Mittwoch, 12. Februar 2014

Todesfall

Kürzlich hatten wir einen Todesfall in unserer Familie. Die verstorbene Person war aus der Verwandtschaft meiner Frau und mir deshalb nicht ganz so nah, aber ich habe dennoch wieder mal konkret mitbekommen, wie von jemandem der Liebsten Abschied genommen wird.

Wohl die meisten meiner nächsten Verwandten sind Christen. Sie gehen dementsprechend auch mit Ihrer Trauer, dem Tod und der Gestaltung der Bestattungszeremonie um. Mir ist in dieser Zeit aufgefallen, dass Glaube halt eben schon eine Stütze sein kann.

Nicht, dass ich persönlich wanke und meine atheistische Ansicht in Frage stelle. Aber wenn jemand aufrichtig und voller Überzeugung glaubt, dass er den verstorbenen Liebsten eines Tages wieder sieht, dass dieser jetzt bei Gott im herrlichen Himmelreich ist und es "nur noch gut hat", dann glaube ich schon, dass das Mut macht und massiv Trost spendet. Auch wenn die Geschichte mit Gott nicht wahr ist und auch nicht durch als real wahrgenommenen Trost wahr wird.

Letztlich kann ich niemandem helfen, seine Trauer zu überwinden. Der Tod ist Scheisse. Seine Endgültigkeit ist brutal und bringt nochmals alle Erinnerungen in einem hoch. Ich habe schon Atheisten gehört, die meinten: "Als ich noch Christ war, war der Tod nicht so schlimm wie jetzt. Damals glaubte ich ja, dass wir uns wieder sehen und es nach dem Sterben weiter geht. Jetzt muss ich davon ausgehen, dass einfach aus ist."

Für den Verstorbenen ist es ja egal. Der merkt von der ganzen Trauer nichts mehr. Der Tod ist eigentlich sowieso nur für die Hinterbliebenen schlimm. Das Sterben nicht, das kann je nach Fall eine grosse Last sein, aber der Tod ist einfach da. Punkt.

Aber da sind wir wieder beim Glauben. Je nach dem geht es danach eben weiter und Tod ist nicht einfach gleich zu setzen mit fertig, aus, Schluss. So muss es wohl auch dieser Biker gesehen haben, dessen Wunsch es war, sitzend auf seiner geliebten Harley Davidson beerdigt zu werden. Und so geschah es.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen