Samstag, 15. November 2014

Jeftah muss seine Tochter opfern, der Depp

Jeftah verspricht dem Herrn in Richter 11 kurz vor dem Kriegszug, dass er ihm das opfern wird, das ihm bei der Rückkehr als erstes entgegen kommt. Die Bibel erzählt uns, dass dies seine Tochter, sein einziges Kinds, war. Und dass er sein Gelübde einlöste.

Natürlich können wir nun diskutieren, ob hier die Rede von einem Menschenopfer ist oder ob es lediglich um die Weihe für den Gottesdienst ging, von dem Jeftah nach jüdischem Recht seine Tochter auch wieder hätte freikaufen können.

Ich glaube ohnehin, dass es sich hier lediglich um eine Schilderung zwecks Steigerung der Dramaturgie handelt und die Geschichte mehr der Fantasie des Schreibers (oder, wie einige vermuten, gar der griechischen Mythologie) entnommen ist.

Wäre sie wirklich wahr, was ich eben nicht glaube, wäre der Herr Jeftah alles andere als ein kluges Köpfchen. Was hat er denn gehofft, komme ihm anderes entgegen als seine Tochter oder seine Frau? Meinte er, der Esel hätte ihn gehört und wäre ihm entgegen galoppiert? Oder ein Huhn würde sich über seinen Anblick so freuen, dass es ihm entgegen hüpft? Es dürfte ziemlich klar sein, dass, was auch immer als erstes auf ihn zu kommt, ein Mensch sein dürfte aus seiner Familie.

Entweder war Jeftah also tatsächlich nicht besonders intelligent oder er liess es bewusst darauf ankommen. "Vielleicht sieht mich ja die Alte zuerst und kommt mich begrüssen, dann kann ich die mal entsorgen."

Mobiltelefone gab's damals leider auch noch nicht, sonst hätte ein Anruf genügt: "Hallo Schatzi, wir kommen vom Krieg zurück, kannst du mal die kranke Kuh rausstellen und mir entgegen jagen? Danke."

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