Montag, 31. März 2014

Nerviges Glockengeläut

Sonntagabend nach 20 Uhr: Wir waren bei Freunden auf Besuch und machen uns gerade auf den Heimweg. Beim Verlassen des Gebäudes wundere ich mich über das Geläute der Kirchenglocken. Keine Ahnung, wie lange die schon bimmeln, aber die fünf Minuten, in denen wir uns draussen verabschiedeten und mit zufällig auftauchenden Leuten noch ein paar Worte wechseln, läuten die ununterbrochen weiter.

Mich betrifft das ja nicht. Da, wo ich wohne, hört man - wenn überhaupt - die Kirchenglocken nur bei entsprechenden Windverhältnissen. Übrigens ein Thema, das mich schon lange fasziniert, warum oder wie der Ton vom Wind getragen wird. Aber das hat jetzt mal nix mit diesem Beitrag zu tun. Nun also, obschon es mich persönlich nicht betrifft, habe ich mich schon gewundert über das wirklich laute und meiner Meinung nach wirklich störendes Geläute. Insbesondere weil es minutenlang andauerte. Wozu soll das gut sein?

Donnerstag, 27. März 2014

Unnötige Wiederholungen

Es ist spät abends und ich meinte schon, ich wäre besoffen... Lese ich doch zwei aufeinander folgende Kapitel und was steht darin? Zwei Mal das Gleiche. Nicht wörtlich, aber sinngemäss.

Irgendwann muss ich mich mal darüber informieren, weshalb das so ist. Ist mir nämlich schon weiter vorne in der Bibel aufgefallen, dass sich Gott (der ja als Urheber der Bibel gilt) gerne wiederholt.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass verschiedene Versionen der gleichen Erzählung irgendwann aus irgendwelchen Gründen zusammen kamen. Und weil sich der Mönch, der gerade dran war mit abschreiben, nicht für die eine oder andere Version entscheiden konnte, hatte er einfach beide reingepackt.

Ich bezweifle mal, dass es Gott als derart wichtig erachtete, den späteren Generationen zu erklären, wie gross die wehrfähigen Gruppierungen innerhalb des Volkes Israel waren, dass er dies gleich zwei Mal nieder schreiben liess (4. Mose Kapitel 1 und Kapitel 2).

Nun, wie auch immer: Jedenfalls geht's jetzt wohl langsam los. Denn die Kampfkraft der Israeliten ist definiert, die Truppen erhoben. Die Schlachtzüge des auserwählten Volkes können beginnen. Yeah. Shalom. 

Sonntag, 23. März 2014

Vielseitiges Programm = Überstunden

Nach längerer Abwesenheit heute mal wieder umständehalber im Gottesdienst "meiner" alten Gemeinde gewesen und mir das Programm vorher runter geladen (die haben den Login seit Jahren nicht mehr geändert).

Im Begleittext der E-Mail steht: Es erwartet uns ein abwechslungsreiches und vielseitiges Programm. Das heisst soviel wie: Heute wird's mal wieder länger dauern.

Mittwoch, 19. März 2014

Wer ist eigentlich wie viel Wert?

Vor lauter Übersetzungsdurcheinander habe ich das, was ich eigentlich notieren wollte, vergessen: Es ging gestern also ums Auskaufen aus dem geweihten Zustand. Darüber, dass es seltsam ist, dass Drittpersonen jemanden weihen und wieder zurückkaufen können, will ich nicht weiter nachdenken. Es steht so da, also ist es so. Oder auch nicht.

Obschon man gerade bei Gott eigentlich vermuten könnte, dass ihm materielle Werte nicht so wichtig sind, geht es primär um Geld. Gott braucht aber kein Geld. Somit gehen auf diese Weise erwirtschaftete Finanzen in den Säckel des Priesters. Die müssen ja schliesslich auch leben. Ein Schelm, wer dem Schreiber des 3. Buch Moses unterstellt, dass er sich diese Sache ausdachte, um zusätzliche Einkommensquellen zu erschliessen.

Wenn man sich dann die Werte anschaut, die Gott hier Moses angegeben haben soll, breitet sich Enttäuschung aus. Enttäuschung darüber, dass vor Gott nicht jeder gleich viel Wert ist. Die Frau ist 40% weniger Wert. Und das nicht in irgendeinem übertragenen-symbolischen Sinne, sondern in harter Währung. Der Auskauf eines Mannes kostet 50, der einer Frau 30 Silberlinge. Je nach Alter gibt es noch Abweichungen, aber im Wesentlichen entspricht das den Angaben aus 3. Mose 27.

Noch günstiger wird es, geweihte Kinder wieder auszukaufen. Geweihte Kinder? Wie muss ich mir das vorstellen, wenn ein Vater sein Kind Gott weiht? Wenn Weihe in dem Sinne, wie auf Wikipedia erklärt, zu verstehen ist, dann würde das heissen, dass ein Vater sein Kind Gott bzw. dem Priester "zur Verfügung" stellte. Und da 3. Mose 27 den Wert für Kinder von einem Monat bis fünf Jahren erwähnt, muss davon ausgegangen werden, dass es auch geweihte Kinder dieses Alters gab.

Ein Kleinkind zwischen einem Monat und 5 Jahren kann mit 5 Silberstücken losgekauft werden, wenn es ein Junge ist; für ein kleines Mädchen sind 3 Silberstücke zu bezahlen.
3. Mose 27, 6


Ich bin mir nicht sicher, wie die Öffentlichkeit heute darauf reagieren würde, wenn jemand erklärte, er hätte sein Kleinkind soeben Gott geweiht und könne es nur gegen Bares wieder auskaufen. Vermutlich würde sich die Justiz einschalten.

Dienstag, 18. März 2014

Ich gelobe nach jemandes Schätzung Seelen. Hä?

In meinen kirchlich aktiven Jugendjahren gab es manchmal Diskussionen (aus denen ich mich stets raushielt), welche deutsche Bibelübersetzung denn besser oder schlechter wäre. Im Gegensatz zu mir waren die Hardcore-Christen stets der Meinung, derjenige Text sei am besten, der am nächsten am Urtext sei. Ich hingegen fand schon immer, dass der Text am besten ist, den man am einfachsten versteht. Denn warum soll Gottes Wort so kompliziert sein, dass man selbst beim Lesen des deutschen Satzes minutenlang überlegen muss, was das jetzt genau heisst. Deshalb war ich auch, im Gegensatz zu vielen Kollegen, begeistert, dass mit der 'Hoffnung für Alle' ein lesbarer Text verfügbar wurde. Aber wie gesagt, ich hielt mich aus den Streitgesprächen raus.

Doch heute kommen mir die damaligen Diskussionen wieder in den Sinn, während ich mir Gedanken mache, über einen Vers, dessen Sinn bzw. Bedeutung ich nicht verstehe. Vielleicht kann mir da jemand helfen? Ich mein' das jetzt ernst.

Im 3. Mose 27 heisst es in Vers 2:

Wenn jemand mir einen anderen Menschen mit einem Gelübde geweiht hat, kann er ihn mit einer bestimmten Summe wieder loskaufen.

(Hoffnung für Alle HFA)

Samstag, 15. März 2014

Du glaubst also, dass der Mensch vom Affen abstammt.

Ich kann mich an ein Gespräch erinnern, das ich vor einiger Zeit mit einem frommen Freund geführt habe. Er wollte von mir wissen, ob ich noch immer in die Kirche XY gehe. Als ich ihm daraufhin eröffnete, dass ich den religiösen Glauben an den Nagel gehängt habe, glaubte er mir erst nicht. Als er dann merkte, dass mir ernst war, war seine erste Aussage: "Dann glaubst du also, dass der Mensch vom Affen abstammt."Das war weniger eine Frage als eine Feststellung, leicht forsch mit vorwurfsvollem Unterton vorgetragen.

Als ob dies das Kernthema des christlichen Glaubens wäre. Ich war leicht erstaunt. Mangels biologischer Fachwissen lasse ich mich jeweils lieber nicht auf solche Diskussionen raus und erkläre jeweils, dass ich das Thema gerne den zehntausenden von Naturwissenschaftlern überlasse, die ihr Leben lang forschen und deshalb sicherlich eher zu schlüssigen Antworten kämen als ich mit meiner Bio-Grundausbildung. Unwahrscheinlich fände ich die Evolutionstheorie allerdings nicht. Jedenfalls nicht unwahrscheinlich als die Überlegung, dass ein zauberhaftes Wesen einen Klumpen Dreck nimmt, den Menschen, Pardon, den Mann formt und einmal kräftig rein pustet. Und dann die Frau erst; aus einer Rippe des Mannes. So was kann man ja auch nur wirklich als Tatsache in Betracht ziehen, wenn man's schon als Kleinkind eingetrichtert bekommt.

Nun, ich fand's interessant, dass ein gläubiger Freund als erste Reaktion die Sache mit der Abstammung vom Affen bringt. Scheinbar ist das Verlangen, nicht von diesen menschenähnlichen Bananenfressern abstammen zu müssen, ziemlich gross.


Freitag, 14. März 2014

Von der Sekte zur Religion

Eine interessante und unterhaltsam gemachte Kurz-Doku über die Entstehung des Christentums im Allgemeinen und der katholischen Kirche im Besonderen, die Welt der Wunder da produzieren liess und zeigte.

Weil kaum ein Gläubiger der heutigen Zeit sich die Frage stellt, wie das Christentum eigentlich entstand, merkt leider auch nur selten einer, auf was für wackligen Füssen dieser Glaube steht. Er beruft auf Mythen, Fantasien und Lügen.

Hier geht's zur Doku bei Welt der Wunder.

Mittwoch, 12. März 2014

Uta Ranke-Heinemann: Nein und Amen

Durch und durch reformiert aufgewachsen, später zum Katholizismus konvertiert und heute (bzw. seit etlichen Jahren) demontiert sie das, worauf beide Kirchen (und viele mehr) ihre Basis gebaut haben. Kernpunkte der christlichen Lehre und biblischen Geschichte entlarvt sie nicht nur als Produkte der Fantasie, sondern liefert auch die Indizien und möglichen Motive dafür. Da machen sich das jahrzehntelange Studium der Theologie dann doch noch bezahlt. :-)

Der zuweilen recht bissige Humor tut das Übrige, um das Buch, mit dem sich Uta Ranke-Heinemann laut Untertitel vom traditionellen Christentum verabschiedet, zu einem absoluten Lesetipp zu machen. 

Natürlich kann man danach immer noch sagen, man glaube trotzdem weiterhin an die Bibel und daran, dass sie Gottes Wort ist. Aber es bleiben grosse Fragezeichen, mit denen man in diesem Fall leben muss. Interessant ist diesbezüglich, dass die meisten Fragezeichen verschwinden, wenn man akzeptiert, dass die Bibel das jüdische Sagenbuch ist und höchstens philosophische Wahrheiten enthält. Ähnlich den griechischen Mythen oder anderen Sagengeschichten. 

Ich werde ab sofort jedem Christen, mit dem ich ins Gespräch komme, dieses Buch empfehlen. Einem Freund habe ich es bereits ans Herz gelegt, sich das Buch mal reinzuziehen. 

Er müsse es mir auch gar nicht sagen, ob er es gelesen hätte. :-)

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Donnerstag, 6. März 2014

Wehe dir...

Wenn du mitmachst und die Regeln befolgst, geht es dir gut. Doch wehe dir, du versuchst dein eigenes Spiel zu spielen und befolgst nicht mehr meine Befehle; du wirst leiden ohne Ende und sterben.

Könnte aus jedem durchschnittlichen Mafia-Film stammen. Oder von einem Diktator in einer x-beliebigen Region. Oder vom Anführer einer kriminellen Jugend-Gang. Ebenso könnte ein römischer Herrscher seinem engeren Umfeld so gedroht haben.

Versprechen und Drohung. Auf der einen Seite lauter tolle Dinge versprechen und sich damit Gehorsam und Loyalität erkaufen, auf der anderen Seite mit Gewalt drohen, ist ein bewährtes Mittel, um die Leute um sich herum gefügig zu machen. Warum sollte ich riskieren, körperliche Gewalt zu erfahren, wenn ich nur mitspielen muss, um bei den Siegertypen zu sein?

Eine Loyalität, die unter Druck erzwungen wird, ist jedoch eine gespielte Loyalität, keine echte. Der Gehorsam ist sehr unmittelbar von den angebotenen Gefälligkeiten abhängig bzw. den angedrohten Strafen. Der Weg über Versprechungen und Drohungen geht demnach nur jemand, der sich die Loyalität der anderen nicht auf ehrlichem Weg sichern kann. Vielleicht jemand, der eigentlich nicht überzeugt, aber halt leider die Macht besitzt, zu strafen wen ihm beliebt.

Scheinbar zählt der Gott des Alten Testaments auch zu dieser Kategorie. Denn das gesamte (!) 26. Kapitel des Buches Levitikus handelt von diesem mafia-ähnlichen Spiel: Versprechen und Drohung. Segen und Fluch.

Montag, 3. März 2014

Gott will eine Beziehung...

Ich habe einige Christen in meiner Familie und meinem Freundeskreis. Deshalb ist es vorprogrammiert, dass ich auch immer wieder in Gespräche zu diesem Thema verwickelt werde. In einem dieser Gespräche habe ich kürzlich erwähnt, dass es einfach keinen Sinn macht, dass Gott angeblich alle Menschen liebt, sich aber trotzdem keinen Weg einfallen lässt, auf dem alle gerettet werden können.

Mein Gesprächspartner meinte, er könne sich das schon recht gut erklären, wenn er sich vorstelle, wie wir Menschen es haben. Ein Mann, der sich verliebt hat, möchte gerne mit jener Frau für immer zusammen sein. So sehr er das aber wünscht, letztlich will er die Zweisamkeit doch nur, wenn auch sie ähnlich empfindet. Oder ein Vater möchte gerne Kontakt mit seinen Kindern. Wenn die aber aus irgendeinem Grund den Kontakt abbrechen, lässt es ein kluger Vater geschehen. Er wünscht zwar den Kontakt, aber er will ihn nicht erzwingen. So könne man sich das wohl mit Gottes Beziehung zu uns Menschen erklären.