Mittwoch, 24. Juni 2015

Christen, lasst euch belehren

Ein verständiger Mensch lässt sich belehren, aber wer sich nichts sagen lässt und nur Unsinn redet, richtet sich selbst zugrunde. (‭Sprüche‬ ‭10‬:‭8‬ HFA)

Ist es wirklich zu viel verlangt von einem Christen, dass er einmal im Jahr auch ein Buch liest, das ihm nicht sorgfältig ausgewählte Bibelstellen wie Honig ums Maul schmiert und den Eindruck erweckt, die Bibel wäre voll solcher Stellen? 

Jeder Christ, der meint, mit mir belehrende Gespräche zu führen, kriegt von mir ein, zwei Buchtipps mit der Aufforderung, sich doch erst Mal über meinen Standpunkt zu informieren. Wie soll ich mit jemandem über die Gedankenwelt des Atheismus reden, wenn sich mein Gegenüber bisher nur in biblisch orientierter Lektüre herumtummelte? Das ist doch ähnlich sinnlos, wie wenn man mit einem Bastler über einen Automotor fachsimpeln möchte, selber aber zwei linke Hände und keine Ahnung von Mechanik hat. 

Ein Dummkopf weiß immer alles besser, ein Kluger nimmt auch Ratschläge an. 
--Sprüche 12, 15

Der Unterschied zwischen einem vernünftig denkenden Menschen und einem Christen ist der, dass der Vernünftige seine Meinung ändern kann, auch in Kernpunkten seiner Meinung. Der Christ hingegen muss an vieles einfach glauben, möglicherweise entgegen jeglicher Logik, und kann keinesfalls eingestehen, dass seine These falsch ist. Denn wenn sie das wäre, würde sein gesamtes Glaubenskonstrukt zu bröckeln beginnen. 

Deshalb flüchten die Christen, die sich überhaupt auf Gespräche einlassen (ich habe gemerkt, dass das viel, viel weniger sind, als ich jemals angenommen hätte) oftmals in Schwammargumente. "Irgendwann werden wir das verstehen" oder "Gottes Wege sind unergründlich" oder was auch immer. Ich nenne sie Schwammargumente, weil sie schwammiger und nichtsaussagender nicht sein könnten. Sie wirken gewichtig, aber wenn man an ihnen rumdrückt, verlieren sie den gesamten Inhalt und sind am Ende fast ohne jegliches Gewicht da. 

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