Mittwoch, 26. November 2014

Lasst uns Mädchen klauen

Nachdem die israelitischen Stämme dank der Leichenstücke (klar doch) von der Schandtat von Gilea erfuhren, verlangten sie vom Stamm Benjamin (da lag Gilea) die Täter heraus. Der Stamm Benjamin wollte nicht und so kam es zum Bruderkrieg: Benjamin gegen die restlichen Stämme. So geht das im alten Israel.

Erster Angriff - 1:0 für Benjamin, 22'000 Tote
Zweiter Angriff - 2:0 für Benjamin, weitere 18'000 Tote
Dritter Angriff - der Herr schenkt den Sieg gegen Benjamin, 25'000 Tote

Der Stamm ist besiegt. Die Stadt wird in Schutt und Asche gelegt (na, logisch) und alles Leben (wie immer Mensch und Tier) getötet. Macht ganz doll Sinn, oder? Nun, muss Gott natürlich selber wissen, in was für Abgründe er sein auserwähltes heiliges Volk springen lassen will.

Lustig: Nach dem blutigen Kampf gegen den Stamm Benjamin schwören die übrigen Stämme vor Gott, dass sie den Benjaminiter niemals ihre Töchter zu Frauen geben werden. Später haben sie, so erzählt es die Bibel in Richter 21, Mitleid mit den überlebenden und frauenlosen Benjaminiter und suchen nach Wegen, wie diese doch noch zu Frauen kommen. Zwei tolle Ideen tauchen auf und werden umgesetzt.
  1. Sie stellen fest, dass die Einwohner einer einzigen Stadt damals den Schwur nicht leisteten (den wegen den Frauen für die Benjaminiten). Also gibt es nur einen richtigen Weg: Stadt angreifen, alle Menschen töten (klar, sind ja ganz schlimme Finger), ausser die ledigen Mädchen. Die werden mitgenommen und den Benjaminitern gegeben. Sind zwar noch 200 zu wenig, aber immerhin.
  2. Wenn das Jahresfest in Silo stattfindet, kommen die Mädchen jeweils aus der Stadt zum Tanzen. Da sollen sich die Benjaminiter auf die Lauer legen und diese Mädchen einfach schnappen und mit ihnen abhauen. So einfach geht das. 
Und so geschah es.

Das Buch Richter endet, nach diesen wirklich kranken Geschichten und der Entführungsgeschichte von Silo mit dem lapidaren, aber umso treffenderen Satz:

In jener Zeit gab es keinen König in Israel, und jeder tat, was er für richtig hielt.

...und Yahweh schien es auch nicht gross zu kümmern.

Kommentare:

  1. Wow, ähm, coole Seite. Bin da erst jetzt drauf gestoßen ...


    Werde mal einen Link setzen

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