Dienstag, 10. Juni 2014

Soll ich oder soll ich nicht... mein Volk auslöschen?

Zum wiederholten Male: Das Volk fällt von Gott ab, Gott kriegt in seiner barmherzigen und gütigen Liebe seinem auserwählten Volk gegenüber einen Tobsuchtanfall und beschliesst, mal eben das ganze Volk auszurotten. Ist ja nicht das erste Mal. Ich bin ja inzwischen echt froh, dass diese ganzen Geschichte erfunden und nicht wahr sind. Einem Gott mit so wenig Selbstbeherrschung wäre man glattwegs geneigt, den Stinkefinger zu zeigen.

Das fanden ein paar Hundert Jahre später wohl auch die ersten Christen (Ex-Juden), denn man war ab dem Jahre 0 ja richtiggehend bemüht, das Image von Gott aufzupolieren. Das war auch dringend nötig und längst überfällig. Wer will schon einen Gott, der erst die Menschen baut, um sie später allesamt in einer Flut zu ersäufen, bis auf eine (1!) einzige Familie, die nicht gottlos war. Später auserwählt er ein Volk und allein bis hierhin (4. Mose 25) hat er bestimmt schon dreimal vorgehabt, es wieder auszuradieren.

»Nimm die führenden Männer des Volkes gefangen, und häng sie am helllichten Tag auf! Sonst wird mein glühender Zorn das ganze Volk treffen.«
4. Mose 25, 4

Und Mose befiehlt den Richtern (die mussten damals nicht nur verurteilen, sondern auch selber Hand anlegen):

»Tötet jeden von euren Leuten, der Baal-Peor als seinen Gott verehrt hat!«
4. Mose 25, 5


Und Pinhas, einer aus der Priesterfamilie, greift zur Lanze und durchstösst damit ein Liebespaar durch den Unterleib. Gottes Kommentar dazu: 

»Pinhas, der Sohn Eleasars und Enkel des Priesters Aaron, hat die Israeliten vor meiner Strafe gerettet. Er hat sich mit aller Kraft für mich eingesetzt und so verhindert, dass ich die Israeliten in meinem Zorn vernichte.
4. Mose 25, 11


Wer nicht glaubt, dass sich das göttliche Lob auf den priesterlichen Mord bezieht, soll selber nachlesen. 

Manchmal ist der echt cool drauf, dieser neue Gott der Israeliten.

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