Freitag, 30. Mai 2014

Zaubertrank aus Gottes Küche

Man nehme eine Kuh. Rotbraun muss sie sein, und jung. Und natürlich gesund. Diese schlachte man und verbrenne sie komplett, also mit Fell, Fleisch, Fett und Knochen. Ins Feuer werfe man noch rote Wolle, Ysop und Zedernholz. Bis von allem nur noch die Asche übrig ist.

Diese Asche wird aufbewahrt. Denn damit lässt sich Reinigungswasser herstellen, das unreine Menschen rein machen kann. Indem man die Asche mit Wasser vermischt, einen Bündel Ysop eintaucht und den Unreinen damit besprüht. Einmal am dritten und einmal am siebten Tag nach der Verunreinigung.

So steht's in 4. Mose 19. Klingt wie ein Rezept für einen Hexentrank. Geradezu lächerlich, dass die Hexenverfolgung auf das Konto der Kirche geht.

Ach übrigens: Wer sich dem obigen Ritual nicht unterziehen wollte, wurde bestraft. So wollte es Gott. Und wenn sie von Gott kommt, kann es eigentlich nur eine Strafe sein. Richtig, der Tod.


Kommentare:

  1. Interessanterweise nicht ganz, die Hexenverfolgung geht nicht auf die auf die gesamte Kirche zurück. Zum Beispiel in rein katholischen Staaten gab es so gut wie keine Hexenverfolgung.

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  2. Naja, ich gestehe, mich der umgangssprachligen Klischees zu bedienen. Die Inquisition wird in dieser oft als Hexenverfolgung bezeichnet, in Wahrheit ging's wohl - ohne dass ich da vertieftes Wissen hätte - eher darum, Andersdenkende zum Schweigen zu bringen und Angst als Druckmittel zu haben.


    Für den heutigen Blog-Post aber eher nebensächlicher Natur.

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