reisen befindet, soll er getötet werden. Er hat mir, dem Herrn, sein Opfer nicht zur festgelegten Zeit dargebracht und muss die Folgen dieser Sünde tragen.
4. Mose 9, 13


Wenn ich davon ausgehe, dass Moses sozusagen der Gründer einer neuen (monotheistischen) Religion war und  dafür sorgen musste, dass um jeden Preis eine verschworene Gemeinschaft entstand, die durch den Glauben an den eigenen Gott so was wie ein "Wir sind unbesiegbar"-Gefühl entwickeln musste, dann machen solche Anordnungen meiner Meinung nach Sinn.

Sonst nicht. Niemals.

Wenn ich mir eine Figur vorstellen muss, die sich dermassen darüber aufregt, dass jemand ein Fest nicht feiert, dass derselbe gleich sterben muss, bleibt mir nur ein Adjektiv: lächerlich.

Ausserdem deutet die Formulierung "soll er getötet werden" darauf hin, dass die Aufgabe des Tötens den Israeliten übergeben wird. Ich finde, wenn Gott jemanden sterben lassen will, dann soll er das gefälligst selbst erledigen. Kann ja nicht so schwer sein für ihn, oder etwa doch?

Mittwoch, 30. April 2014

Wenn Religion zu viel Macht hat

Das Beispiel der bemitleidenswerten Touristin, die wegen eines Buddah-Tattoos in Sri Lanka verhaftet wurde, zeigt mal wieder: Wenn die Religiösen zuviel Macht haben, wird's lächerlich. Dabei hätte ich mir eigentlich gerade von buddhistischen Religioten am meisten Toleranz erwartet. Die sind doch stets so ausgeglichen, nicht?

Im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka geht die Justiz jedoch immer wieder gegen Ausländer vor, die sich ihrer Ansicht nach respektlos gegenüber religiösen Symbolen verhalten.

Traurig, dass Religion eine Staatsangelegenheit sein kann. Darüber sollte die Menschheit eigentlich spätestens seit dem Mittelalter hinweg sein.

„Es ist untersagt, sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue fotografieren zu lassen."

Hui, dabei ist das wohl eines der am häufigsten geschossenen Souvenire... Da denkst du nichts Böses, willst vor dem Heimflug noch einen letzten Schnappschuss machen - klickklack, schon hast du Handschellen an.

Quelle: http://www.adac.de/reise_freizeit/top_news/detail.aspx?ItpId=7114

Montag, 28. April 2014

Wann ändert sich Gott?

Das Heilige Zelt ist vollendet; in endlos scheinenden Anleitungen hat Gott via Moses definiert, welche Stoffe in welchen Farben und Grössen wann, wie und wo zum Einsatz kommen, wer was tragen, zusammen setzen und berühren darf und welche Sippe welche Gegenstände zu transportieren hat. Alles musste seine Richtigkeit haben, nichts durfte von den Anweisungen abweichen und schon gar nicht durfte irgendjemand ausserhalb der Familie Aarons und Moses ins Heiligtum gehen oder gar einen der heiligen Gegenstände im Innern berühren. Der sofortige Tod wäre die Folge gewesen (ob allein durch göttliches Einwirken oder durch ein bisschen Nachhilfe von Moses ist unklar).

89Dann ging Mose in das heilige Zelt, um mit dem Herrn zu sprechen. Er hörte die Stimme Gottes zwischen den beiden Cherub-Engeln, die auf der Deckplatte der Bundeslade standen. Hier sprach der Herr von nun an zu Mose.
4. Mose 7, 89


Noch immer spricht Gott nur im Heiligtum. Und nur zu Moses. So meine ich mich zu erinnern.

Irgendwann muss dann ja wohl noch die Wandlung kommen von einem Gott, der nur unter Einhaltung äusserst detailreicher Anweisungen überhaupt erreichbar war und nur von einem äusserst streng limitierten Personenkreis erreichbar war zu einem allgegenwärtigen Gott, der für jedes Gebet auf dieser Welt ein offenes Ohr hat, immer und überall präsent ist und alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und ihres Aussehens mag.

Denn eines ist klar: Der Gott des Alten Testaments ist das in keiner Weise. Und noch vieles mehr, das heute Eigenschaft Gottes genannt wird, fehlt im Alten Testament oder ist sogar im krassen Gegensatz zu erkennen.

Im Alten Testament haben wir einen Gott, der kleinlich, rachesüchtig, eifersüchtig, gnadenlos, blutrünstig, gewalttätig und willkürlich ist. Jedenfalls bis hierhin.

Donnerstag, 24. April 2014

Cybathlon

Weil Gott bekanntlich keine Amputierten heilt, muss sich der Mensch selber helfen. Und er tut das mit erstaunlichen Resultaten. Am ersten Cybathlon wird gezeigt, zu was der Mensch fähig ist. Einerseits durch seinen Willen, andererseits durch seine Intelligenz.

Cybatholn? Noch nie gehört? Der Cybatholn ist ein Wettkampf, der 2016 erstmals durchgeführt wird und aus verschiedenen Disziplinen wie Hindernisläufen besteht. Dabei treten nur körperlich behinderte Athleten zu den Wettkämpfen an. Im Gegensatz zu den Paralympics wird beim Cybathlon aber ausdrücklich gewünscht, dass sich die Athleten einen Vorteil durch Technologie gewinnen. Dadurch steht nicht der Sportler alleine, sondern auch die Firma, die z.b. eine Prothese oder einen Rollstuhl entwickelt hat, im Rampenlicht. Dementsprechend wird es Auszeichnungen der Athleten wie auch der beteiligten Firmen geben.




Montag, 21. April 2014

Hokuspokus Simsalabim, bist du die Ehebrecherin?

Da hätte ich gerne mal eine Predigt von gehört: 4. Mose 5. Nach Jahrzehnten Aufenthalt in christlichen Kreisen meine ich, dieses Kapitel, insbesondere die Verse 11 bis 31 heute zum ersten Mal zu lesen. Kein Wunder, über so einen schwachsinnigen Zauber bringt wohl der kreativste evangelische Pastor keine schlaue Predigt zusammen.

Ich verzichte darauf, hier alles zu rezitieren, die interessierte Leserschaft möge selber nachschlagen.

Keine Ahnung, was es mit dem erwähnten verfluchten Wasser auf sich hat. Möglich, dass der Priester da je nach Gutdünken etwas beimischte und so den Ausgang des göttlichen Experiments beeinflusste. Der Herrgott kann ja sich ja schliesslich nicht um alles persönlich kümmern. Möglich aber auch, dass allein der Zufall entschied, ob man sich durch die beigemischte Erde (=Dreck?) einen Infekt holte oder nicht.

Später hat sich die mittelalterliche Kirche das etwas einfacher gemacht und die fragwürdigen Frauen (nicht nur mutmassliche Ehebrecherinnen) einfach so lange gefoltert, bis das gewünschte Geständnis auf dem Tisch lag. Die Trefferquote konnte so sicherlich verbessert werden.

Falls hier ein Christ mitliest, soll er oder sie bitte einfach in den Kommentaren bestätigen, dass er oder sie glaubt, dass dieser Hokuspokus göttlichen Ursprungs ist und nicht einfach von Moses & Co als Ritual ausgedacht wurde, um die Verdächtigten einzuschüchtern und psychologisch zu beeinflussen.

Was ich als männliche Person ganz angenehm finde: Der Ehebrecher wird nicht bestraft, nur die Ehebrecherin. Die Sau, die. Also wirklich.

Freitag, 18. April 2014

C.S. Lewis: Pardon, ich bin Christ

Ich halte nichts von Fantasy-Geschichten wie Herr der Ringe oder Chronik von Narnia. Insofern war C.S. Lewis in einem Genre tätig, das mich nicht berührt.

Der Herr Lewis hat aber auch Bücher über seinen, den christlichen, Glauben geschrieben. Davon ist "Mere Christianity" eines der am meist bekannten. Auf Deutsch hiess das erst "Christentum schlechthin", später dann "Pardon - ich bin Christ". Die erste Titelübersetzung war ok, die zweite find' ich schon eher seltsam, kenne aber die Hintergründe, die zu dieser Änderung führten nicht. Komplett schlecht ist allerdings der Untertitel "Meine Argumente für den Glauben".

Der berühmte Schriftsteller erzählt zu Beginn zwar ansatzweise, warum er der Meinung ist, dass das Christentum der richtige Weg ist. Seine Argumente sind jedoch rasch nicht mehr wirklich nachvollziehbar und umso mehr vom Glauben verdrängt. Wenn Lewis feststellt, dass Jesus entwedere ein Irrer oder Spinner war oder eben die Wahrheit sprach, dann ist diese Auswahl an Alternativen schon nicht vollends nachvollziehbar. Noch weniger seine Aussage: "Ich glaube nicht, dass er ein Irrer oder Spinner war." Schön, aber warum, das verheimlicht er uns.

Kein Wunder, sieht Lewis den Glauben doch als eine Tugend. Zweifel sind immer Angriffe des Teufels. Der ideale Christ beschäftigt sich, wenn es nach Lewis geht,  sowieso möglichst täglich mit Gebet, Bibellesen und Gemeinschaft mit anderen Christen. Da werden Zweifel nicht mit der Suche nach Antworten beseitigt, sondern mit einfach noch mehr Glauben.

Wie gesagt, im grossen Teil des Buches schildert der prominente Autor seine Sicht des christlichen Glaubens. Er erklärt, oft mit seltsamen und umständlich konstruierten Vergleichen, wie er die Sache versteht. Das ist nicht per se langweilig, aber halt nicht das, was der Untertitel vielversprechend erhoffen lässt. Insgesamt also - gerade wegen des Untertitels - eher eine ernüchternde Lektüre (um das Wort Enttäuschung zu vermeiden).

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Dienstag, 15. April 2014

Bedingungslose Liebe

Gott liebt dich bedingungslos. 
Seine Liebe ist unendlich gross
Es sei denn, du liebst ihn nicht.
Dann landest du in der Hölle.

Klar, ein kleines bisschen grösser hätte seine Liebe schon noch sein dürfen. Aber mehr liegt da offenbar einfach nicht drin... Tja.

Samstag, 12. April 2014

Was, wenn Odin existiert?

Anklicken für grosse Ansicht

gesehen bei 'proud atheist'
Übersetzung durch mich :-)

Mittwoch, 9. April 2014

Vetternwirtschaft

Irgendwie beruhigend, dass das Volk schon zu Zeiten des Alten Testaments über den Tisch gezogen und Opfer von politischen oder religiösen Seilschaften wurde. Der Mose war darin ziemlich gut. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass er es relativ einfach hatte, solange er mit seinem Bruder Aaron die einzigen waren, die Gott sehen und mit ihm reden durften. Die konnten natürlich viel erzählen, das Volk musste es ja einfach glauben. Aber vermutlich wollten die auch gar nicht anders.

Jedenfalls sorgt Moses im 3. Kapitel des Buches Numeri (4. Mose) kurzerhand dafür, dass der gesamte Stamm Levi mit immerhin 22'000 Leuten ab sofort voll zur Verfügung von Aaron steht. Aaron wird also de facto mal eben Chef über die Bevölkerung einer kleineren Stadt. Einfach so. "Weil du mein Bruder bist" hat Moses seinen Entscheid vielleicht familienintern begründet.

Jede Sippe aus dem Stamm Levi bekam ganz klar definierte Aufgaben rund ums Heiligtum, durfte selber aber keinen Priester stellen, das blieb Aarons Familie vorbehalten. Naja, Insiderwissen sollte besser in der Familie bleiben. Und die klaren Strukturen und Aufgabenverteilungen sollen wohl den Gemeinschaftsgeist fördern. Jeder hat seinen Platz, seine Aufgabe und trägt zum gesamten Gelingen bei. Ein wichtiger Aspekt, besonders in diesen Anfangsstunden der monotheistischen Religion, aus der später das Judentum werden soll. Und noch später irgendwie das Christentum.

Laut Moses sieht Gott in den Leviten sozusagen einen Ersatz für das bisher geltende Gesetz, wonach jeder Erstgeborene (Mensch und Tier) Gott gehörte. Weil aber aktuell grad mehr Erstgeborene denn Leviten im Volk Israel waren, musste die Differenz natürlich freigekauft werden. Gott braucht schliesslich die Kohle. Gott? Nein, der Erlös (immerhin 16 Kilogramm Silber) war... für Aaron bestimmt. "Weil du mein Bruder bist."

Ja, der Moses schaute schon für seinen Bruder, da kann man ihm keinen Vorwurf machen.

>>Nachlesen


Dienstag, 8. April 2014

Verbesserung der Kommentare: Disqus eingeführt

Die Funktionen, die blogger.com von Haus aus bietet, sind ja ganz nett. Ein einfaches Blog für wenig Anspruchsvolle, schnell aufgesetzt und man hat keine technischen Sorgen.

Ausser man will etwas gegen die völlig doof gelöste Sache mit den Kommentaren unternehmen. Standardmässig bietet Google als Blogger-Betrieberin nämlich keine Möglichkeit, Kommentierende über nachfolgende Kommentare zu informieren.

Weil mich das bei fremden Blogs immer wieder stört - da antwortet jemand auf meinen Kommentar und ich krieg' nichts davon mit - habe ich auf diesem Blog nun Disqus eingerichtet.

Alle meine zukünftig Kommentierenden (habe ich euch schon gesagt, dass ich mich wahnsinnig über jeden Kommentar freue?) hat die Möglichkeit, sich zu registrieren (über verschiedene Wege) oder auch simpel als Gast und damit anonym zu kommentieren. Im letzteren Fall bleibt's dann allerdings dabei, dass man weiterhin keine Benachrichtigung erhält.

Ich empfehle deshalb, einen kostenlosen Account bei Disqus zu erstellen. Dann gibt man nicht mehr preis als man will und hat die volle Kontrolle über die eigenen Kommentare.

Übrigens: Danke allen, die hier kommentieren. Ich hoffe ganz fest, dass das in Zukunft noch stark zunimmt.

Sonntag, 6. April 2014

Religiöser Skeptiker?

Unzählige Male habe ich sie gehört, die Geschichte, wie jemand zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist, sich bekehrt hat. Egal, wie viel Vorlauf, es gibt in 99% der Bekehrungsgeschichten einen klaren Stichentscheid, einen eindeutigen Start zum Leben als Christ. Das war auch bei mir so. Als Kind in einem Jungwacht-Lager. Politisch entscheiden durfte ich noch lange nicht, aber dafür, zu etwas Imaginärem Ja zu sagen, das ich nur vom Hörensagen kannte, dafür schien ich alt genug. Dabei war ich noch gar nicht in der Lage, die Hintergründe zu verstehen.

Donnerstag, 3. April 2014

GEO Epoche

In den vergangenen bald zwei Jahren habe ich mehr in der Bibel gelesen als in den fünfzehn Jahren davor. Ich hatte den Eindruck, mit Abschliessen meines christlichen Glaubens die Bibel noch einmal komplett durch zu lesen. Das kann einen schon packen, sag' ich euch. Allerdings anders, als die Frommen das wohl gerne hätten.

Doch auch nicht-biblische Lektüre habe ich mir angetan, die Religionen im Allgemeinen und den christlichen Glauben im Speziellen zum Thema hatten. Und je mehr ich dadurch lerne, desto mehr erhalte ich den Eindruck, eigentlich nichts zu wissen. Im Grunde fehlt mir jedes Wissen, sowohl in theologischer wie auch historischer und naturwissenschaftlicher Sicht, um abschliessend zu argumentieren und entscheiden. Doch das geht ganz offensichtlich den meisten Christen auch so, weshalb also Diskussionen durchaus möglich sind.

Montag, 31. März 2014

Nerviges Glockengeläut

Sonntagabend nach 20 Uhr: Wir waren bei Freunden auf Besuch und machen uns gerade auf den Heimweg. Beim Verlassen des Gebäudes wundere ich mich über das Geläute der Kirchenglocken. Keine Ahnung, wie lange die schon bimmeln, aber die fünf Minuten, in denen wir uns draussen verabschiedeten und mit zufällig auftauchenden Leuten noch ein paar Worte wechseln, läuten die ununterbrochen weiter.

Mich betrifft das ja nicht. Da, wo ich wohne, hört man - wenn überhaupt - die Kirchenglocken nur bei entsprechenden Windverhältnissen. Übrigens ein Thema, das mich schon lange fasziniert, warum oder wie der Ton vom Wind getragen wird. Aber das hat jetzt mal nix mit diesem Beitrag zu tun. Nun also, obschon es mich persönlich nicht betrifft, habe ich mich schon gewundert über das wirklich laute und meiner Meinung nach wirklich störendes Geläute. Insbesondere weil es minutenlang andauerte. Wozu soll das gut sein?

Donnerstag, 27. März 2014

Unnötige Wiederholungen

Es ist spät abends und ich meinte schon, ich wäre besoffen... Lese ich doch zwei aufeinander folgende Kapitel und was steht darin? Zwei Mal das Gleiche. Nicht wörtlich, aber sinngemäss.

Irgendwann muss ich mich mal darüber informieren, weshalb das so ist. Ist mir nämlich schon weiter vorne in der Bibel aufgefallen, dass sich Gott (der ja als Urheber der Bibel gilt) gerne wiederholt.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass verschiedene Versionen der gleichen Erzählung irgendwann aus irgendwelchen Gründen zusammen kamen. Und weil sich der Mönch, der gerade dran war mit abschreiben, nicht für die eine oder andere Version entscheiden konnte, hatte er einfach beide reingepackt.

Ich bezweifle mal, dass es Gott als derart wichtig erachtete, den späteren Generationen zu erklären, wie gross die wehrfähigen Gruppierungen innerhalb des Volkes Israel waren, dass er dies gleich zwei Mal nieder schreiben liess (4. Mose Kapitel 1 und Kapitel 2).

Nun, wie auch immer: Jedenfalls geht's jetzt wohl langsam los. Denn die Kampfkraft der Israeliten ist definiert, die Truppen erhoben. Die Schlachtzüge des auserwählten Volkes können beginnen. Yeah. Shalom.