Samstag, 10. Januar 2015

Die falsche Haltung kann tödlich sein

Die Philister, die die Bundeslade einst als Kriegsbeute mit nach Hause brachten, wurden krank und kamen zum Schluss, dass das nur wegen eben dieser Bundeslade sein konnte. Sie beschlossen, die Lade zusammen mit äusserst sonderbaren Geschenken zurück zu senden.

Sendet dann die Nachbildungen eurer Geschwüre und der Mäuse, die euer ganzes Land kahl fressen, dem Gott der Israeliten. Damit erweist ihr ihm die Ehre. 
1. Samuel 6, 5

Wie die Berater der Philister auf diese Idee kamen und ob sie wirkte, wissen wir nicht. Was wir aber wissen: Die Israeliten, die die Bundeslade als erste sahen, bastelten sich aus dem Wagen, der sie transportierte, unverzüglich einen Altar und schlachteten die Kühe, die den Wagen zogen, und verbrannten sie als Dankopfer. Es steht geschrieben, dass an diesem Tag noch viele Tiere für Gott geopfert wurden. 

Doch das alles ist dem blutrünstigen Gott nicht genug. Es muss mehr Tote geben. Und natürlich findet er einen Grund. Ein paar Leute haben die Bundeslade ohne "die nötige Ehrfurcht angeschaut". Die müssen sterben. Siebzig an der Zahl.

So haben also an jenem Tag die Israeliten ihre Bundeslade zurück erhalten, zusammen mit ein paar goldenen Geschwüren und Mäusen, dafür aber siebzig Familienväter oder Mütter oder Söhne oder Töchter verloren. Ach, war das ein toller Tag. 

Was soll man von einem Gott halten, der verlangt, dass keine Bildnisse von irgendwelchen Göttern gemacht werden, auch nicht von ihm selber, dann aber selber einer bestimmten Art von Bildnis, nämlich der Bundeslade derart viel Heiligkeit zuspricht, dass schon wegen blossem Anschauen Leute ermordet werden müssen. 

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