Samstag, 9. Mai 2015

Ungläubige tun nichts Gutes.

Lieber Christ, der du dies liest. Wenn dein Pastor folgende Aussage machen würde, was würdest du davon denken?

 "Menschen, die behaupten, es gäbe Gott überhaupt nicht, leben an der Wirklichkeit vorbei. Sie führen ein gottloses Leben und sie tun nur abscheuliche Dinge, ohne Ausnahme. Kein einziger Ungläubiger tut etwas Gutes!"

Mögliche Antworten:

a) Ich würde laut rufen "Amen"
Du bist demnach ein fanatischer Fundamentalist mit einem ordentlichen Hasspotential. Aus deinem Holz sind vermutlich auch Terroristen geschnitzt.

b) Das ist symbolisch zu verstehen
Was ist denn die Symbolik dahinter, wenn man sagt, dass Andersgläubige ausnahmslos nur schlechte Dinge tun? Und warum steht dann nicht ausdrücklich, dass man dies keineswegs wörtlich nehmen soll?

c) Das stimmt so nicht
Prima, die Vernunft hat gesiegt. Leider hast du übersehen, dass diese Aussage genau so in der Bibel steht und von einer der wichtigsten Vorbildfiguren des christlichen Glaubens, König David, gemacht wurde (sofern die Urheberschaft korrekt angegeben ist).

Leider stelle ich gerade fest, dass die Psalmen - jedenfalls bis und mit dem 14. Psalm - genau so hassgeschwängert sind wie die Erzählungen aus der angeblichen Entstehungszeit der Israeliten. Wie schon so oft festigt sich der Verdacht, dass Yahweh alles andere als ein Gott für die gesamte Menschheit war als vielmehr die ultimative und exklusive Alternative der Israeliten zu den vielen, vielen bereits viel länger bestehenden Göttern ihrer Feinde.

Da ist nichts zu spüren vom Geist der Nächstenliebe, die später von Jüngern des angeblich identischen Gottes gepredigt wird und der unendlichen Liebe Gottes gegenüber allen Menschen, die ihren Höhepunkt in der Opferung des eigenen Sohnes am Kreuz findet. Im Gegenteil, es geht darum, allen Feinden, sprich Andersgläubigen, alles Unheil dieser Welt zu wünschen und sie ins Verderben zu stürzen.

Wer nicht den gleichen Gott hat, ist ein Feind. Und wer Feind ist, soll sterben. So wünscht es sich David, direkt oder indirekt, in nicht wenigen Psalmen. Ein Arsch, dieser König David. Kein Wunder, wollte den ausser gerade mal einem Stamm keiner als König.

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