Mittwoch, 5. November 2014

Gib mir ein Zeichen, wie damals bei Gideon

Gideon gehört zweifelsohne zu den bekannteren Figuren des Alten Testaments. Die Legende, wonach er mit gerade mal 300 Mann ein um ein Vielfaches grösseres feindliches Heer besiegte, zeigt hervorragend, was denen möglich ist, die Gott auf ihrer Seite haben. Zerbrechende Krüge, Fackeln in der einen und das Signalhorn in der anderen Hand - mehr brauchte es nicht, um die Feinde in ein heilloses Durcheinander zu stürzen und sich gegenseitig zu bekämpfen.

Doch was diesem Befreiungsschlag voran ging, dafür ist Gideon ebenso bekannt. Er war der jüngste der Familie und konnte es nicht so recht glauben, als der Herr ihm mitteilte, was er mit ihm vorhabe. Er wollte ein Zeichen, und das mehrmals. Damit ist Gideon wohl näher an vielen heutigen Christen als irgendeine andere biblische Figur.

Wie viele Christen haben sich schon von Gott Zeichen im Stile von Gideon gewünscht, bei dem auf seinen Wunsch hin einmal die Wolle taunass, der Boden trocken war und dann nochmals umgekehrt.

Ich kann mich (leider nur schwach) zurück erinnern, dass ich mindestens einmal auch so weit war, dass ich von Gott ausdrücklich ein gideonisches Zeichen wünschte. Leider weiss ich heute nicht mehr, in welchem Zusammenhang das war und wie das Zeichen hätte aussehen sollen. So, wie ich mich kenne, dürfte das aber mehr allgemeiner Art gewesen sein, z.B. "Wenn's dich gibt, zeig mir das so, dass es keinen Zweifel mehr gibt, dass es so ist."

Das ist im Übrigen wohl ein Satz, dem vermutlich jeder offen gegenüber ist. Ich bekam nie ein solches Zeichen. Es scheint, dass Gott keine Lust auf solche Spielchen hatte. Das ist mir nicht ganz verständlich, ist er doch bei Gideon angeblich sogar zweimal drauf eingestiegen (eigentlich sogar dreimal, wenn man die Begegnung mit dem Engel etwas früher berücksichtig).

Entweder will er mich nicht überzeugen. Oder er hat andere Pläne. Oder er ist nicht da. Ich gehe von Drittem aus bis das Gegenteil wenigstens ansatzweise bewiesen wird. Also wohl für immer.

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