Dienstag, 20. Mai 2014

Fehler. Strafe? Tod!

Würde ein Gott, wie ihn die Bibel beschreibt, existieren, ist es einigermassen verständlich, wenn er Regeln erlassen würde, wie die Menschen zusammen leben sollen. Es würde zwar überraschen, aber es ist auch noch irgendwie vorstellbar, dass er sich sehr darüber ärgert, wenn eben diese Vorschriften nicht eingehalten würden. Wenn er dafür Zeit hat, bitte schön.

Damit wäre einigermassen einleuchtend, dass er sich für das Verstossen gegen seine Gesetze auch Strafen ausdenkt, meinetwegen auch sehr harte Strafen wie den Tod. Und so ist es denn auch gewesen, zumindest wenn man 4. Mose 15 als Tatsachenbericht akzeptiert.

Wirklich überraschend (um es mal beschönigend zu sagen) ist allerdings, dass Gott nicht etwa gross unterscheidet, ob jetzt einer jemanden umgebracht hat oder irgend etwas harmloseres Verbotenes, sagen wir mal am Sabbat Holz sammeln, getan hat. Verstoss ist Verstoss. Und wer verstosst gegen die Gebote des Herrn ist des Todes.

32Während des Zuges durch die Wüste wurde einmal ein Israelit dabei gesehen, wie er am Sabbat Holz sammelte. 33-34Man brachte ihn zu Mose und Aaron, und vor dem ganzen Volk wurde beraten, was mit ihm geschehen sollte. Da niemand genau wusste, welche Strafe er verdiente, wurde er zunächst eingesperrt. 35Dann sprach der Herr zu Mose: »Dieser Mann muss sterben! Das ganze Volk soll ihn draußen vor dem Lager steinigen.« 36Da führten die Israeliten ihn aus dem Lager und steinigten ihn, wie der Herr es durch Mose angeordnet hatte.
4. Mose 15, 32ff


Und was fällt dem aufmerksamen (und auch dem weniger aufmerksamen) Leser auf? Die Strafe wird Mose von Gott übermittelt (hüstel hüstel), zum Ausführen ist sich Gott dann aber entweder zu schade oder es mangelt ihm an, sagen wir mal der nötigen Fähigkeit, seine fiktive Aura abzulegen und das Leben des schwerstkriminellen Holzsammlers selbst auszuknipsen.

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