Donnerstag, 30. Januar 2014

Blut = Leben = Tod

Den Juden ist es bekanntlich bis heute verboten, Blutiges zu essen. Je orthodoxer der Jude, desto koscherer muss das Essen sein. Wobei es eigentlich keine Steigerungsform von koscher gibt, aber das nur am Rande.

Geschlachtete Tiere, so sie ein Jude (oder, um bei der Bibel zu bleiben, der Israelit) überhaupt essen durfte, mussten zum Beispiel erst ausgeblutet werden. Denn der Verzehr von Blut ist laut Moses Gott Moses Gott Moses verboten. Weil selbst nach diesem Prozess, der Schächten genannt wird, noch Restmengen an Blut im toten Körper sein können, muss dieser noch ausgewaschen und mit Salz behandelt werden. Möglichst kein Blut. Das ist das Ziel. Doch warum?

Weil nach Moses bzw. Gott... nein, Moses. Weil also nach Moses die Seele, das Leben im Blut sein soll. Das erklärt meines Erachtens zwar noch immer nicht das Warum, muss hier aber als Erklärung reichen. Und es führt und schliesslich zum heutigen Gaga-Vers.

Alles Leben ist im Blut, und wer davon isst, muss getötet werden!
3. Mose 17, 14b

Anders formuliert: Wer Leben zu sich nimmt, erhält den Tod. Doch, macht Sinn.

Montag, 27. Januar 2014

Gesetze über Gesetze

Mose war ein elender Spielverderber! Mit seinen beschissenen Gesetzen und Regeln machte er es den Israeliten nicht leicht, ihr Leben überhaupt noch geniessen zu können. Ich bin aktuell im dritten Buch Mose (Levitikus) und sehe nur Gesetze, Gesetze, Gesetze. Und zwar nicht von der Sorte nicht töten, nicht rauben und dergleichen. Viel abstruseres. Wen's interessiert, kann's gerne ab hier nachlesen.

Ich sehe mal völlig davon ab, dass tausende Jahre alte Gesetze für ein Volk in der Wüste, kaum mehr für uns gelten können. Ich weiss aber sehr wohl, dass im Gegensatz zu den Christen, die Juden sich nah wie vor sehr viel aus den Moses-Büchern (auch wenn die sie anders nennen) machen.

Scheinbar vertrat Moses die Ansicht: Je mehr Gesetze aufgestellt werden, desto grösser die Wahrscheinlichkeit eines Verstosses. Und desto stärker wird die psychische Abhängigkeit von einem Gott, der im Gegensatz zu einem selbst, stark ist. Und natürlich desto häufiger wird Opfer gebracht. Und davon fällt, so will es Gott, immer auch was für die Priesterschaft ab. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Wer immer wieder scheitert an angeblich von Gott gegebenen Vorschriften, der wird psychisch immer kleiner, resigniert irgendwann. Schönes Leben.

Freitag, 24. Januar 2014

Jungen sind reiner als Mädchen

Wenn eine Frau einen Jungen zur Welt bringt, ist sie sieben Tage lang unrein wie bei ihrer monatlichen Blutung. [... Die Mutter muss wegen ihrer Blutungen noch weitere 33 Tage zu Hause bleiben und als unrein gelten. 
Hat sie ein Mädchen geboren, ist sie zwei Wochen unrein wie bei ihrer monatlichen Blutung. Danach soll sie weitere 66 Tage zu Hause bleiben und als unrein gelten.
Levitikus 12, 2-5

Neugeborene Mädchen bringen doppelt so viel Unreinheit über ihre Mutter wie neugeborene Jungen. Das lese ich da raus. Ein ganz klarer Hinweis auf die einseitige Bewertung von Mann und Frau in der altbiblischen Betrachtung. Wer ein Mädchen gebar, wurde mit Unreinheit abgestraft.

Wenn man sich bewusst ist, wie einschneidend es war, im Volk Israel als unrein zu gelten, kann man sich vorstellen, dass die ein bis zweieinhalb Monate nach der Geburt für eine Wöchnerin ziemlich unangenehm waren.

Dienstag, 21. Januar 2014

Tierhasser

Ich bin mittlerweile im dritten Buch Mose (Levitikus) angelangt. Ich fürchte, das wird ein harter Brocken. Allein wie in den ersten Kapiteln die vielen verschiedenen Opferzubereitungen beschrieben werden, lässt die Augen fast vor Langeweile zufallen.

Unglaublich, wie viele Sündopfer Gott (bzw. wohl eher Moses) sich ausgedacht hat. Man konnte natürlich nicht einfach eines bestimmen, nein, es musste unterschieden sein für Normalsterbliche, Führer oder Priester. Für jeden gibt's leichte Unterschiede und ein anderes Opfertier. 

Dieser Gott muss ein Tierhasser gewesen sein. Wenn man bedenkt, dass die Israeliten wohl deutlich über eine Million Menschen waren, als sie durch die Gegend zogen, wird immer mal wieder einer gegen irgendein Gesetz verstossen haben. Die müssen ja einen richtigen Schlachthof allein für die Herrichtung der Opfertiere geführt haben. 

Kein Wunder kam man irgendwann auf die Idee, die Opfer im Stile des Alten Testaments abzulösen und die Geschichte mit Jesu Tod am Kreuz stellvertretend für alle Schuld zu konstruieren. Sonst wären den Israeliten wohl irgendwann tierlos dagestanden. 

Samstag, 18. Januar 2014

Gott will Prunk um sich

Habt ihr euch auch schon überlegt, weshalb manche Kirchen, insbesondere die katholische und so ziemlich jede orthodoxe, einen vollgestopft sind mit Prunkt und Luxus? Aufwändige Dekoration, viel Gold und feinster Samt - sieht zumeist höchsten Grades kitschig aus, dürfte aber ein Vermögen gekostet haben.

Nun, die haben ihre Gotteshäuser so eingerichtet, weil Gott es so wollte. Ursprünglich. Im Buch Exodus (2. Mose) wird über (äusserst langweilige) fünf Kapitel beschrieben, wie das heilige Zelt, die darin stehenden Objekte und die Kleidung der Priester auszusehen hatten. Und das strotzt vor Prunk.

Für das fünfzig Meter lange Gotteshaus wurden 1 Tonne Gold, 3.6 Tonnen Silber und gut 2.5 Tonnen Bronze einkassiert. Moses rief, weil ihm das Gott befohlen hatte, dazu auf, Schmuck und Edelsteine und teure Stoffe etc. zu spenden.

Was daraus hergestellt werden sollte, ist eben in den Kapiteln 35 bis 40 des Buches Exodus so detailliert beschrieben, dass man sich schon Gedanken darüber machen darf, wie wichtig dem überirdischen Gott eigentlich irdische Besitztümer und materielle Werte waren. Offenbar sehr wichtig.

Wer will, kann das gerne mal ab hier nachlesen.

Freitag, 17. Januar 2014

Philipp Möller in Schweizer Sendung 'Aeschbacher'

Die Einleitung ist in Mundart, das Interview in etwas höherem Deutsch. :-)

Mittwoch, 15. Januar 2014

Glorifizierte Beschneidung im deutschen Kinderfernsehen

Der von ARD und ZDF gemeinsam geführte Kindersender KiKA bietet laut eigenen Aussagen ein zielgruppenorientiertes Fernsehen für Kinder zwischen drei und 13 Jahren. Und der KiKA bringt eine Sendung, in der die männliche Beschneidung an Kindern glorifiziert wird. Ja, es wird gar der Eindruck erweckt, ein Junge würde gerade erst durch die Beschneidung zum Erwachsenen.

Katastrophal, wenn man mich fragt. Wer sich aus religiösen oder was-auch-immer Gründen beschneiden lassen will, soll das meinetwegen tun. Aber als urteilsfähiger, volljähriger Mann. Die Beschneidung an Buben (und Mädchen erst recht!) ist in meinen Augen eine Tat, die eigentlich unter Strafe stehen sollte, weil sie dem jungen Menschen das Recht auf Unversehrtheit nimmt, in verstümmelt, ohne dass er je etwas dazu hätte sagen können.

Ganz davon abgesehen sei, einmal mehr, die Frage gestellt, warum der liebe Gott, der angeblich den Menschen gemacht hat, ihm wohl eine Vorhaut gegeben hat? Damit er sie später durch Gesetz wieder entfernen lassen kann? Bravo, toller Glaube.

Dass so etwas im öffentlich-rechtlichen Fernsehen unterstützt und sogar als "grosses Fest" proklamiert, ist mehr als nur peinlich und führt aktuell gerade zu einer kleinen Welle der Empörung auf der Facebook-Seite der Firma Ifage, die diese Sendung produziert hat.

Nachtrag: Entweder hat die Firma Ifage jetzt ganz schnell ihr Facebook-Profil gelöscht, oder Facebook hat als Vorsichtsmassnahme die Seite temporär gesperrt. Jedenfalls ist die Seite nicht mehr erreichbar. 


Was für eine Verschwendung

19Eure ältesten Söhne sollt ihr mir weihen, ebenso jedes männliche Tier, das zuerst geboren wird — ob Rind, Schaf oder Ziege. 20Anstelle jedes zuerst geborenen Esels sollt ihr ein Lamm opfern und ihn so auslösen. Wollt ihr dies nicht, dann brecht dem jungen Esel das Genick. Eure ältesten Söhne aber müsst ihr auf jeden Fall auslösen.
2. Mose 34, 19-20

Totschlag und blutige Opfer - der Israel-Gott braucht's wohl einfach. Was für eine Verschwendung, jedes erstgeborene männliche Tier einfach zu töten. Dem kleinen Esel-Baby das Genick brechen, weil es dummerweise als erstes männliche Tier seiner Esel-Mama zur Welt kam. Doch, der Gott ist sympathisch.

Beim englischsprachigen Blog 'Dwindling In Unbelief' findet sich übrigens eine Liste zum Thema 'Wie viele Tiere hat Gott getötet'. Sie ist... sagen wir mal ziemlich umfangreich.

Foto: piqs

Freitag, 10. Januar 2014

Wo bleibt die Konsequenz?

Ich kenne Paare, die wünschen sich seit langem (z.T. Jahren) ein Baby, bekommen aber keines. Die Gründe kenne ich nicht, ich bin ja weder Gynäkologe oder Urologe, noch kenne ich deren Krankengeschichte.

Einige sehen kein Problem darin, sich mit Hormonen und anderen medizinischen Eingriffen nachhelfen zu lassen, während andere die Kinderlosigkeit als gottgewollt zu akzeptieren versuchen und jedes "künstliche" Nachhelfen ablehnen.

Impfungen, Bluttransfusionen, Blinddarmentfernungen, Medikamente und Arztbesuche bei Grippe, chirurgische Eingriffe nach Unfällen etc. sind aber trotzdem meistens kein Problem. Wo ziehen diese Leute in ihrer Moral die Grenze, wann werden die Folgen der medizinischen Forschung und des damit verbundenen Fortschritts moralisch bedenklich?

Scheinbar hat da jeder seine eigenen Ansichten. Und jeder findet, seine Ansichten diesbezüglich seinen ok. Müsste es, wenn Gott da irgendwie seine Bedenken hätte, nicht irgendwo eine klare Instruktion geben? Schon seltsam, wenn die linke Hand etwas verteufelt, was die rechte Hand in ähnlicher Form annimmt.

Da passt dieser Witz irgendwie grad dazu.

Dienstag, 7. Januar 2014

Noah: Der Film (Trailer)

Märchen nennt man heute Fantasy. Und Fantasy ist nicht erst seit Lord of the rings, Harry Potter und Hobbit wieder im Trend. Da passt es prima ins Konzept, einen Film über die biblischen Figuren zu drehen. Hat ja ausserdem den Vorteil, dass nahezu jeder die Geschichte kennt und sicherlich neugierig ist, wie die Hollywoodianer das umsetzen.

Offenbar sollen 2014 gleich mehrere Bibel-Movies in die Kinos kommen. Ob das dann nicht des Guten (?) zu viel ist, mag jeder selber entscheiden. Der Noah-Film mit Russel Crowe sieht jedenfalls vielversprechend unterhaltsam aus. Spannend, wie es Hollywood schafft, aus ein paar Dutzend Versen einen abendfüllenden Spielfilm zu zaubern.

Montag, 6. Januar 2014

Der wahre Charakter Moses

Gestern habe ich den Kopf geschüttelt über den Charakter, den Gott haben muss, wenn er wegen einem goldenen Kalb gleich sein angeblich auserwähltes Volk komplett eliminieren will. Mose hat es gerade noch geschafft, ihn davon abzubringen.

14Da lenkte der Herr ein und ließ das angedrohte Unheil nicht über sie hereinbrechen. 
2. Mose 32, 14

Dann stieg Mose ins Lager zurück und hat sich selbst ein Bild der Situation gemacht. Offenbar muss ihn dann der Schlag getroffen haben. Denn nachdem er eben erst noch Gott davon überzeugte, sein Volk doch zu schonen, entscheidet er sich jetzt um. Er ruft alle Leviten zu sich und gibt folgende Order raus:

Sonntag, 5. Januar 2014

Der wahre Charakter Gottes

Archäologische Funde, die aus der Zeit von Mose (ob es den nun gab oder nicht) stammen könnten, deuten darauf hin, dass damals in dieser Region vor allem polytheistische Überzeugungen herrschten und es üblich war, dass man ein "Bild" seines Gottes hat. Das waren meist kleine, handliche Figuren, konnten aber auch grosse Statuen oder... goldene Kälber sein.

Dass die Israeliten um Aaron schon nach kurzer Abwesenheit Moses (der war grad bei Gott auf dem Berg) zu ihrem Figurendenken zurück kehren und ein goldenes Kalb bauten, deutet darauf hin, dass das Verbot, sich ein Bildnis zu machen, relativ neu und bis dato unüblich war. In Zeiten der Zweifel, der Not oder der Ungewissheit fällt man gerne in altbekannte Denkmuster zurück.

Die Frage sei erlaubt, wie das Gott denn vor Moses so hatte mit den Menschen. Waren da Bilder von ihm erlaubt? Beteten die gottesfürchtigen Menschen vor Moses, zum Beispiel Noah, noch zu Goldfiguren oder aus Stein gehauenen Statuen? Die 10 Gebote kannten diese Menschen so ja noch nicht. Galten die dann auch nicht? Woran soll Noah gemessen worden sein, wenn das Einhalten der Gebote kein Massstab gewesen sein konnte? Fragen über Fragen.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Welche Religion ist die spendabelste?

Natürlich ist die Formulierung im Titel falsch. Eine Religion ist nicht spendabel oder geizig, es sind dies die Menschen, die sich zu einer Religion bekennen. Mir fiel nur grad keine Formulierung ein, die kurz genug war.



Für diejenigen, die Englisch nicht verstehen, sei hier übersetzt, was der Bettler auf dem obigen Bild auf sein Schild geschrieben hat.

Welche Religion kümmert sich am meisten um die Obdachlosen?

(Da haben wir sie wieder, diese falsche Formulierung aus dem Titel. Was soll's.)

Nette Idee, dieses Typen. Wäre interessant, ob a) dieses herausfordernde Schild eine positive Veränderung der Spendengelder mit sich brachte und b) welche Schale am Ende des Tages am meisten Geld beinhaltete.

Wahrscheinlich ja die Christen-Schale. Weil im englischsprachigen Bereich halt einfach am meisten von denen vorhanden sind.