Sonntag, 21. Dezember 2014

Nix für die Kinder

Kürzlich habe ich mit einer Frau gesprochen, die vor dreissig oder vierzig Jahren in der Sonntagsschule einer Freikirche unterrichtete. Sie gestand mir, dass sie damals vielfach eine Bastelstunde einlegte wenn vom Schulplan her irgendwelche brutalen, kriegerischen Geschichten aus dem Alten Testament dran waren. Das hätte immer wieder Diskussionen mit dem Hauptverantwortlichen gegeben, weil dieser fand, man müsse alles in der Bibel kennen und nicht die Geschichten raus picken, die einem gefielen.

Nun ist der Dame natürlich zu Gute zu halten, dass sie den Kleinen ihrer Kirche keine Albträume zumuten wollte. Allerdings sollte es einem schon zu denken geben, wenn man meint, man müsse Teile des Buches, das angeblich von Gott kommt, vor Kindern verheimlichen. Ist es tatsächlich so, dass man einen Glauben vertreten kann, der sich massgeblich an einem einzigen Buch orientiert und in dem Geschichten erzählt werden, die man den Kindern nicht zumuten will? Ist das tatsächlich der Fall? Es ist für mich als mittlerweile Atheisten so wahnsinnig seltsam, dass ich diese Frage nicht genug oft wiederholen kann. Basiert dein Glaube auf einem Buch, dessen Inhalt du zu wesentlichen Teilen deinen Kindern nicht zumuten willst?

Leider ist es tatsächlich so, dass man für lange Zeit im Gefängnis landen würde, wenn man sich so verhielte, wie es damals angeblich Gott den Israeliten vorschrieb. Da schreien die Christen regelmässig auf wegen der Brutalität der islamischen Sharia und vergessen dabei, dass sie selber nur weniger brutal sind, weil sie sich nicht mehr an den Gesetzen des Alten Testaments orientieren.

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