Samstag, 30. August 2014

Der Fluch, der keiner war

Für die Christen ist die Bibel Gottes Wort. Sie ist damit unfehlbar, wie mir immer wieder gesagt wurde. Muss sie in den Augen der Christen ja auch sein, wenn sie Gottes Wort sein soll. Über die Jahrhunderte wurde sie immer und immer wieder abgeschrieben, häufig von einer Kopie der Kopie einer Kopie. Oder so ähnlich. Dass sich dabei mal ein Übersetzungs- oder Schreibfehler eingeschlichen hätte, wird von den meisten strenggläubigen Christen ausgeschlossen. Dafür hat Gott gesorgt.

Immer wieder tauchen jedoch Stellen auf, in jeder Hinsicht auf menschliche statt göttliche Urheberschaft deuten. Oder Ungereimtheiten, wie z.B. die Sache mit Bileam.

In 5. Mose 23 bestimmt Gott via Schreiber, wer sich dem Heiligtum nähern darf bzw. wer nicht. Dabei werden unter anderem alle Nachfahren der Ammoniter und Moabiter ausgeschlossen, auch wenn sie seit zehn oder mehr Generationen im Land wohnen, wie es ausdrücklich heisst. Als einer der Gründe dafür wird angegeben, dass Sie Bileam Geld gaben, um das Volk Israel zu verfluchen. Dann erwähnt der Schreiber:

Montag, 25. August 2014

Was tun bei Vergewaltigungen?

Wie Israel bei Vergewaltigung vorzugehen hat, steht ihn 5. Mose 22, 22-29. Ich habe mal irgendwo eine grafische Darstellung dieser Verse gesehen, die entsprechende Seite aber nicht mehr finden können. Deshalb habe ich kurzerhand eine eigene erstellt.  Bitte klick das untenstehende Bild an, um es in voller Auflösung zu betrachten.




Mittwoch, 20. August 2014

Der Blutfleck-Beweis

Dass ein Bräutigam eine jungfräuliche Braut erhält, war (und ist teilweise noch heute) Ehrensache. Und Ehrensache war eine Familienangelegenheit, für die primär die männlichen Familienglieder zuständig waren. Vater und Bruder sahen es demnach als persönlichen Angriff, wenn behauptet wurde, dass ihre Tochter bzw. Schwester bei der Verheiratung nicht mehr Jungfrau war.

Von daher kommt die Regelung aus 5. Mose 22, dass der Bettlaken der Hochzeitsnacht bei Bedarf als Beweismittel herhalten musste. War darauf ein Blutfleck, konnte man davon ausgehen, dass die Braut in der Hochzeitsnacht entjungfert wurde. Fehlte der Blutfleck, war das für das Gegenteil der Beweis.

Um nicht Gefahr zu laufen, irgendwann vom Bräutigam in der Ehre verletzt zu werden, war man also im jungen Volk Israel fast gezwungen, den Bettlaken von der Hochzeitsnacht über längere Zeit aufzubewahren. Denn:

Freitag, 15. August 2014

Steinige den ungehorsamen Sohn

Söhne, die ihren Eltern nicht gehorchen, sollen gesteinigt werden. 

So steht es in 5. Mose 21, 18-21

Die Steinigung ist wohl eine der grausamsten Arten, die Todesstrafe zu vollstrecken. Wie viele Kinder haben wohl wegen dieses Verses voller Panik, mit Tränen in den Augen, verzweifelt und hilflos darauf gewartet, bis der erste Schlag kommt, der erste Stein sie am Kopf trifft, Schmerzen verursacht. Wie viele wehrlose junge Menschen, die eigentlich ein ganzes Leben vor sich hätten, mussten auf diese Weise schreiend und weinend von dieser Welt gehen?

Wie kann man hinter dem Herausgeber eines solchen Gesetzes einen gütigen, barmherzigen, liebenden Vater im Himmel sehen?

Er hat Milliarden von Universen geschaffen, regt sich aber dermassen über einen kleinen Bengel auf, dass er ihn auf widerlichste Art ermorden lässt? Wunderbar sind die Wege des Herrn...

Aktuell erschüttern Bilder, Videos und Berichte von den mordlüsternen, grausamen IS-Banden, die in Syrien und im Irak alles hinrichten, was auch nur entfernt anders denkt. Widerlich. Aber die Christen sollten nicht zu laut dagegen protestieren. Würden die Christen nämlich ähnlich streng nach ihrem Glaubens-Buch, der Bibel, leben, würde das in vielen Punkten gar nicht so anders ausfallen als bei sharia-treuen Islamisten. Gesetze wie dieses oder jenes betreffend den Sabbat zeigen das deutlich.

Sonntag, 10. August 2014

Schnapp dir die schöne Gefangene

Wenn ihr Krieg führt [...] kann es geschehen, dass ihr Gefangene macht. Vielleicht sieht jemand von euch unter ihnen eine schöne Frau, die ihm so gut gefällt, dass er sie heiraten will. Er darf sie mit nach Hause nehmen. [...] Gefällt sie ihm irgendwann nicht mehr, dann muss er sie gehen lassen [...].
gekürzt aus 5. Mose 21, 10-14


Verse wie dieser tauchen nie in Predigten auf. Darin zeigt sich ein Gott, der die Frau als Ware sieht, die dem Manne nach Belieben zur Verfügung steht und selber kaum Rechte hat.

Bestimmt findet sich kein einziger Christ, der die Meinung vertritt, diese Verse würden heute unverändert Gültigkeit haben. Umso mehr stellt sich die Frage, ob Gott seither die Meinung geändert hat oder nach wie vor den Mann als wertvoller sieht. Geht man davon aus, dass Gott der Selbe ist seit aller Ewigkeit und bis in alle Ewigkeit, bekommt man Argumentationsschwierigkeiten.

Einmal mehr: Geht man davon aus, dass die Bibel lediglich ein Sammelsurium von Legenden und altertümlichen Verhaltensrichtlinien ohne göttlichen Einfluss ist, können wir solche Texte einordnen, verstehen und auch akzeptieren. Wenn sie  aber von einem übernatürlichen Wesen kommen, tauchen lauter Fragezeichen auf.

Gott liebt alle Menschen gleich, aber die Männer noch etwas gleicher.

Dienstag, 5. August 2014

Seltsamer Gerechtigkeitssinn Gottes

In 5. Mose 21 beschreibt angeblich Gott, wie das mittlerweile sesshafte Volk Israel zu verfahren hat, wenn ein Mordopfer gefunden wird und unklar ist, wer der Mörder ist. Das geht so:

Die Führer der dem Fundort am nächsten gelegenen Stadt müssen als erstes eine Kuh holen. Aber nicht irgendeine Kuh, es muss aber eine junge Kuh sein, die noch nie zur Arbeit eingesetzt wurde. Warum, weiss niemand. Mit der gehen sie an einen Bach. Aber nicht an irgendeinen Bach, es muss einer sein, der ganzjährig Wasser führt, an dem aber keine bebauten Felder liegen. Warum, weiss niemand. Nun wird der armen Kuh das Genick gebrochen. Warum, weiss niemand. Nun waschen sich die Führer vor den mittlerweile herbei geeilten Leviten die Hände über der Kuh (warum, weiss niemand) und erklären, dass sie den Toten weder umgebracht haben noch den Mörder kennen.