Donnerstag, 18. Dezember 2014

Ich will mal einen richtigen Moses-Film

Schauspieler Christian Bale scheint kein besonders intelligentes Köpfchen zu sein. Der Batman-Darsteller hat die Hauptrolle in der bibelorientierten Moses-Verfilmung übernommen. Der sicherlich grossartig episch produzierte Ridley Scott-Film ist bei Farbigen und selbsternannten Rassismusexperten bereits vor der Veröffentlichung im Verruf, weil offenbar alle Helden im Film von Weissen dargestellt werden, als würde die Geschichte in Mitteleuropa oder Nordamerika spielen, und gleichzeitig die Bösewichte, Sklaven und das einfache Fussvolk von dunkelhäutigen Komparsen und Schauspielern verkörpert werden. Das ist sicherlich peinlich, aber verständlich, wenn das Zielpublikum wohl in den US-Staaten sitzt und sicherlich gerne Seinesgleichen als Helden sieht.

Anlässlich der Vorstellung seiner Rolle soll nun Christian Bale gesagt haben, dass er Gott und den Glauben für eine unerschütterliche Wahrheit halte und dass man den Glauben, genau so wie das Fahrradfahren, nie verlernen könne. Stimmt wohl, wenn man's schon als Kind indoktriniert bekommt.

Weiter meint Bale, dass vor allem seine Kinder ihn daran erinnern, dass es Dinge gebe, die die menschliche Wahrnehmung übersteigen. Und dann, jetzt kommt's: "Ich weiss, es gibt wissenschaftliche Erklärungen für ihre Existenz, aber für mich bleibt es ein Wunder." Aha, prima. Du weisst, dass es eine Erklärung gibt. Aber du verstehst sie nicht, deshalb ist es ein Wunder?

Lieber Christian Bale, selbstverständlich kannst du als Wunder bezeichnen, was immer dir beliebt. Man kann auch der Meinung sein, ein Smartphone sei ein Wunder, obschon es technische Erklärungen gibt. Auch ist es wohl so, dass es wenige Menschen geben mag, die das "Wunder" wirklich erklären können und das "Wunder" somit die durchschnittsmenschliche Wahrnehmung übersteigt. Aber ist die Tatsache, dass du und ich etwas nicht verstehen oder nachvollziehen können, schon genug, um die Existenz eines Gottes (welchen denn überhaupt?) zu beweisen?

Mir wäre es recht, wenn mal ein Moses-Film gedreht wird, der sich nicht an dem orientiert, was in der Bibel schwarz auf weiss steht, sondern was sich zwischen den Zeilen heraus lesen lässt. Ein Film, der nicht das zeigt, was die Bibel erzählt, sondern das, was möglicherweise dazu geführt hat, dass das, was heute in der Bibel steht, eben da steht.

Heraus käme vermutlich ein Film, der uns aufzeigt, wie Moses - wenn es ihn gab - versuchte, ein wachsendes Volk von Nomaden und Aufständischen zu organisieren und bändigen. Wie er zu diesem Zweck Rituale schuf und Gebote erstellte, und wie er diese schliesslich, um die endgültige Akzeptanz und Macht zu erhalten, als von Gott gegeben bezeichnete. Wie Yahweh nach und nach Gestalt annahm, immer konkreter wurde, sich verstärkt einmischte - natürlich immer über den Priester und Pseudo-Propheten Moses und seine Familie, allen voran seinen Bruder Aaron. Und wie schliesslich aus einer Sozialkomponente namens Yahweh ein Kriegsgott und noch später das fiktive Oberhaupt der bis heute grössten Religion wurde.

Unsere Welt braucht Aufklärung, keine gefühlte 583. Verfilmung eines biblischen Märchens.

Quelle: kathpress.co.at

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