Sonntag, 9. Februar 2014

Das ist ein anderer Gott als die Kirche predigt

Ich lese immer noch im 3. Mose-Buch. Seit Jahren, so kommt es mir jedenfalls vor. Das Buch ist so was von langweilig, es ist kaum zu glauben. Gesetz folgt auf Vorschrift folgt auf Verbot folgt auf Gesetz. Ich hab's ja schon geschrieben: Es taucht echt die Frage auf, warum Gott nicht einfach abschliessend aufzählt, was erlaubt ist. Das wäre wohl übersichtlicher geworden.

Ich stelle auf jeden Fall fest, dass es durchaus seine Berechtigung hat, dass der Gott aus dem alten Testament kaum je in Sonntagspredigten auftaucht. Er ist einfach nicht überzeugend, nicht einladend, nicht sympathisch. Er ist ein Spielverderber, ein gewalttätiger und blutrünstiger Eifersüchtiger, ganz klar ein Mördertyp. Seine Vorschriften deuten auf einen fantasievollen Psychopathen hin, der seinem Volk möglichst viele Fallen aufstellt. Einer, der Angst verbreitet und damit Druck erzeugt.

Er ist eindeutig kein Gott der Liebe und Geduld, der gerne vergibt und die Menschen von Herzen liebt. Er ist ganz sicher nicht ein Gott, der um jede verlorene Seele trauert und der bereit ist, für den Haufen Idioten auf der Erde seinen eigenen Sohn zu geben. Wer nicht spurt soll sterben. Kein langes Hin und Her.

Diese ganzen Eigenschaften, die es heute ermöglichen, den Herrgott als liebenden Vater darzustellen, müssen irgendwann später erfunden und dazu komponiert worden sein. Ich bin schon gespannt, wann das erstmals auftaucht. Ich nehme an bald. Denn einen Gewalttäter kann niemand gerne als Allmächtigen gehabt haben.

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