Sonntag, 24. Mai 2015

Denn sie wissen nicht, was sie glauben.

Vielleicht bin ich zu wenig bewandert in der deutschen Sprache, vielleicht ist es auch einfach eine Frage der Generation und der dazugehörigen Art, zu lesen und zu schreiben. Auf jeden Fall strengt mich das Lesen von Franz Buggles "Denn sie wissen nicht, was sie glauben" ziemlich an. Unendlich lang erscheinende und mehrfach verschachtelte Sätze kann ich einfach nicht ohne mehrmaliges Lesen verstehen. Jedenfalls nicht abends, vor dem Schlafengehen.

Trotzdem: Das Buch ist grandios! Buggle setzt genau da an, wo die meisten Christen ihre Schwäche haben. Nämlich bei der Tatsache, dass die meisten das Heilige Buch ihrer Religion gar nie wirklich gelesen haben. Man liest zwar sehr viel daraus, aber kaum einer macht sich die Mühe, es wirklich von Anfang bis Ende durch zu lesen.

Damit sind wir beim Titel des Buches: Die meisten Christen wissen aufgrund dieser Tatsache eigentlich gar nicht, was sie wirklich glauben. Vor einigen Jahren hätte ich darüber bloss den Kopf geschüttelt. Aber nicht, weil es nicht stimmte, sondern lediglich weil ich mir nicht bewusst war, dass es stimmte.

Am Wendepunkt meines christlichen Glaubens nahm ich mir vor, noch ein Mal die Bibel durch zu lesen. Ich wollte dem Glauben, der mich seit Kindheit an begleitete und prägte (und mir zugegebenermassen indirekt auch gute Zeiten verschaffte) noch eine Chance geben. Und vielleicht hoffte ich, dass sich Gott dem ernsthaft Suchenden wie versprochen zeigen würde.

Das war die Zeit, als dieses Blog zum Leben kam. Seither ist viel Zeit vergangen, in der ich manchmal mehr, manchmal weniger in der Bibel lese (Ich bin noch immer nicht durch). Aber ich staunte von der ersten Woche an, wie es mir beim unvoreingenommenen Lesen wie Schuppen von den Augen fiel.

Die Mythen, die so oder ähnlich in verschiedenen Religionen auftauchen, die fantastischen Heldengeschichten, die nach und nach entstehenden und wachsenden Kulte, Rituale und Gesetze und vieles mehr: Es war mir plötzlich klar, so etwas kann nur eine Menschheit erfinden, die Antworten suchte, die sie damals noch nicht haben konnte. Und im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Religion voran, bis zum heutigen Tag.

Ich mach' hier abrupt Schluss, denn man könnte fast endlos weiter schreiben. Und über viele meiner Gedanken kann man in diesem Weblog auch nachlesen. Fazit: Die Bibel unvoreingenommen zu lesen ist die beste und konsequenteste Art, sich vom Christentum abzusetzen. Denn wenn man "weiss", was in ihr steht, kann man sie einfach nicht mehr als Wort Gottes akzeptieren.

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