Freitag, 21. Februar 2014

Wir brauchen keinen Gott (Michel Onfray)

Mal noch einen kurzen Text über ein Buch, das ich gerade gelesen habe. Der Franzose Michel Onfray scheint ja kein unbekannter zu sein unter den zeitgenössischen Philosophen und Atheisten. Nun, das mag für viele so sein, für mich war er sehr wohl unbekannt. Entsprechend ging ich vorurteilslos und neugierig daran, sein Werk aus dem Jahre 2005 zu lesen.

Onfray teilt das Buch grob in zwei Teile: Im ersten (längeren) Teil demontiert er die monoteheistischen Religionen, allen voran die christliche. Im zweiten formuliert er sozusagen ein Plädoyer für eine religionsfreie Zukunft. Was sich deutlich einfacher schreiben als umsetzen lässt. Dessen dürfte er sich aber durchaus bewusst sein.

Für mich beeindruckend: Der Typ weiss enorm viel (im Gegensatz zu mir). Punkt. Und er trifft den Nagel haargenau, wenn er den Christen (und auch den Juden und Muslimen) vorwirft, haufenweise Verse auswendig zu können, aber die Geschichte, die hinter der Bibel steckt, nicht wirklich zu kennen. Umso spannender war es für mich, seine ausholenden Erklärungen zu verschiedenen Gegebenheiten zu lesen.

Sehr einleuchtend, manchmal nicht ganz einfach verständlich, zeigt Onfray auf, wie unglaubwürdig die drei monotheistischen Weltreligionen in Tat und Wahrheit sind. Leider - und das ist ein springender Punkt - fällt das nur dem auf, der seinen Verstand nicht ausschaltet.

Ich habe viel Neues gelernt und auch neue Gedankenanstösse erhalten. Ein Buch, das mich motiviert hat, mich vermehrt auch über das zu informieren und zu belehren, das sozusagen Randerscheinungen der Bibel bzw. der Religion sind.

Etwas schade fand ich, dass sich Onfray bei neuzeitlicheren Beispielen vorwiegend (wenn nicht ausschliesslich) auf die römisch-katholische Kirche konzentriert. Die ist zwar sehr mächtig und gross, für einen wesentlichen Teil der Christenheit jedoch nicht wirklich das Mass aller Dinge. Da ich nicht als Katholik aufwuchs, konnte ich mich da auch wenig wieder finden.

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