Samstag, 5. Juli 2014

Lächerliche Gebote

Das fünfte Buch Mose heisst auch Deuteronium Deuterononium und ist so was wie eine Wiederholung der wesentlichen Punkte aus der bisherigen Erzählung. Doppelt gemoppelt, sozusagen. Vielleicht steckt auch ein tieferer Sinn dahinter, keine Ahnung. Da kümmere ich mich später mal drum.

Nach den doch zahlreichen kriegerischen Geschichten, die das Volk Israel unter dem Schutz des höchsten Gottes erleben durfte, bei denen unzählige Männer, Frauen und auch Kinder abgeschlachtet wurden, weil sie dummerweise im von Gott für Israel vorgesehenen Land lebten, ist das folgende Gebot Gottes geradezu lächerlich.

Du sollst nicht die Frau eines anderen Mannes begehren! Begehre auch nichts von dem, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch sein Feld, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder, Esel oder irgendetwas anderes, was ihm gehört.«
5. Mose 5, 21

Es muss für das Volk Israel, und damit für den biblischen Gott, der das jeweils ausdrücklich rechtfertigt oder gar verlangt, eine Art Zwei-Klassen-Gerechtigkeit geben. Du sollst nicht töten, ausser jemand verteidigt sein Land, das du ihm wegnehmen willst. Du sollst nichts deines Nächstens begehren, es sei denn, es geht um seine Existenzgrundlage, die du gerne übernehmen würdest. Weil es Gott so will. Der Gott, den immer nur Moses hört und niemand ausser Moses je gesehen hat.

Wie geht es eigentlich Carl Snider in der Klapsmühle?

Kommentare:

  1. Huhu.

    Nur eine Randbemerkung (oder zwei): Das Buch heisst "Deuteronomium", macht aber nix. Meines Erachtens gehen die meisten Wissenschaftler mittlerweile davon aus, dass es nachträglich "gefunden" und zu den anderen Gesetzbüchern hinzu gefügt wurde. Die Prophezeiungen über das babylonische Exil werden so zu "Nachhersagen".

    Mit allem anderen hast du recht: Hier wurde ein Durcheinander aus primitivem Stammesrecht, Tempelvorschriften, Stammeslegenden und Unsinn gesammelt. Wo da die ach so überlegene Moral stecken soll, bleibt völlig unklar. Chinesen, Römer, Griechen, Perser, etc, waren damals schon deutlich weiter.

    AntwortenLöschen
  2. Die Geschichte vom nachträglichen "Finden" und der Bestätigung durch einen Priester, "ja, das ist Teil des Gesetzes, haltet euch dran" findet sich sogar in der Bibel, in 2 Könige 22.

    AntwortenLöschen
  3. Huhu zurück :-)
    Danke für deine Ergänzungen und Korrekturen. Du hast natürlich recht mit dem Buchnamen. Ich korrigier' das jetzt mal, aber so, dass dein Kommentar nicht grad komisch wird.

    Der Hinweis auf 2. Könige 22 ist interessant. Spontan lese ich da nur von "einem" meines Erachtens nicht weiter spezifizierten Gesetzbuch. Gibt es deiner Meinung nach konkrete Hinweise, dass damit Deuteronononononoium gemeint sein könnte?

    AntwortenLöschen