Montag, 3. März 2014

Gott will eine Beziehung...

Ich habe einige Christen in meiner Familie und meinem Freundeskreis. Deshalb ist es vorprogrammiert, dass ich auch immer wieder in Gespräche zu diesem Thema verwickelt werde. In einem dieser Gespräche habe ich kürzlich erwähnt, dass es einfach keinen Sinn macht, dass Gott angeblich alle Menschen liebt, sich aber trotzdem keinen Weg einfallen lässt, auf dem alle gerettet werden können.

Mein Gesprächspartner meinte, er könne sich das schon recht gut erklären, wenn er sich vorstelle, wie wir Menschen es haben. Ein Mann, der sich verliebt hat, möchte gerne mit jener Frau für immer zusammen sein. So sehr er das aber wünscht, letztlich will er die Zweisamkeit doch nur, wenn auch sie ähnlich empfindet. Oder ein Vater möchte gerne Kontakt mit seinen Kindern. Wenn die aber aus irgendeinem Grund den Kontakt abbrechen, lässt es ein kluger Vater geschehen. Er wünscht zwar den Kontakt, aber er will ihn nicht erzwingen. So könne man sich das wohl mit Gottes Beziehung zu uns Menschen erklären.

Ich verstehe den Gedanken, der hinter diesem Erklärungsversuch steckt. Der Versuch einer Erklärung ist aber doch gescheitert oder zumindest unglaubwürdig. Ich kann mich durchaus mit dem im Beispiel erwähnten Vater identifizieren. Doch meine Kinder mögen noch so gegen mich sein, mir aus dem Weg gehen und mich beleidigen, niemals würde ich sie in so was wie eine ewige Verdammnis, eine feurige Hölle schicken. Nicht einmal umbringen würde ich sie, vermutlich noch nicht einmal ihnen Furchtbares wünschen.

Gottes Liebe kennt da laut Bibel deutliche Grenzen. Es besteht eine klare Erwartungshaltung dem Menschen gegenüber. Wer diese nicht erfüllt, landet in dem Gebiet, das die Bibel Hölle nennt. Und das ist so eine Art Ansammlung aller Boshaftigkeit und Grausamkeit. Für immer und ewig. Nur weil man im verhältnismässig äusserst kurzen Dasein auf Erden einen einzigen Entscheid falsch gefällt hat. Ganz schön kleinlich, der liebe Gott.

Doch leider ist dies nur ein Beispiel von vielen dafür, dass Christen oftmals einen auf den ersten Blick einleuchtenden Vergleich machen und sich dann frohlockend darüber freuen, dass alles Sinn ergibt, statt sich auch noch einen zweiten und vielleicht gar dritten Blick leisten. Eine kritische Betrachtungsweise an den Tag zu legen ist beileibe keine Tugend der Christenheit. Wer glaubt ist schliesslich stark.

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