Montag, 17. Februar 2014

Bissige Angelegenheit: Snake Handling

Man sollte nicht mit dem Feuer spielen heisst ein verbreitetes Sprichwort. Mit der Schlange auch nicht, besonders dann nicht, wenn sie giftig ist. Doch genau dies tun offenbar zahlreiche fundamentalistische Christen in den USA, wie ich heute zum ersten Mal erfahren habe. (Video siehe unten).

In den Medien gibt heute ein Fall zu sprechen, bei dem ein Pastor einer solchen Snake Handler Church nach einem Biss gestorben ist. Wenn man sich vor Augen führt, was bei diesen Snake Handlers abgeht, ist das noch nicht einmal besonders erstaunlich. Die Christen solcher Gemeinden berufen sich auf die biblische Verheissung Jesu, dass die seinen unter anderem Schlangen aufheben können, ohne an deren Bissen zu sterben. So ähnlich nachzulesen in Markus 16.

So ganz hat das in diesem Fall (und leider vielen anderen Fällen auch) nicht funktioniert. Vielleicht hätten sich die Betroffenen eines anderen Bibelverses ebenfalls bewusst sein müssen: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen (Matth. 4, 7).

Ich wundere mich indes über zweierlei Dinge:
  1. Wie kann man so geblendet sein von einem imaginären Wesen, dass man ein solches Risiko einzugehen bereit ist?
  2. Ich hätte erwartet, dass nahezu jeder gebissen wird, der sich so eine Giftschlange packt. Dass die das mit sich machen lassen (die Schlangen)? 

Kommentare:

  1. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen"... leider halten sich diese angeblichen Christen nicht an fundamentale Aussagen der Bibel.
    Das beweist aber nur, das sie schlechte Christen sind, es beweist nicht, das es keinen Gott gibt.

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    1. Tja, so kann sich eben jeder das aus der Bibel picken, das für ihn am besten packt. Für die Schlangenbeschwörer sind es nun eben andere Verse als für dich. Die Bibel als Selbstbedienungsladen. :-)

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  2. Man sollte die Bibel schon als Ganzes, im Zusammenhang, sehen, und überhaupt nichts "herauspicken".

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  3. Dann machen das die Christen aber falsch. Die picken ständig. Egal, ob Geburtstagskarten, Hochzeitswünsche, Predigten oder persönliche Glaubensbegründungen - überall wird gepickt was das Zeug hält.

    Muss man aber irgendwie auch, um wenigstens halbwegs glaubwürdige Kernbotschaften transportieren zu können.

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  4. Du weißt, das ich nicht das Zitieren einzelner Sprüche meine, sondern die Lehre, auf die eine sich auf die Bibel berufene Gemeinde bezieht.
    Man darf keinen Bibelvers aus seinem Kontext, seiner ganz konkreten Beziehung zu einem bestimmten Moment der Geschichte, herausgreifen, um damit ein Verhalten zu begründen, das von Gott selbst als falsch bezeichnet wird. Den Fehler machen allerdings viele Christen,

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    1. Man darf keinen Bibelvers aus seinem Kontext, seiner ganz konkreten Beziehung zu einem bestimmten Moment der Geschichte, herausgreifen, um damit ein Verhalten zu begründen, das von Gott selbst als falsch bezeichnet wird.

      Sagt wer? Die Bibel selbst beinhaltet zahlreiche solcher Beispiele. Wenn man sich nur mal vor Augen führt, wie viele Menschen durch Gott persönlich oder auf seinen Befehl hin umgebracht wurden, wirkt das Gebot "Du sollst nicht töten" geradezu lächerlich.

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