Dienstag, 3. Februar 2015

König David: Was ich bisher nicht so richtig wusste

Bei der Lektüre von 1. Samuel, mit der ich jetzt eben fertig wurde und an die 2. Samuel nahtlos anknüpft, fällt mir zum ersten Mal auf, was der spätere König David eigentlich für ein Typ war.

Dass der für scheinbar längere Zeit ein Anführer einer Truppe von Gesetzlosen und Aussteigern war, wusste ich noch gar nicht.

Bald scharten sich noch andere um ihn: Menschen, die sich in einer ausweglosen Lage befanden, die Schulden hatten oder verbittert waren. Schließlich war es eine Gruppe von etwa 400 Mann, und David wurde ihr Anführer.
1. Sam. 22, 2

Wenn man Davids Bitten nicht nachkam, konnte man sich Ärger einhandeln. Ziemlich grossen Ärger. Endgültigen Ärger, um genau zu sein. Als einmal ein Farmer namens Nabel den Boten Davids keine Lebensmittel überlassen wollte, machte sich dieser flugs mit einer Hundertschaft an Kriegern auf um nicht nur Nabel, sondern dessen ganze Belegschaft umzubringen.

Gott soll mich hart bestrafen, wenn ich bis morgen früh auch nur einen seiner Männer am Leben lasse!«
1. Sam. 25, 22

Überhaupt schien David nicht besonders friedliebend zu sein. Seine Truppe überfiel mal diese, mal jene Völker, ohne je Gefangene zu machen. Stattdessen liess Rädelsführer David jeweils alle umbringen. Und der Herr liess es ihm gelingen, oder so ähnlich.

Von Ziklag aus unternahmen David und seine Männer Raubzüge. Mal fielen sie bei dem Nomadenstamm der Geschuriter ein, dann wieder bei den Girsitern oder bei den Amalekitern.
1. Sam 27, 8

Es fällt schon auf, dass sich die Gnade Gottes geographisch auf einen sehr kleinen Fleck zu fokussieren schien. Rund um diesen Fleck gab es offensichtlich nur unwürdige, schlechte Menschen, die sterben durften, sollten und mussten.

Gut nur, dass die ewig Bestraften sich nicht gleich barbarisch verhielten, als sie dann doch auch einmal erfolgreich die von David bewohnte Stadt Ziklag angreifen konnten. Die Stadt wurde zwar dem Erdboden gleich gemacht, aber statt die Frauen und Kinder im Stile Davids einfach zu töten, nahm man sie lebend mit.

Sie hatten niemanden getötet, sondern alle Frauen und Kinder gefangen genommen und verschleppt.
1. Sam 30, 2

So, dass David sie später heldenhaft zurück erobern konnte. Und bei dieser Gelegenheit natürlich die Entführer eliminierte.

Bis auf 400 junge Männer, die auf Kamelen flohen, konnte niemand entrinnen. 
1. Sam. 30, 17

Es liest sich schon fast so, als hätten die Amalekiter die Frauen und Kinder nur deswegen entführt und unbehelligt gelassen, um dieser Episode ein Happy End zu bescheren. Wenigstens für die David-Truppe bzw. die Israeliten, für die die Autoren diese Geschichte ja schrieben.

David befreite die Gefangenen, auch seine beiden Frauen, und eroberte alles zurück, was die Amalekiter erbeutet hatten. Seine Soldaten sahen ihre Familien gesund wieder, niemand wurde vermisst.
1. Sam 30, 18-19

Friede, Freude, Eierkuchen. Wer mit Yahweh unterwegs ist, gewinnt am Ende immer. Und alle anderen sind die Deppen, Bösen, Verdammten, Verlorenen.

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