Sonntag, 21. Juni 2015

Salomo fördert Prostitution

Na, da bin ich ja mal über was Witziges gestolpert. Fordert doch tatsächlich der überirdisch weise König Salomo in seinen Sprüchen dazu auf, die Huren zu besuchen. Nicht etwa im Sinne einer von Nächstenliebe getriebenen Hilfsaktion an Randständigen, nein, als ganz gewöhnlicher Freier.

In zahlreichen Versen im 6. Kapitel seiner Sprüche warnt der Autor vor dem Techtelmechtel mit verheirateten Frauen und den angeblichen Folgen davon, auf die ich hier jetzt nicht im Detail eingehe, weil sie weniger göttliche Sanktionen beinhalten, als vielmehr hauptsächlich den Verstoss durch die Gemeinschaft. Salomo schläg in diesem Zusammenhang indirekt eine Alternative vor, die ausser dem Preis für die Hure keine weiteren Folgen hat. 

Für eine Hure bezahlst du nur so viel wie für ein Brot, aber wenn du mit einer verheirateten Frau die Ehe brichst, gefährdest du dich selbst. (‭Sprüche‬ ‭6‬:‭26‬ HFA)

Tatsächlich schlägt er die Nutzung der Prostitution nicht nur aktiv vor, sondern er verzichtet auch komplett darauf, daran irgendetwas verwerfliches zu sehen. Es scheint, die Prostituierten waren damals gesellschaftlich zumindest so weit integriert, als sie als normales Gewerbe betrachtet wurden.

Ich habe es nie erlebt, aber ich stelle es mir ungemütlich vor für den gläubigen Kirchengänger, der beim Besuch eines Puffs von anderen Frommen gesehen wird. In der heutigen Praxis kommt wohl für die meisten Christen ein Puff-Besuch nicht in Frage, zumindest moralisch gesehen. Tatsächlich dürfte es trotzdem einige geben, die den Beischlaf gegen Bezahlung nutzen. 

Genau die dürfen aufatmen, es gibt eine Ausrede: Sex mit einer Prostituierten ist viel klüger, als mit einer verheirateten Frau fremd zu gehen. Hat ja schliesslich schon König Salomo so gesehen. 

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