Mittwoch, 3. September 2014

Gebet: Hauptsache, mir hilft's

Egal, ob Hungersnot, Naturkatastrophen oder Kriege: Die Christen beschäftigen sich gerne mit Gebet. Im Gebet ist man ja schliesslich mit Gott und indirekt dadurch auch mit anderen Gläubigen verbunden. Das Bittgebet von vielen wird Gott wohl erhören und den Leidtragenden Trost spenden, Hilfe schicken oder sie aus dem Elend befreien.

Tatsächlich aber spricht nichts dafür, dass "da oben" oder wo auch immer jemand tatsächlich Gebete hört, geschweige denn erhört. Ohnehin müsste es ein sehr launischer Gott sein, der die Gebetserhörungen so streut, dass man sie als Zufall wahrnehmen kann. Meine Meinung zum Thema Gebet kann man (nicht abschliessend) unter dem Stichwort Gebet in diesem Blog lesen.

Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass ein Gebet etwas bewirken kann, allerdings nur am Betenden selbst. Indem ich das formuliere, was mich beschäftigt, fällt eine Art Last von mir. Psychologen haben sicherlich ein Fachwort dafür. Auf jeden Fall kann somit ein Gebet durchaus ego-therapeutische Wirkung erzielen.

Wenn also die Kirche Prisma (was immer das ist) zum Gebet für verfolgte Christen aufruft, dann bewirkt sie damit tatsächlich etwas. Nämlich das, dass sich die Menschen, die sich da zum Beten versammeln, danach ein bisschen besser fühlen, weil sie eine Art Last abladen konnten und gleichzeitig noch der Überzeugung sind, tatsächlich etwas für die verfolgten Christen getan zu haben.

Eine rein egoistische Angelegenheit ist das also im Endeffekt.

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