Mittwoch, 30. Juli 2014

Schuldenerlass

Könnte sich bitte mal ein Ökonom Gedanken darüber machen, wie unsere Wirtschaft aussähe, wenn wir das befolgen würden?

Am Ende jedes siebten Jahres sollt ihr einander eure Schulden erlassen.
5. Mose 15, 1


Das ist tatsächlich so gemeint, wie's da kurz und bündig steht. Ich leihe jemandem 100 Ziegen. Und im siebten Jahr erlasse ich ihm die Schuld. Was er mir bis dahin nicht zurück bezahlt hat, hat er eben nicht zurück bezahlt. Schwamm drüber.

Ich mach' dann mal eine neue Festhypothek auf sieben Jahre...

Freitag, 25. Juli 2014

Die Tiere sind mit schuldig

Wir sind eigentlich nach wie vor ganz am Anfang der Bibel, im 5. Buch Moses. Und doch wissen wir schon ziemlich viel über Gottes Eigenschaften. Es sind allesamt andere als die, die Kirchen heute predigen. Aber damit müssen wir wohl leben.

Etwas, das der liebe Gott überhaupt nicht ertragen kann, ist Götzendienst. Da unterscheidet er sich in keiner Weise von den altertümlichen Königen, die jeden hinrichten liessen, die nicht loyal genug erschienen.

Dass es sauer macht, wenn jemand andere Götter anbetet, ist verständlich. Immerhin hat ja nur der jüdische Gott sich so viel Mühe gegeben und extra ein Volk auserwählt. Ich finde zwar, er sollte das nicht zu eng sehen, aber es ist schon verständlich.

Dass diejenigen sterben müssen, die fremde Götter anbeten, find' ich dann doch schon etwas kleinlich. Wenn sie dem falschen Gott hinterherlaufen, sollen sie doch. Ist ja ihre Zeit, die verloren geht; ihr Leben, das keine Erfüllung findet. Aber ok, er will, dass die sterben.

13-14Es kann auch geschehen, dass gewissenlose Menschen aus eurem Volk eine ganze Stadt, die der Herr euch gibt, zum Götzendienst verführen. Wenn ihr davon hört, 15sollt ihr genau nachforschen, Zeugen befragen und der Sache auf den Grund gehen. Beruht das Gerücht auf Tatsachen, und stellt sich heraus, dass wirklich etwas so Abscheuliches in eurem Land geschehen ist, 16dann tötet alle Einwohner dieser Stadt mit dem Schwert. Ihr müsst Gottes Strafe an ihnen und an allem, was es in der Stadt gibt, vollstrecken.
5. Mose 13, 13-16


Ich bin der 80/20-Typ, falls dir das was sagt. Ich bin der Meinung, dass man mit 20% Aufwand rund 80% der Arbeit erledigt hat und für den Rest ungemein viel mehr Aufwand betreiben muss. Das ist vielleicht der Grund, weshalb es mir nicht einleuchtet, dass in einer Stadt, in der soeben alle Menschen getötet wurden, weil sie andere Götter anbeteten, nun auch noch alle Tiere sterben müssen.

Die Eliminierung aller Menschen war schon dicke Post. Die Gefahr, die jetzt noch von allfälligen überlebenden Eseln, Schafen und Rindern ausgehen könnte, will mir aber einfach nicht in den Kopf.

Tötet auch die Tiere! Vers 17b

Sonntag, 20. Juli 2014

Gewalt gegen andere Völker: Ein Erklärungsversuch

1Hört, ihr Israeliten! Ihr werdet jetzt den Jordan überqueren und das Land auf der anderen Seite in Besitz nehmen. Ihr werdet Völker von dort vertreiben, die größer und mächtiger sind als ihr. Sie wohnen in gewaltigen Festungen mit himmelhohen Mauern. 2Unter ihnen ist auch ein mächtiges Volk von hoch gewachsenen Menschen, die Anakiter. Ihr wisst, dass man sagt: »Anakiter sind unbesiegbar!« 3Aber ihr werdet sehen, dass der Herr, euer Gott, vor euch herzieht und wie ein Feuer alles zerstört. Er besiegt diese Völker und gibt sie in eure Gewalt. Mit seiner Hilfe könnt ihr sie schnell vertreiben und vernichten. So hat er es euch versprochen. 
5. Mose 9, 1-3

Den in der Bibel geschilderten Eroberungsfeldzug des Volkes Israel stelle ich mal grundsätzlich in Frage, weil die Archäologie, im Gegensatz zu anderen in dieser Zeit stattgefundenen Ereignissen, herzlich wenige bis gar keine Belege dafür gefunden hat. Und es ist äusserst unwahrscheinlich, dass ein Auszug eines Millionenvolkes aus der Sklaverei in Ägypten oder die Vernichtung des ägyptischen Heeres in den Fluten des Meeres (oder so einiges anderes) in der ansonsten verhältnismässig gut dokumentierten Ära der Ägypter übersehen wurde.

Dienstag, 15. Juli 2014

Das ist natürlich kein Widerspruch, oder?

Alle Völker, die der Herr in eure Gewalt gibt, sollt ihr auslöschen! Habt kein Mitleid mit ihnen!
5. Mose 7, 16

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
3. Mose 19, 18


Wetten, dass es weitere Beispiele dieser Art gibt? Ganz viele. Man findet sie relativ einfach. Man muss nur die Bibel lesen. Die Bibel, nicht einzelne Verse daraus, die zufällig gerade auf einem Andachtskalender standen.

Freitag, 11. Juli 2014

Gebet ad absurdum

Einige posten derzeit im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Finalspiel in Brasilien dieses Bild und kommentieren dazu, wer wohl den besseren Draht nach oben hätte. Irgendwo habe ich auch die Bildlegende gelesen: Beni ist eingeschlafen und Franz hat Zahnweh.

In meinen Augen ist das Bild, das natürlich nicht unbedingt die wahren Gedanken der beiden Päpste wiedergibt, aber ein tolles Sinnbild dafür, dass Gebete nichts bewirken. Oder was sollte ein Gott, wenn es einen gäbe, tun, wenn zwei für das jeweilige Gegenteil beten? 

Der Wunsch von einem der beiden wird in Erfüllung gehen. Aber nicht, weil Gott ihn erhört (auch wenn in der Praxis dann jeweils genau das behauptet wird), sondern weil die entsprechende Mannschaft mindestens ein Tor mehr schiesst. Der andere würde im echten Leben vermutlich sagen, dass es halt nicht Gottes Wille war, dass sein Gebet in Erfüllung ging. Auch das ist falsch. Die Mannschaft hat einfach schlechter gespielt oder Pech gehabt. 

Es wäre so einfach. Ganz ohne Magie und Übernatürliches. 

Donnerstag, 10. Juli 2014

Glaube hilft nicht

No amount of belief 
makes something a fact.
James Randi

Montag, 7. Juli 2014

Ich wähle Jesus


"Ich wähle Jesus" steht auf dem T-shirt, das der Kleine anziehen soll.

"Ich will das nicht anziehen, Mama" versucht sich der Kleine zu wehren.


"Du hast keine andere Wahl" antwortet die Mutter.

Dieser Cartoon zeigt etwas überspitzt, aber sehr deutlich, warum Religionen kaum je aussterben. Sie werden als Tradition und Kultur getarnt von Generation zu Generation übermittelt.

Freunde haben mir mal gesagt, sie würden ihre Kinder nicht manipulieren und ihnen die freie Wahl lassen, sich später mal für oder gegen Gott zu entscheiden. Tatsächlich nehmen sie die Kinder aber wöchentlich zum Gottesdienst mit, lassen sie am Freitag in die biblisch orientierte Jugendgruppe, singen zu Weihnachten nur Kirchenlieder und erzählen ihnen biblische Geschichten. Und als ob das nicht genug wäre, kaufen sie ihnen auch ausschliesslich Hörspiele mit christlichen Inhalten. Nein, nein, absolut keine Manipulation.

Die Kinder fühlen sich vielleicht nie gedrängt, sie haben aber letztlich kaum eine andere Wahl, als das, was die Kirche erzählt, als wahr zu betrachten. Sie werden kaum mehr je davon weg kommen, sich vor der Strafe für Sünder zu fürchten. Sie werden im dümmsten Fall lebenslänglich unsicher sein, ob nicht doch ein unsichtbares Wesen alles sieht und alles hört und alles weiss.


Samstag, 5. Juli 2014

Lächerliche Gebote

Das fünfte Buch Mose heisst auch Deuteronium Deuterononium und ist so was wie eine Wiederholung der wesentlichen Punkte aus der bisherigen Erzählung. Doppelt gemoppelt, sozusagen. Vielleicht steckt auch ein tieferer Sinn dahinter, keine Ahnung. Da kümmere ich mich später mal drum.

Nach den doch zahlreichen kriegerischen Geschichten, die das Volk Israel unter dem Schutz des höchsten Gottes erleben durfte, bei denen unzählige Männer, Frauen und auch Kinder abgeschlachtet wurden, weil sie dummerweise im von Gott für Israel vorgesehenen Land lebten, ist das folgende Gebot Gottes geradezu lächerlich.

Du sollst nicht die Frau eines anderen Mannes begehren! Begehre auch nichts von dem, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch sein Feld, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder, Esel oder irgendetwas anderes, was ihm gehört.«
5. Mose 5, 21

Es muss für das Volk Israel, und damit für den biblischen Gott, der das jeweils ausdrücklich rechtfertigt oder gar verlangt, eine Art Zwei-Klassen-Gerechtigkeit geben. Du sollst nicht töten, ausser jemand verteidigt sein Land, das du ihm wegnehmen willst. Du sollst nichts deines Nächstens begehren, es sei denn, es geht um seine Existenzgrundlage, die du gerne übernehmen würdest. Weil es Gott so will. Der Gott, den immer nur Moses hört und niemand ausser Moses je gesehen hat.

Wie geht es eigentlich Carl Snider in der Klapsmühle?