Montag, 9. Februar 2015

Gottes Weg führt über den Bürgerkrieg

David, oder mittlerweile König David, ist eine biblische Schlüsselfigur. Von ihm, so die biblische Überlieferung, soll später Jesus Christus abstammen. Doch so makellos, wie sich das anhört, war David bei weitem nicht. Ein bisschen was über seine Allüren und Schwächen, insbesondere für Gewalt, habe ich vor ein paar Tagen schon notiert.

Auch die Art und Weise, wie David König wurde, ist alles andere als über jeden Zweifel erhaben. Dass er König werden würde, hat ihm ja Gott angeblich verheissen. Es ist dann schon leicht irritierend, wenn er sich dann dennoch mit Gewalt zum König machen muss.

Nur der Stamm Juda stand hinter David.
2. Sam. 2, 10

Alle anderen Stämme nicht. Und das führte zu einem blutigen Brüderkrieg unter den Stämmen von Gottes Volk, der sich über lange Zeit hinzog. Nach und nach gewann David die Oberhand.

Nun begann ein langer Krieg zwischen den Anhängern von Sauls Sohn Isch-Boschet und Davids Anhängern. Mit der Zeit wurde David immer stärker und mächtiger, während die andere Seite an Macht und Ansehen verlor. 
2. Sam 3, 1

Einen entscheidenden Einfluss hat am Ende der gegnerische Heerführer Abner, der sozusagen zum Verräter wird, sich auf Davids Seite stellt und andere ebenfalls dazu überredet.

Yahweh scheint einen seltsamen Sinn für Humor zu haben, wenn er innerhalb seines auserwählten Volkes einen Brüderkrieg ausbrechen und über lange Zeit wüten lässt, damit derjenige, den er als König auserwählt, auch wirklich an die Macht kommt.

Vielleicht war es anders rum: David behauptete, er hätte von Gott eine Verheissung und legitimierte seinen Anhängern gegenüber damit den Krieg gegen die anderen Stämme. Oder noch mehr andersrum: Die Geschichte(n) wurden später erfunden um David wichtiger (oder echter) zu machen, als er tatsächlich war. Zumindest die Tatsache, dass die Samuelbücher erst deutlich später die darin geschilderten Ereignisse nieder geschrieben wurden, lässt letzteres vermuten.

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