Mittwoch, 30. September 2015

Jesaja 11

In Jesaja 11 fährt der Autor fort mit den Verheissungen, die eine schöne Zukunft mit dem sog. Messias versprechen. Und hier wird er auch tatsächlich etwas konkreter und damit messbarer mit seinen Prophezeihungen.

In einem ersten Teil lobt er die Fähigkeiten dieses Retters, seine Urteilsfähigkeit, sein gerechtes Richten und seine Macht. Tatsächlich sind es Fähigkeiten, die fast schon mit Sicherheit ein überirdisches Wesen beschreiben müssen. Dass die Fähigkeiten eines Königs aber durchaus poetisch und fantasievoll ausgeschmückt werden, ist nichts Neues. Da sind die Könige David und Salomo beste Beispiele, da die archäologischen Funde und Schriften fremder Völker zwar nicht beweisen, dass sie gar nie existierten, aber doch die Annahme nahe legen, dass sie bei Weitem nicht so gross und mächtig waren, wie es die Bibel zu vermitteln versucht.

Montag, 28. September 2015

Drei Jahre Aussteiger-Blog

Huch, wie die Zeit vergeht. Heute vor drei Jahren habe ich mit diesem Blog gestartet, um meinen langsamen Abschied vom Christentum zu verarbeiten. Und um mich zu motivieren, die Bibel noch ein Mal komplett durchzulesen, mir Gedanken und eben auch Notizen zu machen. Die Notizen sind es dann auch, die im Wesentlichen in diesem Blog zu finden sind.

Ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauern würde. Und auch nicht, dass ich es so lange durch halten werde.

Irgendwie bin ich heute aber tatsächlich stolz, schon ca. 300 Blog-Beiträge veröffentlicht und den Abschied vom christlichen Glauben endgültig geschafft zu haben.

Danke all jenen, die in den vergangenen drei Jahren hier oder da mal einen Kommentar hinterlassen haben.


Sonntag, 27. September 2015

Ist Jesaja wirklich ein Prophet (Teil 2)

Verse 5 + 6 Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Wie sein Vorfahre David herrscht er über das Reich, festigt und stützt es, denn er regiert bis in alle Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit. Der Herr, der allmächtige Gott, sorgt dafür, er verfolgt beharrlich sein Ziel.

Ja, das klingt schon ziemlich nach Weihnachtsgeschichte. Allerdings nur, wenn man den weiteren Verlauf der Entwicklung des Christentums kennt. In Tat und Wahrheit haben jüdische Propheten sicherlich nicht die Vision von einem Retter gehabt, der nebst ihnen auch noch alle anderen Völker errettet. Und sicher erst recht keinen, der den Grundstein für eine komplett neue Religion legt. Das war sicher nicht das, was Jesaja "voraus sah".

Das Pech des Propheten: Wenn man keine messbare, konkrete und zeitlich definierte Prophezeiungen macht, dann stehen den späteren Generationen und "Fans" Tür und Tor offen, um die Worte ganz nach ihrem Wunsch auszulegen.

Freitag, 25. September 2015

Ist Jesaja wirklich ein Prophet (Teil 1)

Die Christen werden nicht müde, die zahlreichen Prophezeiungen der Bibel zu erwähnen, die angeblich in Erfüllung gingen. Und eine davon soll die Vorhersage Jesajas sein, der vermeintlich Jesus Christus, der später als Sohn Gottes bezeichnet wurde, vorhergesagt hat. Und tatsächlich finden sich in Jesaja 9 Hinweise, die auf den ersten Blick so aussehen, als wären sie das. Aber nur auf den ersten Blick. Und nur für denjenigen, der schon weiss, was danach kam und mit genügend gutem Willen das sieht, was er sehen möchte.

Natürlich darf da jeder seine eigenen Massstäbe anwenden. Für mich jedenfalls gehören zu einer sich Prophezeiung ein paar Bedingungen, die erfüllt sein müssen.

Sonntag, 20. September 2015

Nur noch Frieden

Gott selbst schlichtet den Streit zwischen den Völkern, und unter den Nationen spricht er Recht. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr das andere angreifen; niemand lernt mehr, Krieg zu führen. (‭Jesaja‬ ‭2‬:‭4‬ HFA)

Zu schön, um wahr zu sein.

Ein von Kriegen und harter Arbeit gebeuteltes Volk, das zudem nicht aufgeklärt und gebildet war, könnte Jesaja mit solchen Worten vielleicht noch überzeugen. Gelungen ist es ihm ja aber offensichtlich auch nicht.

Sowieso kamen die Worte nicht von Gott, sondern von Jesaja. Ein Mann, der vielleicht eine Art Vision hatte (kannten die damals schon Rauschmittel?) oder einfach nur ein tiefes Verlangen nach Frieden, Harmonie und Einheit hatte, was ihm natürlich auch hoch angerechnet werden darf.

Dienstag, 15. September 2015

Die Gemeinde hat Brüste

Das Hohelied, das zwar fälschlicherweise, aber irgendwie doch auch zu Recht, Hohelied der Liebe genannt wird, endet, wie es begonnen hat: Mit schwulstigen Liebeserklärungen von Unbekannt an Unbekannt. Meine zugegebenermassen oberflächlichen Recherchen ergaben, dass einige Theologen die Urheberschaft Salomo zuschreiben. Aber das glaube ich nicht. Die anderen Sammlungen, die angeblich von Salomo stammen, haben immer eine Art Fazit oder Schluss, der auf den Herrn verwies. Selbst seine halbwegs schlauen Sprüche, die philosophisch betrachtet durchaus eine Diskussion wert wären, enden immer mit einem Hinweis, dass der Herr gross ist, für einen sorgt, und so weiter. Der fehlt beim Hohelied aber komplett, weshalb ich annehme, dass er entweder nicht der Urheber war oder aber zumindest nicht wollte oder erwartete, dass seine Liebesgedichte veröffentlicht werden.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass ein König wie Salomo Gedichte veröffentlichte, die nur der Unterhaltung dienten und keinen höheren, letzlich für ihn politisch wichtigen Zweck verfolgten. Ein Verweis auf Gott war damals durchaus politisch von Bedeutung, war die Religion doch wohl eine Art Zusammenhalt der Gesellschaft. Und Könige konnten mit geschicktem Umgang der religiösen Gefühle und Vorstellungen letztlich alles rechtfertigen, was sie taten.

Donnerstag, 10. September 2015

Britney Spears in der Bibel

Ich bin in meinem Leseprojekt, währenddem ich noch einmal (wenigstens) die ganze Bibel durchlese, bei dem Hohelied angekommen. Entsprechend meinen bisherigen Gepflogenheiten schreibe ich dabei fortlaufend meine Gedanken nieder. Und zwar dann, wenn ich bestimmte Verse oder Abschnitte lese, und nicht erst dann, wenn ich das ganze Buch durch habe.

Dass dies dazu führen kann, dass ich Aussagen oder Verse aus dem Zusammenhang reissen könnte und werde, bin ich mir durchaus bewusst. Aber damit dürfte mein Zielpublikum, zu dem primär die Christen gehören, kein Problem haben. Sie sind es sich doch gewohnt, dass zusammenhanglose Verse zitiert oder in einer Predigt ausgelegt werden.

Samstag, 5. September 2015

Inzucht?!

Ach wärst du doch mein Bruder, hätte meine Mutter dich gestillt! Dann könnte ich dich unbekümmert küssen, wenn wir uns auf der Straße treffen, und niemand würde Anstoß daran nehmen! Ins Haus meiner Mutter würde ich dich führen, dort könntest du mir deine Liebe zeigen; ich gäbe dir gewürzten Wein zu trinken und Nektar von den Früchten des Granatbaums. (‭Das Hohelied‬ ‭8‬:‭1-2‬ HFA)

Wie jetzt? Liest man da den Wunsch nach Inzucht?

Da schreibt offenbar eine Frau. Sie wünscht sich, der unbekannte Jemand wäre ihr Bruder. Dann, und scheinbar nur dann, könnte sie ihn nicht nur küssen, sondern auch gleich nach Hause nehmen und bumsen?

Korrigiert mich bitte, wenn ich das falsch lese.