Montag, 20. Oktober 2014

Alles eine Frage des Gehorsams?

Wenn man das Alte Testament liest, fällt einem auf, dass es mit dem Volk Israel ein ständiges Auf und Ab war. Und immer wird das durch den Schreiber damit in Zusammenhang gebracht, dass das Volk Gott gehorchte und das tat, was ihm gefiel, oder eben nicht. Schon bei Moses Zusammenstellung der Flüche und Segen wurde deutlich, dass sich das Volk Gottes Segen sozusagen verdienen konnte, indem es ihm gehorchte und Gott gefällige Dinge tat. Umgekehrt dauert es jeweils nicht lange und das Volk wird unterdrückt durch Feinde, verliert entscheidende Schlachten oder ähnliches.

Kein Wunder war (und ist es z.T. vielleicht heute noch) in den Augen vieler Christen klar, dass bei schweren Krankheiten irgendwelche Sünden im Spiel sein mussten. Einfach so lässt Gott ja wohl keines seiner Schäfchen krank werden. In den heutigen Wohlfühl-Kirchen ist das nicht mehr die gängige Einstellung. Viel zu oft würde man anecken, kann der Krebs doch auch die Frömmsten treffen (und tut es auch). Was allerdings kaum einen daran hindert, Gott die Ehre zu geben, wenn jemand ein hohes Alter einigermassen gesund erreicht hat.

Das erinnert mich an einen Spruch, den ich kürzlich gelesen habe:

Geht beim medizinischen Eingriff alles gut, ist es auf göttliche Unterstüzung zurück zu führen. Geht der Eingriff schief, war es medizinisches Versagen. 

"Gott hatte einen anderen Weg" ist allerdings auch noch eine beliebte Begründung von menschlichen Pechsträhnen.

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