Montag, 28. April 2014

Wann ändert sich Gott?

Das Heilige Zelt ist vollendet; in endlos scheinenden Anleitungen hat Gott via Moses definiert, welche Stoffe in welchen Farben und Grössen wann, wie und wo zum Einsatz kommen, wer was tragen, zusammen setzen und berühren darf und welche Sippe welche Gegenstände zu transportieren hat. Alles musste seine Richtigkeit haben, nichts durfte von den Anweisungen abweichen und schon gar nicht durfte irgendjemand ausserhalb der Familie Aarons und Moses ins Heiligtum gehen oder gar einen der heiligen Gegenstände im Innern berühren. Der sofortige Tod wäre die Folge gewesen (ob allein durch göttliches Einwirken oder durch ein bisschen Nachhilfe von Moses ist unklar).

89Dann ging Mose in das heilige Zelt, um mit dem Herrn zu sprechen. Er hörte die Stimme Gottes zwischen den beiden Cherub-Engeln, die auf der Deckplatte der Bundeslade standen. Hier sprach der Herr von nun an zu Mose.
4. Mose 7, 89


Noch immer spricht Gott nur im Heiligtum. Und nur zu Moses. So meine ich mich zu erinnern.

Irgendwann muss dann ja wohl noch die Wandlung kommen von einem Gott, der nur unter Einhaltung äusserst detailreicher Anweisungen überhaupt erreichbar war und nur von einem äusserst streng limitierten Personenkreis erreichbar war zu einem allgegenwärtigen Gott, der für jedes Gebet auf dieser Welt ein offenes Ohr hat, immer und überall präsent ist und alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und ihres Aussehens mag.

Denn eines ist klar: Der Gott des Alten Testaments ist das in keiner Weise. Und noch vieles mehr, das heute Eigenschaft Gottes genannt wird, fehlt im Alten Testament oder ist sogar im krassen Gegensatz zu erkennen.

Im Alten Testament haben wir einen Gott, der kleinlich, rachesüchtig, eifersüchtig, gnadenlos, blutrünstig, gewalttätig und willkürlich ist. Jedenfalls bis hierhin.

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