Samstag, 10. Oktober 2015

Was Jesaja sonst noch sagte

Das Jesaja-Buch liest sich für mich eher schwerfällig. Unzählige Aussagen, manchmal Prophezeihungen mit konkreten Aussagen, manchmal wohl einfach stilvoll ausgeschmückte Fantasien und Träume.

Doch so viel steht fest: Jesaja, oder wer immer der Autor des gleichnamigen Buches war, hat ausschliesslich an sein Volk geschrieben, wenn es um Verheissungen und an die umliegenden Nachbarsvölker, wenn es um Unheilsandrohungen ging. So ziemlich jedes Land in der weiteren Nachbarschaft zu Israel soll laut Jesaja auf die Mütze kriegen.

Das klingt, auch wenn es manchmal ganz konkret und sogar zeitlich eingegrenzt wird, vor allem als Motivationsspritze für ein gebeuteltes, allenfalls noch in babylonischem Exil lebendes Volk. Es soll Mut machen, Optimismus verbreiten und vielleicht ist darin auch die Hoffnung verborgen, das Volk könnte allein deswegen wieder zu alter Stärke zurück finden.

Möglicherweise sind einzelne Verheissungen Jesajas tatsächlich so oder ähnlich eingetroffen. Aber ist es relevant für das, weshalb ich die Bibel unter die Lupe nehme? Nein. Es richtet sich alles ganz eindeutig an das damals lebende Volk der Israeliten, nicht - auch nicht im übertragenen Sinne - an andere Völker oder die Christen des Heutes.

Wer heute daraus irgendwas ableiten will, das irgendwann später in anderem Zusammenhang geschehen sein könnte, der soll das tun. Das lässt sich jedoch mit jedem beliebigen Text tun und ist letztlich nur Selbstbetrug. Ganz nach dem Motto: Es muss so sein, also ist es so. Punkt.

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