Mittwoch, 30. April 2014

Wenn Religion zu viel Macht hat

Das Beispiel der bemitleidenswerten Touristin, die wegen eines Buddah-Tattoos in Sri Lanka verhaftet wurde, zeigt mal wieder: Wenn die Religiösen zuviel Macht haben, wird's lächerlich. Dabei hätte ich mir eigentlich gerade von buddhistischen Religioten am meisten Toleranz erwartet. Die sind doch stets so ausgeglichen, nicht?

Im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka geht die Justiz jedoch immer wieder gegen Ausländer vor, die sich ihrer Ansicht nach respektlos gegenüber religiösen Symbolen verhalten.

Traurig, dass Religion eine Staatsangelegenheit sein kann. Darüber sollte die Menschheit eigentlich spätestens seit dem Mittelalter hinweg sein.

„Es ist untersagt, sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue fotografieren zu lassen."

Hui, dabei ist das wohl eines der am häufigsten geschossenen Souvenire... Da denkst du nichts Böses, willst vor dem Heimflug noch einen letzten Schnappschuss machen - klickklack, schon hast du Handschellen an.

Quelle: http://www.adac.de/reise_freizeit/top_news/detail.aspx?ItpId=7114

Montag, 28. April 2014

Wann ändert sich Gott?

Das Heilige Zelt ist vollendet; in endlos scheinenden Anleitungen hat Gott via Moses definiert, welche Stoffe in welchen Farben und Grössen wann, wie und wo zum Einsatz kommen, wer was tragen, zusammen setzen und berühren darf und welche Sippe welche Gegenstände zu transportieren hat. Alles musste seine Richtigkeit haben, nichts durfte von den Anweisungen abweichen und schon gar nicht durfte irgendjemand ausserhalb der Familie Aarons und Moses ins Heiligtum gehen oder gar einen der heiligen Gegenstände im Innern berühren. Der sofortige Tod wäre die Folge gewesen (ob allein durch göttliches Einwirken oder durch ein bisschen Nachhilfe von Moses ist unklar).

89Dann ging Mose in das heilige Zelt, um mit dem Herrn zu sprechen. Er hörte die Stimme Gottes zwischen den beiden Cherub-Engeln, die auf der Deckplatte der Bundeslade standen. Hier sprach der Herr von nun an zu Mose.
4. Mose 7, 89


Noch immer spricht Gott nur im Heiligtum. Und nur zu Moses. So meine ich mich zu erinnern.

Irgendwann muss dann ja wohl noch die Wandlung kommen von einem Gott, der nur unter Einhaltung äusserst detailreicher Anweisungen überhaupt erreichbar war und nur von einem äusserst streng limitierten Personenkreis erreichbar war zu einem allgegenwärtigen Gott, der für jedes Gebet auf dieser Welt ein offenes Ohr hat, immer und überall präsent ist und alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und ihres Aussehens mag.

Denn eines ist klar: Der Gott des Alten Testaments ist das in keiner Weise. Und noch vieles mehr, das heute Eigenschaft Gottes genannt wird, fehlt im Alten Testament oder ist sogar im krassen Gegensatz zu erkennen.

Im Alten Testament haben wir einen Gott, der kleinlich, rachesüchtig, eifersüchtig, gnadenlos, blutrünstig, gewalttätig und willkürlich ist. Jedenfalls bis hierhin.

Donnerstag, 24. April 2014

Cybathlon

Weil Gott bekanntlich keine Amputierten heilt, muss sich der Mensch selber helfen. Und er tut das mit erstaunlichen Resultaten. Am ersten Cybathlon wird gezeigt, zu was der Mensch fähig ist. Einerseits durch seinen Willen, andererseits durch seine Intelligenz.

Cybatholn? Noch nie gehört? Der Cybatholn ist ein Wettkampf, der 2016 erstmals durchgeführt wird und aus verschiedenen Disziplinen wie Hindernisläufen besteht. Dabei treten nur körperlich behinderte Athleten zu den Wettkämpfen an. Im Gegensatz zu den Paralympics wird beim Cybathlon aber ausdrücklich gewünscht, dass sich die Athleten einen Vorteil durch Technologie gewinnen. Dadurch steht nicht der Sportler alleine, sondern auch die Firma, die z.b. eine Prothese oder einen Rollstuhl entwickelt hat, im Rampenlicht. Dementsprechend wird es Auszeichnungen der Athleten wie auch der beteiligten Firmen geben.




Montag, 21. April 2014

Hokuspokus Simsalabim, bist du die Ehebrecherin?

Da hätte ich gerne mal eine Predigt von gehört: 4. Mose 5. Nach Jahrzehnten Aufenthalt in christlichen Kreisen meine ich, dieses Kapitel, insbesondere die Verse 11 bis 31 heute zum ersten Mal zu lesen. Kein Wunder, über so einen schwachsinnigen Zauber bringt wohl der kreativste evangelische Pastor keine schlaue Predigt zusammen.

Ich verzichte darauf, hier alles zu rezitieren, die interessierte Leserschaft möge selber nachschlagen.

Keine Ahnung, was es mit dem erwähnten verfluchten Wasser auf sich hat. Möglich, dass der Priester da je nach Gutdünken etwas beimischte und so den Ausgang des göttlichen Experiments beeinflusste. Der Herrgott kann ja sich ja schliesslich nicht um alles persönlich kümmern. Möglich aber auch, dass allein der Zufall entschied, ob man sich durch die beigemischte Erde (=Dreck?) einen Infekt holte oder nicht.

Später hat sich die mittelalterliche Kirche das etwas einfacher gemacht und die fragwürdigen Frauen (nicht nur mutmassliche Ehebrecherinnen) einfach so lange gefoltert, bis das gewünschte Geständnis auf dem Tisch lag. Die Trefferquote konnte so sicherlich verbessert werden.

Falls hier ein Christ mitliest, soll er oder sie bitte einfach in den Kommentaren bestätigen, dass er oder sie glaubt, dass dieser Hokuspokus göttlichen Ursprungs ist und nicht einfach von Moses & Co als Ritual ausgedacht wurde, um die Verdächtigten einzuschüchtern und psychologisch zu beeinflussen.

Was ich als männliche Person ganz angenehm finde: Der Ehebrecher wird nicht bestraft, nur die Ehebrecherin. Die Sau, die. Also wirklich.

Freitag, 18. April 2014

C.S. Lewis: Pardon, ich bin Christ

Ich halte nichts von Fantasy-Geschichten wie Herr der Ringe oder Chronik von Narnia. Insofern war C.S. Lewis in einem Genre tätig, das mich nicht berührt.

Der Herr Lewis hat aber auch Bücher über seinen, den christlichen, Glauben geschrieben. Davon ist "Mere Christianity" eines der am meist bekannten. Auf Deutsch hiess das erst "Christentum schlechthin", später dann "Pardon - ich bin Christ". Die erste Titelübersetzung war ok, die zweite find' ich schon eher seltsam, kenne aber die Hintergründe, die zu dieser Änderung führten nicht. Komplett schlecht ist allerdings der Untertitel "Meine Argumente für den Glauben".

Der berühmte Schriftsteller erzählt zu Beginn zwar ansatzweise, warum er der Meinung ist, dass das Christentum der richtige Weg ist. Seine Argumente sind jedoch rasch nicht mehr wirklich nachvollziehbar und umso mehr vom Glauben verdrängt. Wenn Lewis feststellt, dass Jesus entwedere ein Irrer oder Spinner war oder eben die Wahrheit sprach, dann ist diese Auswahl an Alternativen schon nicht vollends nachvollziehbar. Noch weniger seine Aussage: "Ich glaube nicht, dass er ein Irrer oder Spinner war." Schön, aber warum, das verheimlicht er uns.

Kein Wunder, sieht Lewis den Glauben doch als eine Tugend. Zweifel sind immer Angriffe des Teufels. Der ideale Christ beschäftigt sich, wenn es nach Lewis geht,  sowieso möglichst täglich mit Gebet, Bibellesen und Gemeinschaft mit anderen Christen. Da werden Zweifel nicht mit der Suche nach Antworten beseitigt, sondern mit einfach noch mehr Glauben.

Wie gesagt, im grossen Teil des Buches schildert der prominente Autor seine Sicht des christlichen Glaubens. Er erklärt, oft mit seltsamen und umständlich konstruierten Vergleichen, wie er die Sache versteht. Das ist nicht per se langweilig, aber halt nicht das, was der Untertitel vielversprechend erhoffen lässt. Insgesamt also - gerade wegen des Untertitels - eher eine ernüchternde Lektüre (um das Wort Enttäuschung zu vermeiden).

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Dienstag, 15. April 2014

Bedingungslose Liebe

Gott liebt dich bedingungslos. 
Seine Liebe ist unendlich gross
Es sei denn, du liebst ihn nicht.
Dann landest du in der Hölle.

Klar, ein kleines bisschen grösser hätte seine Liebe schon noch sein dürfen. Aber mehr liegt da offenbar einfach nicht drin... Tja.

Samstag, 12. April 2014

Was, wenn Odin existiert?

Anklicken für grosse Ansicht

gesehen bei 'proud atheist'
Übersetzung durch mich :-)

Mittwoch, 9. April 2014

Vetternwirtschaft

Irgendwie beruhigend, dass das Volk schon zu Zeiten des Alten Testaments über den Tisch gezogen und Opfer von politischen oder religiösen Seilschaften wurde. Der Mose war darin ziemlich gut. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass er es relativ einfach hatte, solange er mit seinem Bruder Aaron die einzigen waren, die Gott sehen und mit ihm reden durften. Die konnten natürlich viel erzählen, das Volk musste es ja einfach glauben. Aber vermutlich wollten die auch gar nicht anders.

Jedenfalls sorgt Moses im 3. Kapitel des Buches Numeri (4. Mose) kurzerhand dafür, dass der gesamte Stamm Levi mit immerhin 22'000 Leuten ab sofort voll zur Verfügung von Aaron steht. Aaron wird also de facto mal eben Chef über die Bevölkerung einer kleineren Stadt. Einfach so. "Weil du mein Bruder bist" hat Moses seinen Entscheid vielleicht familienintern begründet.

Jede Sippe aus dem Stamm Levi bekam ganz klar definierte Aufgaben rund ums Heiligtum, durfte selber aber keinen Priester stellen, das blieb Aarons Familie vorbehalten. Naja, Insiderwissen sollte besser in der Familie bleiben. Und die klaren Strukturen und Aufgabenverteilungen sollen wohl den Gemeinschaftsgeist fördern. Jeder hat seinen Platz, seine Aufgabe und trägt zum gesamten Gelingen bei. Ein wichtiger Aspekt, besonders in diesen Anfangsstunden der monotheistischen Religion, aus der später das Judentum werden soll. Und noch später irgendwie das Christentum.

Laut Moses sieht Gott in den Leviten sozusagen einen Ersatz für das bisher geltende Gesetz, wonach jeder Erstgeborene (Mensch und Tier) Gott gehörte. Weil aber aktuell grad mehr Erstgeborene denn Leviten im Volk Israel waren, musste die Differenz natürlich freigekauft werden. Gott braucht schliesslich die Kohle. Gott? Nein, der Erlös (immerhin 16 Kilogramm Silber) war... für Aaron bestimmt. "Weil du mein Bruder bist."

Ja, der Moses schaute schon für seinen Bruder, da kann man ihm keinen Vorwurf machen.

>>Nachlesen


Dienstag, 8. April 2014

Verbesserung der Kommentare: Disqus eingeführt

Die Funktionen, die blogger.com von Haus aus bietet, sind ja ganz nett. Ein einfaches Blog für wenig Anspruchsvolle, schnell aufgesetzt und man hat keine technischen Sorgen.

Ausser man will etwas gegen die völlig doof gelöste Sache mit den Kommentaren unternehmen. Standardmässig bietet Google als Blogger-Betrieberin nämlich keine Möglichkeit, Kommentierende über nachfolgende Kommentare zu informieren.

Weil mich das bei fremden Blogs immer wieder stört - da antwortet jemand auf meinen Kommentar und ich krieg' nichts davon mit - habe ich auf diesem Blog nun Disqus eingerichtet.

Alle meine zukünftig Kommentierenden (habe ich euch schon gesagt, dass ich mich wahnsinnig über jeden Kommentar freue?) hat die Möglichkeit, sich zu registrieren (über verschiedene Wege) oder auch simpel als Gast und damit anonym zu kommentieren. Im letzteren Fall bleibt's dann allerdings dabei, dass man weiterhin keine Benachrichtigung erhält.

Ich empfehle deshalb, einen kostenlosen Account bei Disqus zu erstellen. Dann gibt man nicht mehr preis als man will und hat die volle Kontrolle über die eigenen Kommentare.

Übrigens: Danke allen, die hier kommentieren. Ich hoffe ganz fest, dass das in Zukunft noch stark zunimmt.

Sonntag, 6. April 2014

Religiöser Skeptiker?

Unzählige Male habe ich sie gehört, die Geschichte, wie jemand zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist, sich bekehrt hat. Egal, wie viel Vorlauf, es gibt in 99% der Bekehrungsgeschichten einen klaren Stichentscheid, einen eindeutigen Start zum Leben als Christ. Das war auch bei mir so. Als Kind in einem Jungwacht-Lager. Politisch entscheiden durfte ich noch lange nicht, aber dafür, zu etwas Imaginärem Ja zu sagen, das ich nur vom Hörensagen kannte, dafür schien ich alt genug. Dabei war ich noch gar nicht in der Lage, die Hintergründe zu verstehen.

Donnerstag, 3. April 2014

GEO Epoche

In den vergangenen bald zwei Jahren habe ich mehr in der Bibel gelesen als in den fünfzehn Jahren davor. Ich hatte den Eindruck, mit Abschliessen meines christlichen Glaubens die Bibel noch einmal komplett durch zu lesen. Das kann einen schon packen, sag' ich euch. Allerdings anders, als die Frommen das wohl gerne hätten.

Doch auch nicht-biblische Lektüre habe ich mir angetan, die Religionen im Allgemeinen und den christlichen Glauben im Speziellen zum Thema hatten. Und je mehr ich dadurch lerne, desto mehr erhalte ich den Eindruck, eigentlich nichts zu wissen. Im Grunde fehlt mir jedes Wissen, sowohl in theologischer wie auch historischer und naturwissenschaftlicher Sicht, um abschliessend zu argumentieren und entscheiden. Doch das geht ganz offensichtlich den meisten Christen auch so, weshalb also Diskussionen durchaus möglich sind.