Donnerstag, 25. September 2014

Die Legende von Jericho

Im Prinzip ist es einfach: Da niemand so recht weiss, von wem und wann Josua (das Buch) geschrieben wurde, kann man es auch schlecht in Relation zu den archäologischen Funden in und um Jericho setzen. Tatsache scheint, so sagen es die Archäologen, dass Jericho mehrmals zerstört und wieder ganz oder teilweise aufgebaut wurde. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sind die Mauern auch mindestens einmal zerstört worden und die Stadt niedergebrannt. Durch was hingegen ist völlig unklar. Man vermutet ein Erdbeben als Ursache.

Doch im Prinzip ist es egal, was man alles findet und was nicht. Denn ein Einsturz der Mauern und das Niederbrennen der gesamten Stadt mögen sich mit der Schilderung im Buch Josua decken, ein Beweis für dessen Wahrheitsgehalt sind sie noch lange nicht. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Stadt beim Eintreffen des Volkes nur noch als Ruine da stand und man durch selbige animiert wurde, eine Legende zu bilden.

Es gibt zwar keine eindeutigen Beweise gegen die biblische Josa-erobert-Jericho-Geschichte gibt, aber die Indizien sprechen klar dagegen. Und nachdem es schon für viele andere biblischen Erzählungen keinerlei Beweise gibt bzw. eher widersprechende Erkenntnisse, tendiere ich dazu, dass auch in diesem Fall die Fantasie durchgebrannt ist und die Eroberung Jerichos allein mit Geschrei und Trompetenschall ein Märchen ist.

So oder so: Es ist äusserst ineffizient, eine Stadt mit viel Aufwand und Gemetzel zu erobern und sie dann dem Erdboden gleich zu machen, statt sie selber zu nutzen. Kann man überhaupt von einer Eroberung Jerichos sprechen, wenn nach der Schlacht nichts als Ruinen übrig bleiben? Ging es Gott nur darum, die Stadt zu vernichten und jegliches Leben auszuknipsen? Wird man so sesshaft, indem man alles vorhandene zerstört, um es dann mühselig in jahrelanger Arbeit anderswo neu aufzubauen?

Quelle: Wikipedia | Keine Posaunen vor Jericho

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