Donnerstag, 6. Februar 2014

Tod den Wahrsagern. Mit Ausnahmen.

Ein Totenbeschwörer oder Wahrsager muss getötet werden, ganz gleich, ob Mann oder Frau. Man soll sie steinigen, sie sind selbst schuld an ihrem Tod.
3. Mose 20, 27

Totenbeschwörer und Wahrsager, das wissen heute aufgeklärte und einigermassen informierte Menschen, sind entweder Betrüger oder Trickkünstler (wobei das eine das andere nicht zwingend ausschliesst). Schon möglich, dass in einer weniger aufgeklärten Welt besonderes clevere Individuen es fertig brachten, eine grössere Menge zu täuschen und den Eindruck zu erwecken, es würden tatsächlich übernatürliche Dinge geschehen oder verstorbene Seelen Kontakt aufnehmen. Humbug. 

Mose fand, dass die sterben müssen. Logisch, er hatte den angeblich direkten Draht zu Gott. Alles, was nicht von Gott kam, musste von Satan kommen. Wobei der damals noch gar nirgends erwähnt wird, weil wohl erst später erfunden. Zu Zeiten Moses schienen weniger satanische Kräfte als die anderen Götter (Baal, Moloch, etc.) ein Problem darzustellen. 

Wie auch immer: Lustig finde ich, dass hier ganz klar Wahrsager zum Tode verurteilt werden, während gerade in diese Kategorie passende Menschen vor und nach Mose eine entscheidende Rolle im Namen des HERRN spielten. So fallen mir spontan Joseph ein, der dem Pharao Träume deutet und damit auch die Geschehnisse in der Zukunft voraussagt, sowie Daniel, der einem König, dessen Namen ich wohl nicht auswendig richtig schreiben kann, ebenfalls mittels Träume die Zukunft voraussagt. Beides hoch geachtete, als Vorbilder geltende und mit göttlicher Weisheit ausgerüstete Männer. Ganz abgesehen von vielen weiteren Propheten, auf deren VORHERsagen schliesslich auch wesentliche Teile des christlichen Glaubens beruhen... Seltsam.

Da scheinen Regeln im Spiel zu sein, die nicht ganz durchsichtig sind, lieber Gott. 

Kommentare:

  1. Yahwe (5.Mose) fordert von seinen Christen die Ausrottung von falschen Propheten, Mördern, Homosexuellen, Bisexuellen, Hurenkindern, Hurenböcken, Fremdhurern, Zuhältern, Kranken mit Krätze oder Flechte, Sodomisten, Schwiegertochterfickern, Vergewaltigern, Männern mit gequetschten Hoden, nächtlichem Samenerguss, Blinden, Lahmen, vergewaltigten Frauen, Menschen die gesäuertes Brot und/oder Blutwurst essen, Entführern, Feiertagsarbeitern, Gotteslästerern, Zinsnehmern (Bankiers), Geldeintreibern, Betrügern, Söhnen die ihre Eltern verfluchen, Kleinwüchsigen, Zauberern, Toten Beschwörern, Wahrsagern, Traumdeutern, Männern die die Blöße der Schwester sehen, Rechtsbeugern, Kirchensteuer Verweigerern.

    Die Mehrheit der Menschen wird durch Gottes Liebe ausgerottet, viel Arbeit für die Religioten.

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  2. Sehr treffend formuliert, dein letzter Teilsatz: viel Arbeit für die Religioten. Lustigerweise ist der allmächtige Yahweh nicht in der Lage, die aufgelisteten Störenfriede der Erde selber zu eliminieren und ist stattdessen auf seine irdische Exekutive, eben die Religioten, angewiesen.

    Gottes Liebe ist entgegen der Behauptungen der jungen und ganz jungen Kirche ein äusserst lokal begrenzt auftauchendes Phänomen im Alten Testament. Konkret taucht sie da auf, wo das Volk Israel (sein Volk) ist und hört vermutlich gleich nach der Stadt-, spätestens aber nach der Landesgrenze abrupt auf.

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  3. Hola Pat,

    selbst wenn man die vielen "Neuübersetzungen" oder fremdsprachigen Bibeln (ich z.B. Spanisch, Englisch) durchgeht, zeigt der "Totenbeschwörer" (hier wohl aus der Hoffnung für alle) immer auch auf die Gläubigen und ganz bes. auf die Priester, die gesteinigt werden sollen. Die christl. Religion ist eine Totenreligion, auch wenn man neues Leben nach dem Tod verspricht braucht es den Tod. Gott wird als transzendales Geistwesen (spirit, espirito), also nicht körperlich definiert und die Gläubigen sehen sich mit Gott (Gott ist in ihnen - sie sind besetzt).

    Kurz: Es ist eine Religion die zur Selbstvernichtung aufruft.

    (Ja, ich weiß, es ist nur der alte Bund der nicht mehr gültig ist, so wie die 10 Gebote des alten Bundes :lol:)

    Gruß Willie

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  4. @Willie: Ich habe schon mehreren Christen gesagt, die Kirche wäre gut beraten, das Alte Testament als Bestandteil der Glaubensbasis zu entfernen. Nicht alle, aber viele Unstimmigkeiten und Fragezeichen würden verschwinden. :-)

    Totenbeschwörer ist vielleicht etwas schwach übersetzt. Andere Übersetzungen sprechen von "Geister beschwören oder Zeichen deuten", die man nicht soll.

    Und mir ging's halt darum, zu zeigen, dass alle von Gott gesandten Propheten nichts anderes tun als eben Geisterbeschwörer oder vor allem Wahrsager, Traumdeuter etc.

    Ob da jetzt auch alle Priester und sogar Gläubigen reinfallen, bin ich mir nicht sicher. Ich habe nie versucht (als ich Gläubiger war), Geister zu beschwören - oder gehört der Heilige Geist da auch dazu? - und schon gar nicht, irgendwelche Voraussagen zu machen, Träume zu deuten usw.

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    1. Hola de nuevo,

      ja ich sehe dies durchaus auch für den Hl, Geist. Die Gottesdefinitionen die ich kenne zielen ja immer darauf ab "Gott ist immateriell", also ein Geistwesen. Schon alleine die Aussagen "Gott erbarme dich unser", oder bei Beerdigungen "Erbarme dich seiner Seele" sind für mich (nach dieser Sichtweise) Geisterbeschwörungen. Man selbst kann nichts tun, aber der "Große Geist" soll etwas tun.

      Willie

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