Dienstag, 5. August 2014

Seltsamer Gerechtigkeitssinn Gottes

In 5. Mose 21 beschreibt angeblich Gott, wie das mittlerweile sesshafte Volk Israel zu verfahren hat, wenn ein Mordopfer gefunden wird und unklar ist, wer der Mörder ist. Das geht so:

Die Führer der dem Fundort am nächsten gelegenen Stadt müssen als erstes eine Kuh holen. Aber nicht irgendeine Kuh, es muss aber eine junge Kuh sein, die noch nie zur Arbeit eingesetzt wurde. Warum, weiss niemand. Mit der gehen sie an einen Bach. Aber nicht an irgendeinen Bach, es muss einer sein, der ganzjährig Wasser führt, an dem aber keine bebauten Felder liegen. Warum, weiss niemand. Nun wird der armen Kuh das Genick gebrochen. Warum, weiss niemand. Nun waschen sich die Führer vor den mittlerweile herbei geeilten Leviten die Hände über der Kuh (warum, weiss niemand) und erklären, dass sie den Toten weder umgebracht haben noch den Mörder kennen.

Wenn das so eingehalten wird, verspricht Gott anschliessend, wird die nächstgelegene Stadt für den Mord nicht bestraft.

Warum da kein Wort davon steht, dass man versuchen soll, den Täter zu finden und zu fassen, weiss niemand.

Warum man nicht versuchen soll, die Herkunft des Opfers festzustellen und dann jene Stadt das Versöhungsprozedere durchzuführen hat, weiss niemand.

Warum eine ganze Stadt bestraft werden könnte, nur weil irgendein Arsch einen anderen umbringt, wobei beide nicht einmal aus jener Stadt kommen müssen, weiss niemand.

Und warum Gott, der Allmächtige und Allwissende, nicht einfach einen Blitz vom Himmel sausen lässt und den Mörder wenigstens kennzeichnet oder gleich eliminiert, weiss auch niemand.

Gott würde also ernsthaft in Betracht ziehen, eine ganze Stadt für eine nicht begangene Tat zu bestrafen, obschon er als allmächtiger Herrgott wissen müsste, wer der Täter ist und ob er überhaupt aus jener Stadt kommt.

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