Montag, 15. Dezember 2014

Vergebung? Niemals!

Gott vergibt alle unsere Schulden, so predigt es die Kirche, so sagt es die Bibel. Zumindest im Neuen Testament, glaube ich zu wissen. Im Fall von Eli, dem Priester und Ziehvater von Samuel, macht Gott aber offensichtlich eine Ausnahme. Da gilt das mit der bedingungslosen Liebe und Vergebung aller Schuld nicht.

Ich habe geschworen: Weder durch Tieropfer noch durch andere Opfergaben sollen die Nachkommen Elis diese Schuld je wieder gutmachen können!«
1. Sam. 3, 14

Nun kann es sich der fantasievolle Mensch durchaus vorstellen, dass es möglicherweise Sünden gibt, die als Ausnahmefall gehandhabt und nicht vergebbar sind.

Um was ging es konkret in diesem Fall? Die Söhne von Eli haben sich an den Opfern für den Herrn bedient und sich (mehr als) satt gegessen. Schon denkbar, dass der Herrgott bei den Opfergaben etwas strenger ist und damit verbundene Sünden als unentschuldbar einstuft.

Aber das waren die Söhne Elis, nicht Eli selbst. Warum wird also Eli ebenfalls bestraft und nicht nur einfach die Söhne? Das weiss letztlich wohl niemand. Wir lesen lediglich, dass Gott Eli vorwirft, bei den Machenschaften seiner Söhne nicht eingegriffen zu haben. Mit gegangen, mit gefangen?

Es ist aber, gemäss oben stehendem Vers, nicht nur so, dass Eli hart bestraft wird. Viel mehr wird die Strafe, ganz im Stile des alttestamentlichen Denkens, an viele folgende Generationen weiter gegeben. Unzählige Menschen, die zum Zeitpunkt der Sünde noch nicht einmal lebten, geschweige denn auch nur im Entferntesten ein Mitverschulden tragen, müssen den Zorn Gottes erdulden. Das ist, gelinde gesagt, ein etwas anderes Bild, als es heute die Kirchen von Gott erzählen.

Und, das möchte ich für mich nochmals festhalten: Die barmherzige und gutmütige Art, wie Gott Schulden vergibt, hat Grenzen. Und die sind, so zeigt es dieses Beispiel, ziemlich eng gesteckt. Oder einfach abhängig von Gottes Gemütszustand?

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