Sonntag, 10. August 2014

Schnapp dir die schöne Gefangene

Wenn ihr Krieg führt [...] kann es geschehen, dass ihr Gefangene macht. Vielleicht sieht jemand von euch unter ihnen eine schöne Frau, die ihm so gut gefällt, dass er sie heiraten will. Er darf sie mit nach Hause nehmen. [...] Gefällt sie ihm irgendwann nicht mehr, dann muss er sie gehen lassen [...].
gekürzt aus 5. Mose 21, 10-14


Verse wie dieser tauchen nie in Predigten auf. Darin zeigt sich ein Gott, der die Frau als Ware sieht, die dem Manne nach Belieben zur Verfügung steht und selber kaum Rechte hat.

Bestimmt findet sich kein einziger Christ, der die Meinung vertritt, diese Verse würden heute unverändert Gültigkeit haben. Umso mehr stellt sich die Frage, ob Gott seither die Meinung geändert hat oder nach wie vor den Mann als wertvoller sieht. Geht man davon aus, dass Gott der Selbe ist seit aller Ewigkeit und bis in alle Ewigkeit, bekommt man Argumentationsschwierigkeiten.

Einmal mehr: Geht man davon aus, dass die Bibel lediglich ein Sammelsurium von Legenden und altertümlichen Verhaltensrichtlinien ohne göttlichen Einfluss ist, können wir solche Texte einordnen, verstehen und auch akzeptieren. Wenn sie  aber von einem übernatürlichen Wesen kommen, tauchen lauter Fragezeichen auf.

Gott liebt alle Menschen gleich, aber die Männer noch etwas gleicher.

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